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Leerstand bei Einfamilienhäusern: Alptraumhaus im Grünen
Christian TrösterAlle reden vom Immobilienboom - aber gerade Einfamilienhäuser in der Provinz verlieren durch den demografischen Wandel eher an Wert. Es drohen Leerstand und Verfall. In Vierteln wie Cuxhaven-Altenwalde lässt sich heute schon besichtigen, was bald auch dem Rest der Republik droht.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/cux...-a-863006.html
- #1 06.11.2012 07:01 von
Landlust adé
In meinem Wohnort - einer Kleinstadt mit rund 10.000 Einwohnern in Hessen - habe ich erst letzte Woche ebenfalls ein Haus entdeckt, daß dem auf dem hier gezeigten Foto verblüffend ähnlich sieht.
Ein trauriger Anblick, denn es sieht immer noch recht chic aus. Der Zugangsweg dorthin - direkt an einer Hauptdurchgangsstrasse - ist mittlerweile zugewuchert. Es muß damals, bei seinem Bau, ziemlich teuer gewesen sein. Was aus den Bewohnern wurde, weiß ich nicht.
Der Trend, daß es Menschen nicht nur zum Arbeiten sondern auch zum Wohnen in die Stadt zieht, ist seit Jahren ungebrochen. Denn vielköpfige Familien, die sich in kleine Mietwohnungen zwängen, gibt es in Deutschland kaum noch. Wir reden hier ja meist von 1 bis 2 Personen, und für die reichen 60 oder 80qm Wohnfläche durchaus. Wozu da noch ein Haus bauen, dazu noch eines fernab vom Arbeitsplatz? - #2 06.11.2012 07:01 von
Sofort besetzen
und als Altenwohnheime nutzen, das bringt Geld und Beschäftigung in die Region und die alten Menschen wohnen auf ihren Lebensabend nochmal schön.
- #3 06.11.2012 07:07 von
Das sind die Häuser der Menschen
die jeden Kindergarten wegklagen, im Supermarkt jeden Kinderwagen beiseite schubsen und am Nachbarzaun schimpfen, weil sie ihre Ruhe haben wollen.
Keine Gesellschaft so kinderfeindlich wie unsere.
Deutschland, nun lebe mit Deiner Seniorität. - #4 06.11.2012 07:09 von
Leerstand
Es ist nicht der demographische Wandel sondern die strukturelle Benachteiligung der Provinz, welche mit der Umsetzung des Neoliberalismus in praktische Politik seit 30 Jahren dazu führt das die ökonomischen Zentren gefördert werden und der Rest sehen muß wo er bleibt. Der Ökonom Galbraith hat das "Pferdeäpfeltheorie" genannt, und in der Strukturpolitik nennt man es "Leuchtturmpolitik".
Die Folgen können Sie in Ostdeutschland noch viel stärker sehen, wo zur Abwanderung in die Städte noch die Abwanderung in den Westen kommt. Fahren Sie in eine beliebige Provinzstadt und sie sehen das unter dem Euphemismus "Stadtumbau Ost" mittlerweile wertvoller Altbaubestand aus den 20ern und 30ern dran glauben muß. - #5 06.11.2012 07:09 von
Denkmalschutz reduzieren!
Ein großes Problem, warum Leute lieber in ein Neubaugebiet ziehen, ist doch die Überreglementierung der alten Ortsgebiete durch den sogenannten Denkmalschutz. Obwohl es häufig wirtschaftlicher wäre, den Altbestand einfach abzureißen, wird dies den Besitzern durch oftmals überzogene Denkmalschutzauflagen erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Die Folge: Verfall der alten Wohnviertel und Bedarf an neu erschlossenem Bauland. Beim Denkmalschutz wäre weniger mehr.
- #6 06.11.2012 07:09 von
Überteuerte Preise
Ich bin ja kein Experte, in unserem gebiet jedoch (nördliches Ruhrgebiet) ist eher das Problem, dass man die älteren Häuser für Unsummen an Geld anbietet, auch wenn man weiß, dass noch einmal in eine neue Heizung oder an anderen Ecken renoviert werden muss. Da ist es halt häufig fast günstiger neu zu bauen, was man in den Neubaugebieten auch macht. Da ist gerade (dank der niedrigen Zinsen) ein Bauboom und die (überteuerten) älteren Häuser finden keinen Abnehmer, weil die Erben eben nicht auf Geld verzichten wollen.
- #7 06.11.2012 07:13 von
Mal ist es die Landflucht, ....
dann wieder die Stadtflucht. Der Mensch hat aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen schon immer seinen Standort angepasst. Mal angenommen ESM und Co geht schief, Supermärkte leer und in deutschen Städten Unruhen, dann wollen wieder alle aufs Land.
- #8 06.11.2012 07:14 von
tja die Subventionen
Das ist also wieder mal ein Beispiel wo hohe Subventionen durch die Pendlerpauschale, Eigenheimzulage und Bausparförderung langfristig falsche Anreize geschaffen haben.
- #9 06.11.2012 07:15 von
Das eigentliche Problem wird im Artikel klar genannt: Gebaut in den 50er/60er Jahren. Das bedeutet: keine Wärmedämmung, alte Heizanlage, keine verlegten Netzwerkleitungen, ...
Ich wohne in Mittelfranken, beste Lage und Boomgegend. Jeder Bauplatz hart umkämpft. Trotzdem hat ein in der Nachbarschaft gelegenes, altes Bauernhaus in der Zwangsversteigerung auch nach 3 Runden nicht den erwarteten Mindestpreis erbracht.
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