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Legendärer Gitarrenbauer Delgado: Er macht's auch für 'nen Zehner
Todd Bigelow/ Novus Select/ DER SPIEGELDer Stadtteil East Los Angeles hat einen denkbar miesen Ruf. Doch inmitten von Drogendealern, 99-Cent-Shops und Fast-Food-Buden baut Tomás Delgado die besten Akustik-Gitarren der Welt - und möbelt nebenbei die Zehn-Dollar-Klampfen der Nachbarn auf.
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...830658,00.html
- #1 06.05.2012 09:27 von
Gepflegtes Ambiente
Wie bei klasischen italienischen Instrumentenbauern sieht man die Vorführräume in gehobenem Stil, den Instrumenten entsprechend. Wie wohltuend, auch mal einen Artikel über dieses edle und seltene Kunsthandwerk zu lesen, während sich Menschen vor der Berufswahl und schon gar nicht in unseren Schulen mit der wahren Kunst eines ganz speziellen Handwerks beschäftigen.
Interesssant auch, die Auswahl der Hölzer. Was bei Geigen die einzige Lösung ist, nämlich Fichte und Ahorn, kann bei Gitarren schon varriieren. Aber immer ist es das besondesr alte abgelagerte und nicht künstlich schnell getrocknete Holz, das den besten Klang bringt. 100-jährige Gitarren als alte Veteranen ? Gute Gitarren können wesentlich älter werden und noch hervorragend klingen, obwohl auch hier die Geige einzigartig bleibt, da sie mit dem Alter immer besser wird und gut erhaltene 300 jährige Geigen die besten Töne bringen. - #2 06.05.2012 09:37 von
optional
an der Wand stehen dunkle Meisterstücke von Ramirez mit geborstenen Blättern
Chris Chavez spielt eine Gitarre mit rotem Deckblatt,
Was soll das denn mit den Blättern? Wir sind doch nicht beim Pokern, oder? Die Dinger heissen Decken! Und ein "french polish" ist auch keine "französische politur", sondern so heisst man auf englisch eine "Schellackpolitur". - #3 06.05.2012 10:38 von
Rosenhölzer?!
"Rosewood" ist nicht Rosenholz. Gemeint ist Palisander!
- #4 06.05.2012 10:53 von
Beides ist richtig: Rosenholz
- #5 06.05.2012 10:59 von
Was für eine selten dämliche Überschrift für einen seriösen Artikel... Hat SpiegelOnline mittlerweile das Bild "Niveau" nötig um Leser zu bekommen? :(
- #6 06.05.2012 11:23 von
@ spontux:
"Seit Einführung dieses Holzes in den europäischen Markt im 16. Jahrhundert wird immer wieder das englische Wort Rosewood unwissend und fälschlich als Rosenholz ins Deutsche übersetzt; dieser Fehler ist aufgrund fehlender Sachkenntnis der Übersetzer weit verbreitet." - #7 06.05.2012 11:30 von
Da gehen die Meinungen aber gewaltig auseinander.
Geigen-Mythos : Blindtest entzaubert die Stradivari - SPIEGEL ONLINE
"Die berühmtesten Geigen sind Millionen wert und Jahrhunderte alt. Was ihnen ihren einzigartigen Klang verleiht, haben zahlreiche Forscher untersucht. Nun bringt eine Studie Ernüchterung: Die alten Violinen klingen demnach gar nicht besser als neue Instrumente." - #8 06.05.2012 12:02 von
Hölzer usw.
Ob gute Gitarren wirklich älter als Geigen und dabei auch mit zunehmendem Alter besser klingen, darf bezweifelt werden. Genauso wie bei den Geigen selbst.
Dazu kommt auf den Gitarren eine deutlich stärkere Zugebelastung (6 Saiten gegenüber 4 auf der Geige sowie deutlich längere Saitenlänge und damit auch höhere Zugkräfte), was wiederum zu deutlich mehr Materialermüdung führt.
Die am meisten verbauten Hölzer an Gitarren sind Fichte und Zeder für die Decke und Palisander, Mahagony und Ahorn für Boden und Zargen. Natürlich gibt es noch eine Menge anderer Kombinationen, aber in deutlich geringeren Mengen. - #9 06.05.2012 12:03 von
Lost in ...
Ja, "french polish" ist ein Polierverfahren mittels Schellack. Die Übersetzung dafür lautet - wenn auch fachlich ungebräuchlich - „französische Politur“. Offensichtlich ist dies eine vollkommen unlogische Übersetzung, aber der Autor liegt damit dennoch richtig. Mit typisch deutschem Humor ließe sich eventuell noch ein Pole mit Identitätsproblemen ableiten.
Die Wortherkunft erklärt sich aus einem im Paris der Jahrhundertwende sehr unbeliebten Verhütungsmittel, dessen Hauptbestandteil besagter Schellack war. Da der Gebrauch mit mannigfaltigen Nebenwirkungen, außer der gewünschten, einherging, suchte man sehr bald nach alternativen Verwendungsmöglichkeiten und siehe da ... - den Rest kann man sich ja denken.
Man sollte dies jedoch nicht mit dem höchst umgangssprachlichen Wortspiel „english polish“ verwechseln. Dieser selbst in der englischen Arbeiterklasse vollkommen unbekannte Slangausdruck spielt ganz eindeutig darauf an, dass Osteuropäer auf Job-Suche nach England drängen und es wird keinesfalls ein weiteres alternatives Oberflächenversieglungsverfahren damit bezeichnet.
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