... Berufsgruppen, die bis vor vierzig Jahren die Druckschriften "zur Welt" brachten, haben viel Mühe darauf verwendet, die Buchstabenabstände beim Guß festzulegen, um eine gute Lesbarkeit der neuen Schrift zu erreichen, der eine als Schriftkünstler, der andere als Handwerker, beide in enger Zusammenarbeit.
Damals waren die Buchstabenabstände nicht unterschreitbar, weil das Schriftbild, auf ein "Klötzchen" (Letter) gegossen, die Abstände "sicherte". Heute ist alles im Schriftsatz variabel. Die Möglichkeit des elektronischen Satzes, Text beliebig eng setzen zu können ("unterschneiden") hat oft Lesbarkeit und Deutlichkeit verringert und damit der Legasthenie Vorschub geleistet. Die sachgemäße Nutzung neu gewonnener Gestaltungsfreiheit setzt ihre Beherrschung durch entsprechende Kenntnisse voraus. Nach wie vor erstes Gesetz der Schrift- und Drucksachengestaltung: Gute Lesbarkeit.
Eine Rückkehr zu den "alten" Buchstabenabständen, die das Wortbild weder auseinanderfallen, noch die Buchstaben zusammenfließen lassen, dürfte vielen Legasthenikern bereits eine Hilfe sein.

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