Leistungsschutzrecht: Die wahren Probleme der Verlage

REUTERSDie Verlegerverbände wollen ein Gesetz, um ihr Online-Geschäft aufzubessern: eine Google-Steuer, das Leistungsschutzrecht. In Frankreich hat Google sich mit den Verlagen auf einen Deal geeinigt - beides aber löst nicht die grundlegenden Probleme der Medienhäuser im Netz.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...-a-880779.html
  1. #1

    Danke für den Artikel

    Das ist der beste Artikel, den ich auf SpOn seit langem gelesen habe! Es wurden schön beide Seiten der Medallie beleuchtet und der Leser wird mit Infos statt Meinungen versorgt um sich dann selbst eine Meinung zu bilden. Wirklich gut. Vielen Dank! Weiter so :-)
  2. #2

    überdrehte Werbung

    Selbstverständlich ist bei mir alles an Werbung geblockt, immer und bei allen Browsern auf allen Geräten.

    Wenn ich gelegentlich bei anderen Leuten eine, beispielsweise, SPon-Seite sehe, frage ich mich, wie das jemand aushalten kann. Vor allem, wie man neben dem Blinken hier, dem Textläufen dort, Geräuschen und Popups, Layers und was noch mehr ... wie man da seine Augen stillhalten kann. Hier wird wahrscheinlich das Gehirn als AdBlocker funktionieren. Ich würde mir das nicht antun, dann lieber überhaupt keinen Online-WERBE-Journa-WERBE-lismus.

    Gegen ein bisschen, vor allem RUHIGE Werbung, könnte man nicht viel haben. Würde ich sogar wieder zulassen. Das ist im gedruckten Spiegel schließlich auch so. Also UNBEWEGTE Bilder, bei denen man selber entscheiden kann, ob man sie wahrnimmt oder nicht.

    Ihr solltet man überlegen, ob man durch diese scheinbare Selbstbeschränkung, die in Wirklichkeit keine sein muss. nicht mehr Werbegelder einheimsen kann.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Verlegerverbände wollen ein Gesetz, um ihr Online-Geschäft aufzubessern: eine Google-Steuer, das Leistungsschutzrecht. In Frankreich hat Google sich mit den Verlagen auf einen Deal geeinigt - beides aber löst nicht die grundlegenden Probleme der Medienhäuser im Netz.

    Leistungsschutzrecht: Google-Erpressung ist kein Geschäftsmodell - SPIEGEL ONLINE
    Zu den Adblockern: Das ist reine Notwehr. Blinkende Texte, animierte Grafiken, Werbung mitten im Text stören so dermassen das man sie einfach abschalten muss. Wenn ich mir die Spiegelseite ohne Adblocker ansehe bekomme ich Augenkrebs. Überall blinkt es und bewegt sich etwas, mitten im Text ist eine Flash-Anzeige ... das ist einfach inakzeptabel!

    Ich kann das Problem verstehen aber ich sehe es nicht ein darunter leiden zu müssen. Ich habe darum Adblockplus in default-einstellung inkl. https://adblockplus.org/de/acceptable-ads

    Vielleicht sollte Spon sich mal bemühen dort auch aufgenommen zu werden. Könnte mehr bringen als ein grosses Mediamarkt-Flash das fast niemand zu sehen bekommt.
  4. #4

    Dann mal ran an den Speck ...

    ... ein guter Artikel mit erfreulich sachlichem und detailliertem Inhalt. Jammern und Google-Steuern fordern ist in der Tat ein "Taschenspielertrick" - schöner Vergleich.

    IMHO müssen sich seriöser Journalismus, Angebot, Nachfrage und Werbefinanzierung nicht gegenseitig ausschließen. Besser wäre aber, es ginge ohne Werbung, denn Interessenkonflikte wird es immer geben, wenn ein großer Anzeigenkunde kritische Berichte über sich selber lesen muss.
  5. #5

    Ich denke es wird Zeit, sich mal Gedanken über ein richtiges Geschäftsmodell zu machen.

    Im Moment machen doch alle nur eins: DPA-Meldungen kopieren und Online-Werbung schalten. Super. Die Werbung filtere ich sowieso raus (ich merke immer wieder wenn ich an fremden Rechnern surfe, wie unterträglich das Netz mit der überladenen Werbung ist).

    Was ich für ein besseres Geschäftsmodell halte:
    - Endlich mal wieder kritische, eigene Artikel mit Hintergründen. Alles andere kann ich überall mit >90% Wortgleichheit in den Artikeln nachlesen.
    - Werbung nur gezielt und in verträglichen Mengen, so wie das gerade läuft bleibt der AbBlocker an, definitiv.
    - Eine Paywall ohne große Registrierungsschwelle und mit vernünftigen (bezahlbaren) Preismodellen. Dafür muss man aber erstmal wertige Inhalte bieten (s.o.)

    So wie die News-Webseiten aktuell rumkrebsen kanns doch nicht für immer weitergehen!
  6. #6

    Selber schuld!

    Zitat von Artikel
    Etliche Leser von SPIEGEL ONLINE haben die Werbung ausgeschaltet. Vor allem Firefox-Nutzer schalten ab. Die Nutzer haben dazu eine spezielle Software installiert, die Banner werden gar nicht erst geladen
    Tja, Leute - bedankt euch bei der Werbewirtschaft, welche im Laufe der Zeit mit riesigen, zappelnden und tönenden Werbebannern sowie nervigen Overlays, Klickfallen und Stalking (aka "Tracking") den Bogen überspannt und Onlinewerbung damit schlicht und einfach kaputt gemacht haben. Adblock, Noscript und Ghostery betrachte ich persönlich als Notwehr gegen derartige Mechanismen und habe überhaupt kein schlechtes Gewissen damit. Im Gegenteil: Ich kann es nur jedem empfehlen und fände es überaus begrüßenswert, wenn die Browserhersteller derartige Funktionen "ab Werk" aktiviert mitliefern würden.

    Außerdem: Was über meine Internetanbindung läuft und was nicht und damit _meine_ Bandbreite verbraucht, das bestimme immer noch ich. Genauso, wie mich kein Fernsehsender daran hindern kann, in den Werbepausen den Kanal zu wechseln (zumindest noch nicht, dies zu verhindern wäre sicherlich der feuchte Traum der Werbewirtschaft).
  7. #7

    Micro Payments!

    Ich empfinde Werbung in jeder Form als Zumutung und virtuelle Vermüllung meines Lebens und ich werde alle technischen Möglichkeiten nutzen, mich dieser Zumutung zu erwehren. Werbung ist ein Finanzierungsmodell aus der analogen Offline-Zeit und moralisierende Appelle, doch bitte den Adblocker auszuschalten, sind natürlich zum Scheitern verurteilt. Natürlich muss qualitätsgesicherter Online-Journalismus auch etwas kosten. Das sollte aber durch ein universelles Micro-payment-System organisiert werden, nicht über Werbung. Mit Micro Payment meine ich, dass nicht die Fehler der Musikindustrie wiederholt werden sollten, die für den Download einer CD im Wesentlichen denselben Preis fordern, als würde man den physischen Gegenstand (mit Kosten für Pressung, Lagerhaltung, Versand, erneute Lagerung, Ladenmiete, Verkaufspersonal ...) erwerben.
    Ich stelle mir das so vor, dass bei jedem erstmaligen Aufruf eines Artikels ein niedriger Cent-Betrag fällig wird - ungefähr in der Höhe, in dem sonst durch Werbebanner Geld hereingekommen wäre. Die Idee muss sein, dass der Gesamtbetrag durch Masse zusammenkommt und nicht durch Verkauf von Einzelartikeln zu Mondpreisen wie 10 oder gar 50 Cent. Selbst wenn jeder Artikel nur einen halben Cent kosten würde, kämen durch die schiere Masse ruckzuck 10 Cent pro Tag zusammen. Ein technisches Umgehen wäre zwar sicher auch bei diesem System möglich, würde sich aber einfach nicht lohnen. Wer mag, kann sich ja einmal ausrechnen, was 10 Cent pro Tag von allen SPON-Lesern im Monat so einbringen würden.
  8. #8

    Der Anfang allen Übels war übertriebene Werbung

    Der Artikel gefällt mir, weil er - wie thomasmünchner schon schrieb - beide Seiten den Medaille zeigt und auf die sonst üblich plumpe Meinungsmanifestierung verzichtet.

    Was mich angeht: Ich nutze ebenfalls AdBlocker. Aber erst seit der Zeit als die Websites anfingen exzessiv Werbung zu schalten die dann auch noch aktive Elemente beinhaltete sodass man aufpassen musste bloß nicht mit dem Mauscursor darüber zu fahren. Aus meiner Sicht leider ein Fall von "Selbst Schuld". Sollte das AdBlock-Verhalten gewissen Websites das Leben kosten, so sei es drum. Mittlerweile gibt es dank Flickr und Co. alternative Einnahmemöglichkeiten. Diese Auszubauen sehe ich als machbares Ziel an.
  9. #9

    Mein Problem mit Bezahlinhalten

    Eine schöne Darstellung der Probleme und Lösungsansätze aus Sicht der voran denkenden Informationsmedien. Viele Medien haben sich im Zeitalter der Digitalisierung neu erfinden müssen, doch bleiben guter, tiefgründiger und unabhängiger Journalismus eine rare, kostbare Ware mit unersetzlichem Wert für unsere Gesellschaft.

    Leider aber liegt vermutlich genau darin der drohende Untergang vieler 'Zeitschriften' und 'Zeitungen'. Viele Bürger wären wohl bereit, für eine unabhängige, objektive Berichterstattung zu zahlen. Aber um nicht an vorgefertigten Meinungen der einzelnen Blätter kleben zu bleiben, muss man verschiedene Meinungen verschiedener Blätter einholen. Jeder Bürger bezahlt bereits für die öffentlich Rechtlichen. Wer sich eine eigene Meinung bilden möchte, liest dann vielleicht noch SPON, BBC, Heise... .
    Und meine ehrliche Meinung, in SPON nimmt die Objektivität immer weiter ab, die inszenierte Dramatik und die (zum Teil sehr extrem einsichtigen - gespielten?) Kommentare und Ansichten einzelner Journalisten zu. Das Internet gewinnt im Nachrichtendschungel nicht, weil es kostenlos ist, sondern weil oft 10min Internetrecherche mehr objektive Informationen hervor bringen, als die meisten Artikel, kostenlos oder kostenpflichtig. Für eine Nachrichtenseite würde ich noch zahlen, auch für 2, wenn nicht so teuer wie gedruckte Medien, aber nicht für 10, aus deren Meinungsschnodder man selber die Informationen sammeln muss.