REUTERSDie ersten freien Wahlen in Libyen seit dem Sturz des Diktators Gaddafi werden von politischen Manövern und blutigen Zwischenfällen überschattet. So wurde ein Hubschrauber, der mit Wahlurnen an Bord unterwegs war, abgeschossen - ein Mitarbeiter der Wahlkommission starb.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...843097,00.html
Bemerkenswert, dass über die Wahl nun überhaupt berichtet wird; wo zuletzt die Meldungen über ein angebliches Chaos in dem Land vorherrschten. Vielleicht hat man vorher einfach keinen richtigen Anlaß gehabt, dann hatte die Sache mit dem Hubschrauber ja auch etwas Gutes.
Die Einwohnerzahl von Libyen wird mit 6,4 Mio. angegeben (Quelle in der WP verlinkt).
Die Wahlkommission sagt:
"More than 2,800,000 active registered voters"
( HNEC - High National Election Commission )
Wahlberechtigt sind Libyer ab 18 Jahren; und die Alterspyramide ist in dem Land noch pyramidenförmig.
Also wo war jetzt nochmal ihr Problem?
Libyen ist seit dem Sturz Gaddafis zu einer Hochburg der Al Kaida geworden. Zur Zeit bilden sich dort Schaira-Milizen, die Jagt auf alles "unislamische" machen. Wahrscheinlich ist Demokratie, Menschen- und Frauenrechte einfach nur unislamisch!
Wieso die Nato für die Islamisten gebombt hat wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Die Scharia kennt keine Demokratie und somit auch keine Wahlkommission. Folgerichtig lässt die Scharia auch das Abschießen von Hubschraubern mit Wahlurnen zu. So einfach ist das!
Wer das meiste Geld hat, klebt die größten Plakate. Da mischt das Ausland bestimmt kräftig mit.
Das wichtigste aber ist: Das libysche Staatsvermögen bleibt als Bareinlage bei engl., franz. und amerik. Banken. An der Platitüde "Geld regiert die Welt" ist schon was dran.
War das nicht das, das von G. dem Volke gestohlen wurde. In Wirklichkeit ist es jetzt von den Demokratisierern gestohlen worden.
Wozu sonst sollte Libyen jetzt sein Öl verkaufen, es könnte auf höhere Ölpreise warten. Geld sollte es ja genug haben.
Ich habe mal nur von 200 Millionen gehört die zurückgeflossen sind, aber eigentlich sollten es Hunderte Milliarden sein
...diese Ihre Schätzung eigentlich?
Die von Ihnen reklamierten Zahlen sind doch überall nachzulesen. Es gibt eine Wahlkommission, es gibt Wahlbeobachter, es gibt ein Netz von Wahlhelfern und es gibt über all eine ziemlich breitgefächerte Diskussion in Libyen, samt Presseecho dort und international. Es gibt Kritik, es gibt Anschläge, es gibt lokal manchmal Unruhe und es gibt sogar ein gewisses Chaos; aber es gibt ebenso einen enormen Andrang vor den Wahllokalen und dass sich bereits 80% der Wahlberechtigten in die Wahllisten eintragen ließen macht das „Chaos“ von 142 Parteien und 2500 Kanditaen doch einigermaßen wett – finden Sie nicht auch?
Übrigens, jemand, der die syrische Wahlfarce nicht nur hingenommen, sondern auch noch als Beweis für den demokratischen Reformwillen des dortigen Diktator hoch gejubelt hat, der sollte doch auch in der Lage die gleichen Maßstäbe einmal an diese Referendumskarikatur anzulegen.