Ich habe mir jetzt viele Kommentare durchgelesen und bin erschrocken, welches Bild manche Leute vom Erzieherberuf haben.
Ich selbst bin männlich und aktuell Student in einem Bachelorstudiengang der Frühpädagogik und möchte mal was zu dem Thema sagen.
Wer sich die europäischen Vergleichsstudien anschaut, wird feststellen, dass an der Spitze eben jene Länder stehen, in den die Frühe Kindheit einen hohen Stellenwert hat und wo akademisch ausgebildetes Personal beschäftigt wird. Die Arbeit ist nicht mit Windeln wechseln, Lieder singen und Schuhe anziehen (das lass ich die Kinder auch meistens alleine machen) getan. Eine vernünftige pädagogische Arbeit beinhaltet viel mehr Aspekte. Wer sich mal mit den Inhalten zur Sprachförderung beschäftigt, wird feststellen, wie komplex dieses Thema beispielsweise ist. Hinzu kommen dann noch die Motorik, Koordination, Kognition, Sozialverhalten und nicht zu letzt die Elternarbeit.
Das ist eben nicht mehr der Erziehungsarbeit von Eltern zu vergleichen. Als Elternteil kümmert man sich um seine Kinder und ich glaube auch, dass die meisten Eltern das instinktiv gut schaffen.
Doch der Vergleich zwischen Eltern und Erziehern nach dem Motto "den Beruf kann jede(r)" führt doch zu so abstrusen Ideen, wie jetzt, das alle Schlecker-Frauen auch Erzieherinnen sein können. So kommen wir wieder zu den Verwahranstalten und die Ansätze, dass die Kinder in den Einrichtungen auf die Schule vorbereitet werden, werden aufgegeben.
Wir als akademische Fachkräfte, die irgendwo zwischen S8 und S11 bezahlt werden sollten, werden auch nicht solche Jobs finden. Die meisten meiner Kommilitoninnen nehmen Jobs nach S6 und darunter an. Ich werde mein Glück an einer eutschen Schule im Ausland suchen, da wird mein Beruf wenigstens geschätzt.
P.S.: BWLer brauchen wir auch nicht. Kann ja jeder 'nen Taschenrechner bedienen...
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