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Liberale US-Muslime: "Gay ist okay"

Sandra SperberFrauen leiten Gebete, Homosexuelle sind akzeptiert und gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt: In den USA findet eine Gruppe liberaler Muslime mehr und mehr Anhänger. Einer ihrer führenden Köpfe ist ein offen schwul lebender Imam.

Schwuler Imam in den USA leitet Gruppe liberaler Muslime - SPIEGEL ONLINE
  1. #30

    Zitat von meinmein Beitrag anzeigen
    Das ist ja alles ganz nett, aber warum überhaupt irgendeiner ausgedachten Gottheit huldigen. Die Menschheit könnte viel friedlicher zusammenleben, wenn sie nur ein paar Regeln nach der Art des kategorischen Imperativs beherzigte. Religion schadet nur.
    Dass auch der kategorische Imperativ eine Menge Schwächen hat und als Lebensregel völlig ungeeignet ist, wusste man schon im 19. Jahrhundert. So wurde der kategorische Imperativ z.B. angewendet, um die Ablehnung von Homosexualität zu begründen, denn es kann ja aus reproduktionstechnischen Gründen nicht wünschenswert sein, dass jeder (oder zumindest ein größerer Teil der Gesellschaft) homosexuell sei. Für einen Heterosexuellen besteht darin auch überhaupt kein Problem, denn die Maxime, dass Homosexualität verboten sein soll, kann er ohne Schwierigkeiten als allgemeines Gesetz fordern, es schadet ihm ja nicht.

    Ich denke nicht, dass ohne Religion ein friedlicheres Zusammenleben gegeben wäre. Unfrieden entzündet sich an Unterschieden, aber Unterschiede bilden zugleich auch Identität. Und auf der Identitätssuche können banalste Unterschiede zur Abgrenzung herhalten. Man denke nur an die gewaltsamen Ausschreitungen nach einem Bundesliga-Spiel. Oftmals ist es sogar so, dass sich die ähnlichsten Gruppen am schärfsten bekämpfen.

    Solange also Menschen nach einer Identität streben, solange wird das Potential des Unfriedens existieren. Eine Abwesenheit von Religion wird daran nichts ändern, weil es nicht die Religion selbst ist, die die Menschen gegeneinander aufbringt, sondern das Bedürfnis, sich abzugrenzen und "besser" zu sein als die anderen. Das 20. Jahrhundert hat auch sehr eindrucksvoll gezeigt, dass auch in Abwesenheit einer prägenden Religion furchtbarste Gräueltaten möglich sind. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Ruanda-Konflikt, wo es einen rassistisch motivierten Genozid der Hutus an den Tutsi gab, obwohl vor 80 Jahren der einzige Unterschied zwischen den beiden Gruppen darin bestand, ob man mehr oder weniger als 10 Rinder hatte.
  2. #31

    Laß mich raten,
    dieser Herr Imam, Daayiee Abdullah, hieß mal, Dave Adams, oder John Smith oder wie auch immer und ist offensichtlich ein waschechter US-Amerikaner, der zum Islam kovertiert ist, so wie Mohammed Ali (aka: Cassius Clay) und viele andere.

    Die große Mehrheit der muslimischen Coummity in USA wird in sowieso nicht akzeptieren, und von den arabischen und anderen Muslimen weltwet, ganz zu schweigen.
    Der Mann und seine Anhänger werden also ausgestoßen und als Sekte betrachtet.

    Also eine verschwindend geringe Minderheit und dementsprechend finde ich lustig wie SPON aus Nichts viel Larm macht.
    Als wäre es was Revolutionäres.
    Solche Fälle gibt es ja in anderen Religionen, schon lange. Also solche "Priester-Rebellen" die aber von der jeweiligen offiziellen Religion und der Mehrheit der Gläubigen nicht als Teil ihrer Religion annerkant werden. Zum Beispiel im Judentum, in der KK usw.. Also nichts Neues.
  3. #32

    ohne

    Zitat von h.hass Beitrag anzeigen
    Jeder biegt sich seine Religion offensichtlich so hin, wie es ihm in seinen persönlichen Kram passt. Eine liberale, schwulenfreundliche Auslegung des Islam ist mir allemal lieber als eine intolerant-orthodoxe, aber es stellt sich doch die Frage, warum man auf die Religion als sinnstiftende Krücke nicht gleich ganz verzichtet, wenn sowieso alles nur Auslegungssache ist.

    Mir selber bleibt es auf ewig unbegreiflich, weshalb man sein ganzes Leben an jahrtausendealten Texten ausrichtet und seinen Lebensinhalt darin sieht, diese ständig zu interpretieren und auf seine persönlichen Bedürfnisse hinzubiegen.
    Weil es für die meisten Menschen eine ungeheure Schwierigkeit bedeutet, freiheitliches und gleichzeitig verantwortliches Handeln aus sich selbst heraus zu leben. Sie brauchen es, dass ihnen immer jemand sagt, wie es sein muss, was sie zu tun haben und was nicht. Statt diese Einsichten aus den eigenen Erfahrungen zu gewinnen, brauchen viele Menschen eine Instanz, die keinen menschlichen Irrtümern oder Zweifeln unterliegt. Sie möchten ihre grundlegende Verantwortung für ihr Gelingen auf dieser Welt wegdelegieren. Vor der Freiheit, das Falsche zu denken oder zu tun, fürchten sie sich. Gleichzeitig möchten sie in der Gewissheit leben, dass ihrer Spezies im Universum eine außergewöhnliche Rolle zugedacht wurde. Die Menschen glauben, dass von allen Lebewesen, ja von allen Dingen, auf sie die Unvergänglichkeit, das ewige Leben wartet. So werden sie gleichermaßen von Hybris und Furcht geleitet.
  4. #33

    Zitat von metbaer Beitrag anzeigen
    Sind die Kernthesen von Jesus nichts anderes als eine Art der Auslegung der 'goldenen Regel'?
    Wieso müssen sich Religion und kategorischer Imperativ ausschließen?

    Das Problem sind nicht die Religionen, sondern die Menschen. Fundamentalismus schadet immer - das betrifft übrigens nicht nur die bösen Religionsanhänger, sondern auch fundamentalistische Atheisten, die dringend jedem ihre Überzeugung aufdrängen wollen, dass gläubige Menschen Idioten seien und wir uns bitte doch alle an der Philosophie orientieren sollten. Frage mich, wo der Unterschied ist, ob mir ein gläubiger oder ein atheistischer Fundamentalist sagt, wie ich gefälligst zu denken und zu glauben habe...
    Meines Erachtens macht sich der Unterschied zwischen Atheisten und Glläubigen, wie sie leben und glauben, daran fest, dass die Atheisten ihre Ansichten immer den veränderten Lebensbedingungen anpassen und aus ihren eigenen Lebenserfahrungen schöpfen, während die Gläubigen sich an uralte Schriften klammern, in denen zwar auch Weisheiten und Wahrheiten stehen, aber auch viel Unnützes, Überholtes oder Gefährliches, doch der Gläubige wird nie ein Wort aus jenen Büchern so bezeichnen. Der Atheist vertraut auf sich selbst, lebt aber auch mit seinen Irrtümern und Fehlern. Der Gläubige vertraut auf Gott und nennt Fehler und Irrtümer Sünden.
  5. #34

    Zitat von Steinwald Beitrag anzeigen
    Das mag man ja ganz toll finden, allerdings möge man bedenken, daß es diesen ganzen Mist gar nicht gäbe, gäbe es keine Religionen. Das Problem ist nicht, ob einer schwuppenfeindlich ist oder ein offener Homo, sondern daß die meisten Menschen sich ohne religiöse Verpestung des Hirns gar nicht drum kümmern würden, ob einer schwul ist oder nicht. Religionen sind wahrlich die Pest der Moderne.
    Ich wiederum fürchte, daß zur Diskriminierung einer Minderheit nicht unbedingt eine Religion nötig ist, sowas geht bekanntlich auch mit politischen Ideologien. Muß ich wohl nicht weiter ausführen, denke ich. Menschen neigen leider dazu, auf solche, die irgendwie "anders" sind, einzuprügeln.
  6. #35

    Zitat von Whitejack Beitrag anzeigen
    Dass auch der kategorische Imperativ eine Menge Schwächen hat und als Lebensregel völlig ungeeignet ist, wusste man schon im 19. Jahrhundert. So wurde der kategorische Imperativ z.B. angewendet, um die Ablehnung von Homosexualität zu begründen, denn es kann ja aus reproduktionstechnischen Gründen nicht wünschenswert sein, dass jeder (oder zumindest ein größerer Teil der Gesellschaft) homosexuell sei. Für einen Heterosexuellen besteht darin auch überhaupt kein Problem, denn die Maxime, dass Homosexualität verboten sein soll, kann er ohne Schwierigkeiten als allgemeines Gesetz fordern, es schadet ihm ja nicht.

    Ich denke nicht, dass ohne Religion ein friedlicheres Zusammenleben gegeben wäre. Unfrieden entzündet sich an Unterschieden, aber Unterschiede bilden zugleich auch Identität. Und auf der Identitätssuche können banalste Unterschiede zur Abgrenzung herhalten. Man denke nur an die gewaltsamen Ausschreitungen nach einem Bundesliga-Spiel. Oftmals ist es sogar so, dass sich die ähnlichsten Gruppen am schärfsten bekämpfen.

    Solange also Menschen nach einer Identität streben, solange wird das Potential des Unfriedens existieren. Eine Abwesenheit von Religion wird daran nichts ändern, weil es nicht die Religion selbst ist, die die Menschen gegeneinander aufbringt, sondern das Bedürfnis, sich abzugrenzen und "besser" zu sein als die anderen. Das 20. Jahrhundert hat auch sehr eindrucksvoll gezeigt, dass auch in Abwesenheit einer prägenden Religion furchtbarste Gräueltaten möglich sind. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Ruanda-Konflikt, wo es einen rassistisch motivierten Genozid der Hutus an den Tutsi gab, obwohl vor 80 Jahren der einzige Unterschied zwischen den beiden Gruppen darin bestand, ob man mehr oder weniger als 10 Rinder hatte.
    Ich gebe Ihnen Recht. Aber Religionen haben gegenüber den "normalen Auseinandersetzungen" die fatale Möglichkeit, alles und jedes mit Gottes Willen zu begründen, und dieser ist natürlich unantastbar. Insofern ist man im Kampf gegen ein religiöses Ge- oder Verbot immer der Verlierer, denn man kämpft ja gegen Gott persönlich. Die Menschen müssen aber wissen und lernen, dass alle ihre Taten, die guten wie die bösen, aus ihnen selbst entspringen und sie die Verantwortung dafür übernehmen müssen. Wenn ich eine schlechte Tat begehe und dafür auch noch Gottes Wort dafür heranziehen kann, dann wird eine schlechte Tat noch furchtbarer. Wenn ich einen Krieg führe, weil ich erobern will, dann ist das nicht schön, aber ehrlich. Wenn ich sage, Gott will es und er ist auf unserer Seite (!), dann ist das schändlich.
  7. #36

    Zitat von meinmein Beitrag anzeigen
    Das ist ja alles ganz nett, aber warum überhaupt irgendeiner ausgedachten Gottheit huldigen. Die Menschheit könnte viel friedlicher zusammenleben, wenn sie nur ein paar Regeln nach der Art des kategorischen Imperativs beherzigte. Religion schadet nur.
    der kategorische imperativ öffnet verbrechern haus und hof, nach dem kategorischen imperativ dürfen sie einen vergewaltiger der sich gewaltsam zugang zu ihrem haus verschaft nicht anlügen wenn er sie fragt wo ihre frau und tochter sind, ich hoffe sie sind sich dessen bewusst. utilitarismus wäre angebrachter,denn dem zufolge darf man tyrannen töten(der kat imp verbietet auch dies), außerdem kann er mit religion vereinbart werden. just saying
  8. #37

    Zitat von jayjayjayjay Beitrag anzeigen
    der kategorische imperativ öffnet verbrechern haus und hof, nach dem kategorischen imperativ dürfen sie einen vergewaltiger der sich gewaltsam zugang zu ihrem haus verschaft nicht anlügen wenn er sie fragt wo ihre frau und tochter sind, ich hoffe sie sind sich dessen bewusst. utilitarismus wäre angebrachter,denn dem zufolge darf man tyrannen töten(der kat imp verbietet auch dies), außerdem kann er mit religion vereinbart werden. just saying
    Jedoch ist ihre moralische Verpflichtung das Leben und sich selbst zu schützen wichtiger als nicht zu lügen. Punkt. Menschenwürde > alles. DAS ist Kants Aussage. Lesen sie ruhig mal was von ihm, ist wirklich gut, aber natürlich längst überholt.

    Kants kategorischer Imperativ ist dem Utilitarismus moralisch völlig überlegen.

    Wtf? Man darf Tyrannen töten und das ist mit Religionen vereinbar? Definitiv mit keine Religion die ich kenne.


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