Leipzig, Dresden und Jena: Ostdeutsche*Wachstumsperlen punkten bei Städteranking

Der Osten holt deutlich auf: Im jüngsten Städteranking des Wirtschaftsmagazins "Capital" schaffen es*erstmals drei ostdeutsche Städte*in die*Top Ten. Auch Berlin kann punkten - im Vergleich mit Leipzig und Co. verliert die Hauptstadt*aber an Boden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...780399,00.html
  1. #10

    Angesichts der geflossenen Mittel ist das nicht genug

    Wenn man den Umfang der aus dem Westen in den Osten geflossenen finanziellen Mittel einbezieht, ist das Ergebnis eigentlich wenig berauschend.
    Wenn man die Verwendung der Mittel näher ansieht, kann man über die immense Verschwendung, Fehlplanungen, Protz und die in verschiedenen Korruptionskanälen versickerten Mittel nicht hinwegsehen.
    Was im Osten an Geld sowohl fahrlässig als auch vorsätzlich sinnlos verbrannt worden ist, ist ein Skandal. Nur hat eben niemand Interesse diese Sachen weiter zu verfolgen und eventuell Haftungsfragen zu stellen.
    Sicher hat man im Osten dieses System aus dem Westen übernommen, aber man hat es eben noch perfektioniert, da ja die wenigen vorhandenen "Kontrollmechanismen" noch nicht vorhanden waren. Hinzu kommt, dass "Spitzenbeamte" und "Spitzenmanager" aus dem Westen gemeinsam mit den alten Seilschaften im Osten das System absolut brutal ausgenutzt haben. Der zahlende Westen hätte hier kontrollierend tätig werden müssen, ging aber auch nicht, da ja seitens der "Großen" so schön abgesahnt werden konnte.
    Stünden diese verschwendeten Mittel jetzt zur Verfügung, wäre vieles leichter. Statt dessen macht man trotz angeblich leerer Kassen so weiter - auf Kosten der Bürger.
    Ohne prinzipielle Änderungen in Ost und West kommt irgendwann zwangsweise ein "Knall".
    PS: Ich bin ein im Osten geborener und auch lebender
    selbstständig tätiger Bürger.
  2. #11

    "Ich klage an, die Geschichte", oder was?

    Zitat von mhpur Beitrag anzeigen
    Wenn es erst einmal dazu kommen würde, daß Kommentatoren wie Sie Ihre Unkenntnis, gepaart mit Arroganz, nicht öffentlich auslassen, sondern sich vor dem Schreiben von Kommentaren sachkundig mit der....
    Eine sehr spezielle Ansicht. Eine Transferleistung aus der Betrachtung der Geschichte abzuleiten, das hat schon was.
    Wenn Sie diesen Maßstab anlegen möchten, könnten im Gegenzug auch alle Völker die unter der Kolonialherrschaft gelitten haben, sich Mittels Ihrer Ableitung Reparationszahlungen einfordern.
    Dies ist aber Völkerrechtlich nicht gedeckt.
    Die Geschichte ist ungerecht, genauso ungerecht wie Bodenschätze oder Ländereinen verteilt sind, daraus Ansprüche anzuleiten ist Grotesk.

    Es wurde, je nach Lesart der einzelnen Institute über 1,5 Billionen Euro an Transferleistungen aufgebracht, es wäre nun an der Zeit, dass auch die Ostländer als solidarischen Akt, auf weitere Transferleistungen zu verzichten, große Teile des Westens sind in einem Zustand wie ehemals die DDR.
    Forderungen nach Solidarität sind keine Einbahnstraße!

    Was Sie anprangern können ist der Tatbestand, dass die Wiedervereinigung im überwältigenden Maße von den Arbeitnehmern der Bundesrepublik (West) getragen wurde und nicht von den Kriegsgewinnlern, die Sozialkassen der Arbeitnehmer wurden in einem bisher nicht gesehenen Ausmaß geplündert.
    Wenn Sie nun denken, dass alle Menschen im Westen durch das kapitalistische System reich geworden sind, dann entspricht dies leider nicht den Tatsachen.

    Leider muss ich aber attestieren, dass die Transferleistungen in den Haushalten der Ostdeutschenländer schon als feste Einnahmeposition definiert werden, was nach den Verträgen unzulässig ist.
  3. #12

    Dr.

    Zitat von karlgutknecht Beitrag anzeigen
    Eine sehr spezielle Ansicht. Eine Transferleistung aus der Betrachtung der Geschichte abzuleiten, das hat schon was.
    Wenn Sie diesen Maßstab anlegen möchten, könnten im Gegenzug auch alle Völker die unter der Kolonialherrschaft gelitten .....
    Ich kann Sie beruhigen, dank des Länderfinanzausgleichs werden schlecht geführte Bundesländer wie NRW, Berlin, Bremen usw. langfristig zu Empfängerländern. Sehr wahrscheinlich länger als 25 Jahre, bei den Schulden die da angehäuft wurden.
  4. #13

    Geld wiegt strategische Entscheidungen nicht auf

    Zitat von karlgutknecht Beitrag anzeigen
    Es wurde, je nach Lesart der einzelnen Institute über 1,5 Billionen Euro an Transferleistungen aufgebracht, es wäre nun an der Zeit, dass auch die Ostländer als solidarischen Akt, auf weitere Transferleistungen zu verzichten, große Teile des Westens sind in einem Zustand wie ehemals die DDR.
    Forderungen nach Solidarität sind keine Einbahnstraße!
    Im Zuge dieser Wiedervereinigungskiste -so wie sie gelaufen ist- kamen erstmals Marktradikalinskis mit ihren fanatischen Ansichten zum Zuge.
    So wird von ehemaligen Regierungsmitgliedern der Kohl-Truppe heute durchaus anerkannt, daß die Wirtschaftspolitik jener Zeit im wesentlichen eine Nicht-Politik war: stattdessen sollte der Markt es richten.

    Nun, und das tat er auch; mit verheerenden Folgen bis heute!

    Um trotzdem keine langfristig offenen Fälle zu haben, wurden die verbliebenen Treuhand-"Projekte" schließlich in der Form zum Anschluß gebracht, daß es auf dem Höhepunkt der Zerstörungsraserei Prämien gab für Firmen und Produktionsstätten, die ohne weitere Prüfung geschlossen wurden.
    Eine ganze Industrieregion wurde brachgelegt!

    Der ostdeutsche Arbeiter, der nach dem Schlendrian der DDR die Ärmel hochkrämpeln und Wohlstand schaffen wollten, wurde mit einem Arschtritt davongejagt.
    Die Anlagen wurden verhökert, die Immobilien -dort wo es lukrativ war- verschachert.
    Wirtschaftliche Werte wurden hier seitdem logischerweise nicht mehr geschaffen; aber da man es versäumt hatte, mit den Betrieben auch die nunmehr herumlungernde Bevölkerung abzuwickeln, sind die Folgekosten bis heute immens und durch die öffentliche Hand zu tragen, aber das ist ja nichts Neues.

    So läßt sich im wesentlichen die "wirtschaftliche Erfolgsgeschichte Wiedervereinigung" zusammenfassen, daran ändern auch diverse stark subventionierte Leuchtturmprojekte nichts.
  5. #14

    ...

    Zitat von karlgutknecht Beitrag anzeigen
    Leider muss ich aber attestieren, dass die Transferleistungen in den Haushalten der Ostdeutschenländer schon als feste Einnahmeposition definiert werden, was nach den Verträgen unzulässig ist.
    Das ist falsch, Sachsen wird z.B. immer wieder attestiert, korrekt mit dem Mittel umzugehen. An der sächsischen Haushalts- und Finanzpolitik könnten sich viele Westländer eher ein Beispiel nehmen.
  6. #15

    ...erst informieren, dann motzen!

    Zitat von dirk.kunkel.ronnenberg Beitrag anzeigen
    Ist ja erfreulich, wenn Ostdeutschland mit Transfergeld aus dem Westen aufgehübscht wird.

    Aber irgendwann muss diese Selbstverständlichkeit und das an Chuzpe grenzende Anspruchsdenken, mit denen diese Subventionen angenommen werden, mal aufhören.

    Der Osten muss ja irgendwann mal auf eigenen Füßen stehen und erwachsen werden, ohne ständig dauerhaft am Tropf des Westens zu hängen.

    Hoffentlich bald.
    Ich finde es schon ein klein wenig niedlich, wenn den neuen Bundesländern "an Chuzpe grenzendes Anspruchsdenken" bescheinigt wird...Also frei interpretiert, erlauben sich diese sechs Bundesländer, aus einer "eigentlich verlorenen Situation mit Dreistigkeit noch etwas für sich herauszuschlagen"...und das auch noch mit punktuellem Erfolg, wie Leipzig, Dresden und Jena zeigen?!! Das ist natürlich furchtbar schlimm, das ist soooo furchtbar...noch dazu, wenn andere Nehmerländer, wie Niedersachsen, Rheinland Pfalz, das Saarland, Schleswig Holstein und allen voran Bremen, die die gleichen Voraussetzungen haben, es nicht hinbekommen. Speziell Bremen schafft es sogar mehr Mittel über den Länderfinanzausgleich zu erhalten, wie Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern...das nenn ich mal eine Frechheit/Dreistigkeit!!! Aber was red ich denn, es stimmt natürlich, dass es nicht sein kann, dass die neuen Bundesländer die Gelder, die ihnen durch geltendes Recht zustehen, einfach so ausgeben und auch noch etwas nachhaltiges schaffen, nämlich Städte die aufblühen...Die sollten sich was schämen und es lieber wie Bremen machen...kassieren und trotzdem untergehen?!!! Ergänzend möchte ich hinzufügen, für alle die es immer noch nicht glauben, alle Bundesbürger die Einnahmen haben (...es stimmt tatsächlich: ALLE, auch Ossis) zahlen Soli und damit natürlich auch z.B. die A8, damit man schnell durchs Saarland kommt...;-)