Verbraucherzentrale HamburgWeniger drin, gleicher Preis. Oder: Mehr drin, aber viel teurer. Die Zahl der Mogelpackungen im Supermarkt nimmt zu. Hamburger Verbraucherschützer haben jetzt die neuesten und dreistesten Tricks dokumentiert.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...839075,00.html
Wenn man beim Schokoriegelbeispiel bleibt: nehmen wir an, der Hersteller reduziert nur die Schokoladenmenge des Riegels, lässt das Gesamtgewicht aber unverändert. Dann muss der Verbraucher quasi bei jedem Einkauf die genaue Zutatentliste jedes einzelnen Produktes mit der Liste der Vorwoche vergleichen. Man kann doch vom Kunden nicht ernsthaft verlangen, einen Laptop mit Datenbank mitzuschleppen und zwei Stunden im Markt zu verbringen, nur damit die Hersteller frei von Aufklärungsverantwortung bleiben.
Ich bin für einen Pflichtaufdruck bei jeder herstellerseitigen Veränderung an Preis und Zutaten. Selbstverständlich muss dann auch der Handel explizit und deutlich auf seinerseitige Preiserhöhungen hinweisen.
Danke, liebe Politik für diese geniale Idee... es war doch von Anfang an klar, daß variable Packungsgrößen zur versteckten Preiserhöhung genutzt werden. Die alltägliche Gerhinwäsche durch so manche Werbung hat wohl noch nicht für alle kurzfristigen Umsatzziele gereicht.
Anstatt das Abzocken des Verbrauchers zu fördern, ist es Aufgabe der Politik darauf hinzuwirken, daß alle am Markt teilnehmenden Unternehmen auf nachhaltige Weise Werte schöpfen und somit der Gesellschaft dienen; z.B. durch Innovationen, Qualtität usw. Warum kann man bspw. Elektrogeräte auf den Markt bringen, die nach einer vorbestimmten Zeit, üblicherweise so knapp wie möglich nach der Garantiefrist, kaputt gehen? Anwort: mehr Umsatz durch Neukauf.
Das alte Liberalisierungsmärchen vom mündigen Verbraucher, der allein durch sein Kaufverhalten den Markt hinreichend steuert, kann nicht funktionieren, wenn an jeder Ecke versucht wird, ihn abzuzuocken. Was da unter dem Deckmäntelchen der Liberalisierung daher kommt, ist faktisch eine Entmündigung des Verbrauchers mittels Überlastung. Wer bitte hat die Zeit, sich für jedes(!) gekaufte Produkt über Packungsgrößen und sonstige preisrelevante Eigenschaften genau zu informieren? Niemand! Gerade deswegen sind doch verbraucherschützende Standards so wichtig: der Verbaucher kann sich beim Kauf auf eine gewisse Qualität verlassen und somit in einem zeitlich angmessenen Rahmen eine mündige Kaufentscheidung treffen. Ohne entsprechende Produktstandards nebst gehörigen Strafen bei Nichteinhaltung ist es ein ungleicher Kampf: alle im SPON-Artikel genannten Tricks und noch viele Andere mehr auf Unternehmensseite stehen der Stiftung Warentest und z.T. überlasteten Aufsichtsbehörden gegenüber.
Sehe ich auch so. Wobei ich gar nicht bis zum Beschiss gehen würde. Eine Schokoladenmafia, die den Markt kontrolliert und heimlich den Durchschnittspreis für 100g Schokolade von 80 Cent auf 90 Cent erhöht, handelt viel profitgieriger und damit verwerflicher als eine, die ihren Kunden schon seit vielen Jahren 1,20 Euro dafür abknöpft. Das sollte man sich immer wieder vor Augen führen.
Nur so nebenbei: Wie funktioniert dieses „Verstecken“ eigentlich? Steht da ein falscher Preis auf der Ware? Und wird dann erst an der Kasse der richtige auf den Zettel gedruck? Oder steht dort gar auch der falsche, aber die Kasse addiert den richtigen zur Summe? Meine Oma hat ja früher immer noch die Kassenzettel nachgerechnet. Aber wer hat dazu heute noch Zeit? Die Welt ist schlimm.
Darum geht's doch gar nicht. Sie kennen das Sprichwort mit der geteilten Freude und dem geteilten Leid? Wenn ich es geschafft habe, ein bisschen billiger einzukaufen, merke das nur ich und meine Geldbörse. Wenn ich jedoch teuer einkaufe und hinterher gemeinsam mit anderen „Verbrauchern“ meinem Ärger Luft mache, von bösen Menschen beschissen worden zu sein, dann bin ich viel zufriedener. Da wäre ich doch dumm, mich zu informieren und die Informationen zu nutzen.
Ganz offensichtlich haben Sie sich mit dem Thema "Liberalismus" überhaupt nicht beschäftigt. Hätten Sie dies getan wüssten Sie, dass zur Freiheit auch jede Menge Eigenverantwortung zählt.
Ich möchte die Verar... von Kunden (und nichts anderes ist es) nicht im Ansatz entschuldigen, es jedoch einer politischen Ausrichtung anzulasten, spricht nicht gerade von wohlüberlegter Wortmeldung.