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Liberale US-Muslime: "Gay ist okay"

Sandra SperberFrauen leiten Gebete, Homosexuelle sind akzeptiert und gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt: In den USA findet eine Gruppe liberaler Muslime mehr und mehr Anhänger. Einer ihrer führenden Köpfe ist ein offen schwul lebender Imam.

Schwuler Imam in den USA leitet Gruppe liberaler Muslime - SPIEGEL ONLINE
  1. #10

    logo

    logo findet ein schwuler moslem es OK, dass moslems auch schwul sein dürfen.

    Man frage mal katholische frauen, wie die zum thema frauenordination zu pristerinnen stehen. Ich behaupte mal, bis auf ein paar völlig vertrocknete, die das selbständige denken schon immer abgegeben haben, wird sich niemand unter den frauen finden, der nicht dafür wäre.

    Man schaue sich bloß die kruden thesen der HuK, "Homosexuelle und Kirche" an ... es ist ziemlich dramatisch, welch geistige verknotungen nötig sind, um das weltbild bronzezeitlicher patriarchen von ziegenhütenden nomadenstämmen aus der halbwüste mit den modernen erkenntnissen aus aufklärung, medizin, onthologie und menschenrechten auch nur halbwegs in einklang zu bringen!

    Und nur weil ein paar der "ewigen fragen" seinerzeit in die regel-pamphlete und stammesgeschichtsschreibungs-traktätchen dieser patriarchen mit eingebaut wurden, diesen methodisch völlig verwirrten werken irgendeine besondere bedeutung zukommen zu lassen, die dann auch noch "ausgelegt" werden müsste ... bei aller liebe: da ist selbst ein schwuler imam ganz offensichtlich geistig nicht auf der höhe der zeit.
  2. #11

    Religionen

    Zitat von h.hass Beitrag anzeigen
    Jeder biegt sich seine Religion offensichtlich so hin, wie es ihm in seinen persönlichen Kram passt. Eine liberale, schwulenfreundliche Auslegung des Islam ist mir allemal lieber als eine intolerant-orthodoxe, aber es stellt sich doch die Frage, warum man auf die Religion als sinnstiftende Krücke nicht gleich ganz verzichtet, wenn sowieso alles nur Auslegungssache ist.

    Mir selber bleibt es auf ewig unbegreiflich, weshalb man sein ganzes Leben an jahrtausendealten Texten ausrichtet und seinen Lebensinhalt darin sieht, diese ständig zu interpretieren und auf seine persönlichen Bedürfnisse hinzubiegen.
    Wer entscheidet denn wie die Religion angewendet werden muss, sicherlich doch nicht die jetzigen Religionsvorsteher selbst?
    Wer Menschen in einer Gemeinschaft zusammenschließen will, der muss dann auch ihre Vielfältigkeit akzeptieren und sie nicht aussschließen und unterdrücken wollen, aber das können Religionen und Ideologienen eben nicht.
    HR
  3. #12

    Zitat von meinmein Beitrag anzeigen
    Das ist ja alles ganz nett, aber warum überhaupt irgendeiner ausgedachten Gottheit huldigen. Die Menschheit könnte viel friedlicher zusammenleben, wenn sie nur ein paar Regeln nach der Art des kategorischen Imperativs beherzigte. Religion schadet nur.
    Sind die Kernthesen von Jesus nichts anderes als eine Art der Auslegung der 'goldenen Regel'?
    Wieso müssen sich Religion und kategorischer Imperativ ausschließen?

    Das Problem sind nicht die Religionen, sondern die Menschen. Fundamentalismus schadet immer - das betrifft übrigens nicht nur die bösen Religionsanhänger, sondern auch fundamentalistische Atheisten, die dringend jedem ihre Überzeugung aufdrängen wollen, dass gläubige Menschen Idioten seien und wir uns bitte doch alle an der Philosophie orientieren sollten. Frage mich, wo der Unterschied ist, ob mir ein gläubiger oder ein atheistischer Fundamentalist sagt, wie ich gefälligst zu denken und zu glauben habe...
  4. #13

    Schön mal positive Geschichten über den Islam zu hören und nicht diese Steinzeit-Muftis. Leider sieht die Gemeinde schon sehr klein aus und da der Imam und die meisten anderen Muslime die ich da sehen konnte, nicht so aussehen als wären sie "geborene" Muslime, wirkt das ganze auf mich (leider) sehr nach Mode Religion, ähnlich wie die ganzen Buddhisten, die kaum Ahnung vom tatsächlichen Buddhismus haben. Aber mal schauen, vielleicht kommt die Bewegung ja voran.
  5. #14

    ...

    Zitat von metbaer Beitrag anzeigen
    ...sondern auch fundamentalistische Atheisten, die dringend jedem ihre Überzeugung aufdrängen wollen...
    Dieses Monopol besetzen bereits die Religionsanhänger.

    Atheisten wollen lediglich nicht durch Frömmeleien und Missionierungsbestrebungen belästigt werden.
  6. #15

    Wenn dies die gemäßigte Version und die liberale Alternative

    zum Fundamentalismus sein soll, dann gibt es praktisch keine. Das ist mehr ein Moslemfreak für fast alle sehr konservativen Moslems und wird sich niemals durchsetzen. Nur schwul sein dürfen ist kein säkularisierter Glaube. Erst wenn die Gläubigen das Primat des Staates, der Meinungsfreiheit und der Menschenrechte anerkennen, dann sind sie frei vom Fundamentalismus. Aber solche Reformer gibt es bei den Moslems bisher viel zu wenig. Unter religiösen Moslems findet eine solche intellektuelle Auseinandersetzung nicht statt, weil die wirklich Klugen nicht wirklich fromm sind. Daher beherrschen die Dümmeren und Drittklassigen die moslemische Scene mit rückwärtsgewandten Parolen. Ein großer aufgeklärter moslemischer Denker, der bereit ist, sich gegen den Fundamentalismus durchzusetzen, ein moslemischer Luther, ist weit und breit nicht in Sicht
  7. #16

    kein Titel

    Bleibt ja doch noch etwas Hoffnung, dass der Islam seine "Zeit der Aufklärung" findet, die die westliche Welt doch sehr viel weitergebracht hat (auch wenn inzwischen die Radikalinskis ja offensichtlich wieder auf dem Vormarsch sind). Und sei es nur durch den Kontakt mit anderen Kulturen außerhalb des Mittleren Ostens. Allerdings dürfte trotz "großem Zulauf" diese Strömung nur ein winziger Teil der Islamischen Welt sein, es wird sicher noch Jahrzehnte dauern, bis der Islam als ganzes im 21. Jahrhundert angekommen ist und es nicht mehr nur die Entscheidung des Einzelnen ist, ob er seine Religion in den westlichen Alltag eingliedern will.

    Fairerweise muss man aber auch anmerken, manche meiner - gerade jüngeren - Bekannten beginnt gerade sich christlichen Strömungen anzunähern, denen man vielleicht in den 50ern gefolgt ist. Wenn es um Religion geht, scheint bei vielen Leuten der gesunde Menschenverstand auszusetzen.
  8. #17

    Der Unterschied ist

    Zitat von metbaer Beitrag anzeigen
    Sind die Kernthesen von Jesus nichts anderes als eine Art der Auslegung der 'goldenen Regel'?
    Wieso müssen sich Religion und kategorischer Imperativ ausschließen?

    Das Problem sind nicht die Religionen, sondern die Menschen. Fundamentalismus schadet immer - das betrifft übrigens nicht nur die bösen Religionsanhänger, sondern auch fundamentalistische Atheisten, die dringend jedem ihre Überzeugung aufdrängen wollen, dass gläubige Menschen Idioten seien und wir uns bitte doch alle an der Philosophie orientieren sollten. Frage mich, wo der Unterschied ist, ob mir ein gläubiger oder ein atheistischer Fundamentalist sagt, wie ich gefälligst zu denken und zu glauben habe...
    dass Sie Atheist durch reines Denken werden und religiös durch angeborenen Aberglauben. Der Mensch hat von der Natur her einen Hang zum Aberglauben, den er in seiner jeweiligen Kirche durch Riten und psodointellektuelle Auseinandersetzungen überhöht.
  9. #18

    Guter Ansatz!

    Bei einem schwulen Imam kann ich das Argument vieler verstehen, er und andere würden/müssten sich ihre Religion zurecht biegen. Aber Hauptsache einer fängt mal an, neuzeitlich zu denken! Ich wünsche mir also, dass (auch) heterosexuelle Muslime diese Bewegung unterstützen!
  10. #19

    Erfahrungshorizont

    Zitat von Mister_S Beitrag anzeigen
    Muslime die ich da sehen konnte, nicht so aussehen als wären sie "geborene" Muslime.
    wie sehen die "geborenen" Muslime aus, wie Bosnier, Kaukasier (siehe Kadyrov, der ist blond), oder wie die Somalis, Nigerianer, Indonesier, Malayien oder oder oder
    Das viele in Europa halt ein ethnisches Bild von Muslimen haben als "Araber" oder aehnlich aussehende Voelker liegt am eigenen Erfahrungshorizont.


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