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Lettlands Wirtschaftsminister übers Sparen: "Ohne Opfer geht es nicht"

APGriechenland muss radikal sparen, Lettland hat das schon hinter sich: In der Finanzkrise wurde der Baltenstaat mit Milliarden gerettet, mittlerweile wächst er rekordverdächtig. Wirtschaftminister Daniels Pavluts über das Geheimnis der schnellen Erholung - und die Kosten für die Gesellschaft.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-860542.html
  1. #1

    Das sollte doch die letzten Keynesianisten überzeugen,

    dass es ohne Sparen nicht geht und dass Keynesianismus ein Irrweg ist.

    Hitler war der erste Keynesianer und er hat wie verrückt Autobahnen am Bedarf vorbei gebaut. Es ist ein Faktum, dass die deutsche Wirtschaft bis 1939 nicht wuchs und die Bevölkerung Wohlstandsverluste hinnehmen musste.

    Dann kam die Gruppe Ulbricht. Keynesianismus ist bekanntlich eine seichte Form des Sozialismus, in der man den Staat für einen unfehlbaren Investoren hält. Wie sich die DDR-Wirtschaft entwickelt hat, wissen wir aus den Geschichtsbüchern.

    Auch die USA sind nicht frei von Keynesianismus und sozialen Träumen. Durch die Immobilienförderung entstand die Immobilienblase. Die Banken wurde gezwungen jeden noch so armen Schlucker einen Immobilienkredit zu geben und so entstanden jede Menge Giftpapiere, die um die Welt gingen. Vor allem zu den deutschen Landesbanken. Dort haben Beamte und Politiker das Wort und waren blöd genug, die Giftpapiere zu kaufen. Die WestLB ist nun pleite. Besser wäre es gewesen, wenn die Politik schon vor Jahren gesagt hätte: Es ist nicht die Aufgabe des Staates, Banken zu betreiben, also wickeln wir die WestLB ab. Skandäle gab es auch vorher schon mehr als genug.

    Sozialismus haben wir auch im Energiesektor. Solarkraft, Windkraft, Biogas... das sind milliardenschwere Fehlinvestitionen.
  2. #2

    Zitat von gustavsche Beitrag anzeigen
    dass es ohne Sparen nicht geht und dass Keynesianismus ein Irrweg ist.

    ...
    Jau, das kann man natürlich glauben, wenn man außer acht lässt, dass die Wirtschaftsleistung Lettlands durch die Reformen mal eben auf die Hälfte eingedampft wurde. Dauerhaft! Das verschweigt der interviewte Herr natürlich, und eben auch der Stichwortgeber vom Spiegel.
    Ihre weiteren Vergleiche aus der Geschichte (Hitler, Ulbricht) sind übrigens hanebüchen.
  3. #3

    Realität?

    Zitat von cemi Beitrag anzeigen
    Jau, das kann man natürlich glauben, wenn man außer acht lässt, dass die Wirtschaftsleistung Lettlands durch die Reformen mal eben auf die Hälfte eingedampft wurde. Dauerhaft! Das verschweigt der interviewte Herr natürlich, und eben auch der Stichwortgeber vom Spiegel.
    .
    Bei den Interviews mit lettischen und estnischen Politikern zur achsoerfolgreich überlebten Wirtschaftskrise bin ich immer wieder am Grübeln, mit wie wenig Kontakt zur Realität hier Aussagen gemacht werden, die der Westen "hören will".

    Egal ob Lettland oder Estland: ich bin in beiden Ländern viel unterwegs und schon 5 km außerhalb der Hauptstadt trifft man auf eine Armut, die ganz schnell das skrupellose Ausnützen der "Leidensfähigkeit der Bevölkerung" in Frage stellt.

    Ganz sicher haben die Politiker in einer Beziehung recht: man muß auch unpopuläre Entscheidungen treffen, anstelle aus Angst vor egal welcher Entscheidung sein ganzes Land zu lähmen. Bei uns Deutschen wird das Phänomen "German Angst" genannt.

    Aber unpopuläre Entscheidungen, die sich auf der einen Seite in einem Villen-Freilichtmuseum der Maffia in Jurmala und einer erstaunlich hohen Porsche-Cayenne-Dichte in Riga, auf der anderen Seite aber knieenden alten Menschen im Kartoffelfeld niederschlagen, sollten im Westen auf keinen Fall Vorbildfunktion einnehmen. Allein daß die Schere zwischen extremer Armut und ebenso extremem Reichtum so weit auseinanderklaffen kann, ist kein Zeichen "guter Politik".
  4. #4

    Misstöne

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Griechenland muss radikal sparen, Lettland hat das schon hinter sich: In der Finanzkrise wurde der Baltenstaat mit Milliarden gerettet, mittlerweile wächst er rekordverdächtig. Wirtschaftminister Daniels Pavluts über das Geheimnis der schnellen Erholung - und die Kosten für die Gesellschaft.

    Interview mit Lettlands Wirtschaftsminister Daniels Pavluts - SPIEGEL ONLINE
    Lettland schränkt seine Sozialleistungen nicht ein, weil es kaum Sozialleistungen hat. Das lettische Sozialsystem beruht darauf, dass ein großer Teil seiner Einwohner legal und illegal im Ausland schuftet, um Eltern, Kinder und Angehörige durch finanzielle Überweisungen über Wasser zu halten. Unser feiner Musiker Daniels Pavluts muß schon die Lautsprecher voll aufdrehen, um die Schmerzenslaute der eigenen Bevölkerung zu übertönen.
  5. #5

    Hat sich jemand mal die Frage

    gestellt, welche Gruppen am Ende dieses sog. "Spar-prozesses" gewinnt? Hat das Volk je gewonnen in dem es selber bei sich gespart hat? Sparen beim Volk bedeutet ganz einfach, dass die Banken und Gläubiger vom Volkswirtschaftlichen Einkommen mehr abbekommen? Eine Frage: Was haben die Banken und Gläubiger während der volkswirtschaftlichen Gesamtleisstung eigentlich getan? Richtig, das Geld was sie "gedruckt" haben, haben Sie wieder eingesammelt.
  6. #6

    Leistungsbilanzdefizit, steigende Staatsschuldenquote

    Der Beitrag schweigt sich leider ueber das lettische Leistungsbilanzdefizit aus sowie ueber die (trotz oder wegen des Sparens) steigende Staatsschuldenquote.
  7. #7

    Lettland - Staatsschuldenquote

    Die lettische Staatsschuldenquote (Zentralregierung) ist mit dem Sparen von 22,9% (2008) auf 49,9% (2010) gestiegen. Das lettische Haushaltsdefizit betrug Lettland 6,8% (2010). Die Verringerung der Staatsausgaben war zwischen 2008 und 2011 in allen europaeischen Laendern verbunden mit einem Anstieg der Staatsschuldenquote. Je mehr "gespart" wurde, umso mehr ist die Wirtschaft geschrumpft, umso mehr stieg die Staatsschuldenquote. Lettland ist da keine Ausnahme.
  8. #8

    Exportgetriebenes Wachstum??

    Deutschland's Wachstum beruht auf dem Export - leider. Und das fuehrt in Deutschland zu einem immer mehr steigenden Leistungsbilanzueberschuss. Lettland aber weist seit 1995 mit der Ausnahme von 2 Jahren deutliche Leistungsbilanzdefizite auf, auch im Jahr 2011.
  9. #9

    Weimarer "Sparkurs"!

    Zitat von gustavsche Beitrag anzeigen

    Hitler war der erste Keynesianer und er hat wie verrückt Autobahnen am Bedarf vorbei gebaut.

    Es war das ausdrueckliche Ziel von Keynes, eine marktwirtschaftliche Loesung gegen Rezessionen (damals auf Deutsch noch "Konjunkturstockungen " genannt) zu finden. Keynes hat sich damit ausdruecklich gegen das sozialistische System gestellt. Keynes sah, dass Wirtschaftskrisen demokratiegefaehrdent sind, weil die extremen Parteien auf der linken und der rechten Seite in demokratischen Systemen vermehrt Zulauf haben, wenn es den Buergern schlecht geht. In Deutschland hatte von 1929-1933 eine extreme Wirtschaftskrise geherrscht, auf die die Weimarer Politik mit "Sparen" und die Deutsche Notenbank mit der Verringerung der Geldmenge reagiert hat. Uebrigens war die Krise 1929/1933 begleitet von einer Deflation. Eine Verringerung der Staatsausgaben hat sich historisch als Wegbereiter fuer politischen Extremismus gezeigt. Das sollte man wissen, wenn man "Sparen" fordert.


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