Ich muss sagen, ich halte nicht viel von der Kritik am Bachelor System.
Ich bin selbst Bechelorstudent im 5. Semester und kann nicht nachvollziehen, weshalb man während des Bachelorstudiums keine Zeit zum "erweitern des Horizontes" sein soll.
Zum einen kenne ich bereits Bechelor Studenten im 16 Semester, zum anderen halte ich es für Aktivitäten außerhalb der Uni nicht für notwendig soviele Semester zu studieren.
Ich kann nicht von mir behaupten besonders fleißig zu sein, aber ich besuche regelmäßig in die Vorlesungen, Übungen und Seminare und mache die Aufgaben zu zu ungefähr 60%. Damit habe ich, und meinen meisten Kommilitonen ergeht es wohl ähnlich damit habe ich im Semester ungefähr 30h/Woche.
Mein Studium besteht ab dem 5. Semester ausschließlich aus Wahlpflichtkursen, wobei die Auswahl zumindest so groß ist, dass es Kommilitonen gibt mit denen ich keine gemeinsamen Kurse mehr besuche.
Im letzten Semester hatte ich auch genug Zeit, eine Veranstaltung nur aus Interesse, ohne Scheinpflicht zu besuchen.
Außerhalb meines Studiums bleibt mir genug Zeit nahezu jedes Wochenende im Sommer regattasegeln zu gehen und 3 Tage in der Woche jugendlichen Segeltraining anzubieten. In den Semesterferien kann ich selber Meisterschaften segeln und Trainingslager anbieten.
Wenn ich mir dagegen überlege wie ein Diplomstudium von mir ausgesehen hättte, komme ich zu dem Schluss, dass es wahrscheinlich mit deutlich geringerem Aufwand im Semester ausgekommen wäre. Dafür aber in Vorbereitung auf die Vordiploms/Diplomprüfung einige Monate lang den gesamten Stoff selbst bei bringen müssen.
Dabei hätte ich zum einen nur das
Prüfungsrelevante, und ncihts nebenher gelernt, zum anderen einige Wochen für nichts anderes Zeit gehabt.
Einzig im Wissenschaftlichen arbeiten wäre ich wohl durch mehr Haus- und Studienarbeiten besser ausgebildet worden.
Durch größtenteils freie Semesterferien (141 Tage dieses Jahr) ausreichend Zeit ist, Dinge außerhalb der Uni oder zusätzlich in der Uni zu machen.
Sicherlich hat jemand der 25 Semester auf Diplom studiert hat mehr Zeit für andere Dinge, nur nutzen die wenigsten Studenten diese für wissenschaftliche zwecke, und die die das möchten, können weiterhin ein Master- und Doktorstudium machen.
Und wer gerne andere Dinge machen möchte wie der Skateboarder, kann das auch tun, nur kann er sich dann nicht mehr Student nennen, was er ja eigentlich auch nicht ist.
Und für Mütter/Väter oder finaziell benachteiligte, gibt es ja auch weiterhin diverse Ausnahmeregelungen für Pausen während des Studiums, zudem ist es ja auch weiterhin Möglich ohne größere Nachteile 1-2 Semester länger als Regelstudienzeit am Bachelor zu studieren.