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Libyen: Ministerpräsident stürzt über Vertrauensfrage

AFPAuch der zweite Anlauf zur Bildung der ersten demokratisch gewählten Regierung in Libyen ist gescheitert: Das Parlament lehnte die von Ministerpräsident Mustafa Abu Schagur vorgelegte Kabinettsliste ab - und sprach ihm das Misstrauen aus.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-859971.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auch der zweite Anlauf zur Bildung der ersten demokratisch gewählten Regierung in Libyen ist gescheitert: Das Parlament lehnte die von Ministerpräsident Mustafa Abu Schagur vorgelegte Kabinettsliste ab - und sprach ihm das Misstrauen aus.

    Libyen: Ministerpräsident verliert Vertrauensfrage - SPIEGEL ONLINE
    Wenn man " die Sicherheit wieder herstellen" will, hat es ja schon mal Sicherheit gegeben.
    Wann war denn das?
  2. #2

    optional

    Klingt nach einer ziemlich freiheitlich-demokratischen Sache, das ganze. Der Rechtsstaat kommt allmählich in die Gänge und es gibt keine Gewalt mehr, wie damals unter Gadaffi üblich.
  3. #3

    Zitat von horsteldorf Beitrag anzeigen
    Klingt nach einer ziemlich freiheitlich-demokratischen Sache, das ganze. Der Rechtsstaat kommt allmählich in die Gänge und es gibt keine Gewalt mehr, wie damals unter Gadaffi üblich.
    War das jetzt ihr Ernst?


    Hinweise/Tips.
    120000 Bewaffnete in Milizen organisiert.
    Laut AI und HRW tausende Gefangene in Händen der Milizien in illegalen Gefängnissen.

    Knapp 1,7 Millionen gingen zur Wahl.
    Es gibt aber mindestens 3,5 Millionen erwachsene Libyer.
  4. #4

    Doch, doch ...

    Zitat von horsteldorf Beitrag anzeigen
    Klingt nach einer ziemlich freiheitlich-demokratischen Sache, das ganze. Der Rechtsstaat kommt allmählich in die Gänge und es gibt keine Gewalt mehr, wie damals unter Gadaffi üblich.
    Die Gewalt ist in Libyen überall present und zwar massiv, deshalb ist der Ministerpräsident auch gestürzt, weil seine Minister nichts dagegen ausrichten konnten und auch kein Programm diesbezüglich unterbreiten konnten.
    Das Parlament ist zwar demokratisch konstituiert und agiert auch in einer demokratischen Form wie es bei uns unüblich ist, zeigt sich aber politisch schwach und ohne Schutz. Deshalb reagieren die Abgeordneten auch so heftig.
    Im Grunde ist es eine grosse Zeltversammlung, dem ein starker Moderator fehlt.
  5. #5

    Rein materiell und marktwirtschaftlich

    Bei all dem interressanten Geschwafel über Demokratie und Misstrauen und so...
    Wer streicht zur Zeit eigentlich die Gewinne aus den Ölverkäufen ein?
    Was ist eigentlich aus dem Trinkwasserprojekt in der Wüste geworden?
    Ist Bildung und Krankenversorgung immer noch total despotisch kostenlos, oder hat man wichtigere Sachen zu regeln.
    Die Jubelrufe über die gewonne Freiheit kamen ja, vor allem auf youtube, von den Freiheitskämpfern, denen der große Freiheitsbringer jetzt mit Vergeltung droht, nur weil diese Leute ihre Dankbarkeit ein wenig zu feurig zeigten.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auch der zweite Anlauf zur Bildung der ersten demokratisch gewählten Regierung in Libyen ist gescheitert: Das Parlament lehnte die von Ministerpräsident Mustafa Abu Schagur vorgelegte Kabinettsliste ab - und sprach ihm das Misstrauen aus.

    Libyen: Ministerpräsident verliert Vertrauensfrage - SPIEGEL ONLINE
    Um die derzeitige Probleme zu verstehen muss man die Kultur und die Vergangenheit der Libyer kennen. Libyer sind ein Stammesvolk,auch unter Gaddafi hat die Tradition bestanden und über 2000 Stämme hatten ihre Gebiete die sie selbst verwaltet haben,es ist für einen Stamm unvorstellbar,dass jemand aus Tripolis einfach so dem Stamm etwas befehlen kann oder gar etwas wegnehmen.
    Die Stämme haben nicht umsonst gegen Gaddafi gekämpft und haben sich mehr erhofft,denn mit Gaddafi ging es sehr gut,Gaddafi hat es geschafft die Stämme über 40 jahrelang zusammenzuhalten und alle Konflikte konnten geregelt werden. Jeder Stamm hatte sein Gebiet und jeder Stamm hat vom Staat eine gewisse Summe an Geld bekommen,die der Stamm selbst verwaltet hat,ausserdem gab es sehr viel Unterstützung vom Staat für Bauer und Viehzüchter,es gab Oasen in Sahara wo Orangen und anderes Obst eingebaut wurde.
    Was ich damit sagen will ist,dass die Libyer jetzt im Chaos leben,sie verstehen nicht was man von ihnen will und was das Wort Demokratie bedeutet. Die Libyer dachten nach dem Tod von Gaddafi,es wird besser gehen, als zuvor aber die Realität sieht anders aus und die Libyer sind einfach enttäuscht und schockiert von dem was sie mit dem Sturz Gaddafis erreicht haben. Früher haben alle Stämme nebeneinander gelebt,sowohl schwarze als auch araber und jetzt werden die schwarzen verjagt..deswegen klappt die Regierungsbildung nicht,weil wir den Menschen in Libyen alles genommen haben,alle Städte zerstört und aus 6 millionen gastfreundlichen und netten Menschen, wurden 6 Millionen verwirrte und desillusionierte Schicksale, die nicht wissen was und warum all das um sie herum passiert,sie haben sehr gut gelebt,Lebensstandart war der höchste in Afrika und auf einmal ist alles weg,die Milizen herrschen über Städte,die Regierung hat keine Kontrolle über das Land,ja nicht mal über den Flughafen...Den Menschen in Libyen ging es unter Gaddafi nie schlecht,die Menschen haben gegen Gaddafi gekämpft,weil sie sich noch besseres Leben gewünscht haben aber die Realität sieht anders aus.
  7. #7

    Machtkämpfe mit offenem Ausgang

    Die Rangeleien um die Macht sind z.T. persönlichen Interessen, regionalen und vor allem aber Positionskämpfe der Stämme geschuldet. Deutliches Zeichen ist neben dem Sturz Schagurs die aktuelle Belagerung und Abschnürung der Warfallah-Hochburg Bani Walid durch Milizen vor allem aus Misurata.
    Die in Libyen einst tonangebende Warfallah hatte bei der Wahl zum Ministerpräsidenten ihren Repräsentanten Dschibril ins Rennen geschickt, der dann knapp unterlegen war.
    Würde sich ein Dschibril durchsetzen, werden sich sowohl Misurata als auch Benghazi von Tripolis absetzen wollen bis hin zur Unabhängigkeit.
    Alles bleibt offen.
  8. #8

    Zitat von horsteldorf Beitrag anzeigen
    Klingt nach einer ziemlich freiheitlich-demokratischen Sache, das ganze. Der Rechtsstaat kommt allmählich in die Gänge und es gibt keine Gewalt mehr, wie damals unter Gadaffi üblich.
    Der US-Botschafter, seine Mitarbeiter, respektive deren jeweiligen Angehörigen haben da evtl. eine abweichende Meinung.
  9. #9

    Kyrenaika

    Zitat von robert.haube Beitrag anzeigen
    Die Rangeleien um die Macht sind z.T. persönlichen Interessen, regionalen und vor allem aber Positionskämpfe der Stämme geschuldet. Deutliches Zeichen ist neben dem Sturz Schagurs die aktuelle Belagerung und Abschnürung der Warfallah-Hochburg Bani Walid durch Milizen vor allem aus Misurata.
    Die in Libyen einst tonangebende Warfallah hatte bei der Wahl zum Ministerpräsidenten ihren Repräsentanten Dschibril ins Rennen geschickt, der dann knapp unterlegen war.
    Würde sich ein Dschibril durchsetzen, werden sich sowohl Misurata als auch Benghazi von Tripolis absetzen wollen bis hin zur Unabhängigkeit.
    Alles bleibt offen.
    Weil der Staat Libyen eh ein künstliches Konstrukt ist, und gar nicht mal so alt, wäre eine Aufteilung in homogenere Teilstaaten vielleicht das Beste. Denn genau darum scheint es der Bevölkerung zu gehen. Dass ihre jeweilige Region besser repräsentiert wird, regionale Autonomie und mehr Selbstbestimmung. Wohlstand für alle und wirtschaftlicher Wachstum ist nur möglich, wenn Frieden und Gerechtigkeit herrscht








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