Lebensmittel-Verschwendung: Indien lässt Millionen Tonnen Getreide verrotten

APViele Inder sind unterernährt - zugleich verrotten in dem Land derzeit Millionen Tonnen von Weizen. In Nordindien türmen sich Berge von Getreide, die von Schimmel geschwärzt sind. Grund für das Drama: Gute Ernten, zu wenig Lagerkapazität.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...832714,00.html
  1. #30

    Was vielen Menschen nicht bewusst ist: Es gibt eine Korrelation zwischen Massenkaufkraft, Geburtenrate und landwirtschaftliche Hektarerträge. Wie das zusammenhängt kann man u.a. hier nachlesen:

    E-Buch : Unsere kleine Tropenfarm - Ideen gegen Armut und Hunger in der Dritten Welt -
  2. #31

    Nichts neues ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele Inder sind unterernährt - zugleich verrotten in dem Land derzeit Millionen Tonnen von Weizen. In Nordindien türmen sich Berge von Getreide, die von Schimmel geschwärzt sind. Grund für das Drama: Gute Ernten, zu wenig Lagerkapazität.

    Indien lässt Millionen Tonnen Getreide verrotten - SPIEGEL ONLINE
    Das Problem ist nicht neu.Das habe ich zufällig schon vor Jahren
    gelesen,das sogar in urbanen Gebieten die Ernte durch Schimmel,
    Ratten,Mäusen und anderen Ungeziefer verrotten.
    Weder sind Hallen durch geeignete Türen und Fenster geschützt,
    noch wurden geeignete Behältnisse gegen Fäulnis angeschafft.
    Der Rest der Ernte vergammelt im offenen Hinterhof unter Planen.
  3. #32

    Zitat von meergans Beitrag anzeigen
    Warum hier tomaten vernichtet werden, das kann ich Ihnen sagen: Weil die ALDI - LIDL - PENNY UND
    CONSORTEN die Preise beim Erzeuger derart drücken, daß der nicht
    einmal auf seine Gestehungskosten kommt. Als Reißleine, so zu sagen,
    verknappt der Erzeuger dieser-z.B.- Tomaten das Angebot durch
    Vernichtung. Eine Alternative dazu hat er beim besten Willen nicht.
    Der liebe Verbraucher würde die Tomaten auch gerne geschenkt
    nehmen, ohne sich im Geringsten Gedanken darüber zu machen, daß
    er damit die Produktion abwürgt.
    Als gewesener Bio-Gärtner weis ich wovon ich rede..
    Die Logik müssen Sie mir einmal erklären.

    Nach Deutschland werden z.B. Tomaten aus ganz Europa gekarrt.
    Wenn der Preis verfällt, dann nicht weil Aldi & Co das bestimmen, sondern weil auf dem Markt ein Überangebot besteht.
    Wenn nun eine ganze Region ihre Ernte vernichtet, profitiert eine andere Region oder sogar ein anderes Land von den sich stabilisierenden Preisen.

    So ein Überangebot kommt dadurch zustande, dass es für die Anbaubetriebe sinnvoll erschien, diese Massen zu produzieren.
    Also war der Preis bis dahin lukrativ!

    Allerdings kann natürlich auch eine sinkende Nachfrage "schuld" sein.
    Z.B. bei dem Verdacht auf verseuchtes oder infiziertes/kontaminiertes Gemüse wie bei EHEC.

    Märkte verändern sich.
    Wer damit nicht klar kommt, verschwindet vom Markt.
  4. #33

    Leider wurde im SPON-Artikel ein ganz wichtiger Aspekt nicht erwähnt: Was würde wohl mit dem Weltmarktpreis passieren wenn die Inder einige Millionen Tonnen zusätzlich exportieren? Ich sage: Die Industrieländer müssten die Subventionen für die eigene Landwirtschaft derart erhöhen dass es unfinanzierbar wird.

    Genau dieses wird in naher Zukunft passieren. Es ist ein Trugschluß zu glauben dass die Erntemengen durch die verfügbare Ackerfläche limitiert sind. Das sind sie nur dort wo bereits Höchsterträge erzielt werden, nämlich in den Industrieländern. In Afrika liegen z.B. die Maisernten bei ca. 1 t/ha, in Europa/USA bei 10 Tonnen. Das hat nichts mit den Böden oder Klimawandel zu tun sondern mit nicht vorhandenem Betriebskapital und ungenügender Ausbildung der Kleinbauern. In Simbabwe hatten damals die weißen Farmer ähnliche Erträge wie in Europa.

    Es kommt auch nicht nur auf die Hektarerträge an. Entscheidend ist was letztendlich beim Verbraucher ankommt. Bei gleichbleibender Anbaufläche könnten in vielen Entwicklungsländern alleine durch ausreichende Trockenanlagen, Lagerkapazitäten und Transportmöglichkeiten die verfügbaren Mengen vervielfacht werden.
  5. #34

    Zitat von andynm Beitrag anzeigen
    In Venezuela und Bolivien haben demokratischen Wahlen zu den Siegen von Sozialisten geführt. Aber Neoliberale sind wohl eher für eine Plutokratie.
    Natürlich, ist ja auch logisch, denn Demokratie und Kapitalismus schließen sich einfach logisch aus.
    Während Demokratie von einer prinzipiellen Gleichheit ausgeht - also z. B. Gleichheit der Stimme - baut Kapitalismus auf prinzipielle Ungleichheit auf, sonst würde auch kein Wettbewerb entstehen. Naja, was passiert wenn man beides miteinander vermischt, ist momentan sehr gut zu beobachten. ;)
  6. #35

    ..

    Zitat von celsius234 Beitrag anzeigen
    wo die Reichen sich mästen und die Armen krepieren.
    Aber das ist ja angeblich alles viel besser als das angeblich kommunistische China mit seiner Planwirtschaft.

    Mein Gott, was weren wir veräppelt und zahlen dafür Entwicklungsgelder und Lebensmittelhilfen, wo die Milliardäre im land sich auch masiv anhäufen. und das auf den Leichenbergen ihrer Mitmenschen.

    Das Land ist keine Demokratie (ok, unseres auch nicht in diesem Sinne) sondern unglaublich von Korruption zerfressen.

    Hinfahren und Augen und Ohren auf, statt Medien lesen.
    Sie vergleichen Äpfel mit Birnen und ziehen am Ende die falschen Schlüsse.
    Nur weil die Lebensmittelversorgung in einem Land mehr als schlecht und die Beamten korrupt bis zur Zehenspitze sind, ist das Prinzip der "Demokratie" (so wie wir sie haben, wenn auch nur indirekt) nicht generell schlecht. Oder finden Sie es etwa besser zu leben wie in Kuba, wo seit 40 Jahren die Wirtschaft stagniert oder gar wie im kommunistischen Kuba, wo Millionen Dollars für eine viel zu große und ohnehin völlig sinnlose Armee und neue Raketen ausgegeben wird und sich die Bonzen der Parteiführung mästen-gleichzeitig aber hinten und vorne das Geld fehlt, um Lebensmittel einzukaufen, damit die Menschen nicht verhungern müssen? Und China ist längst kein Kommunistisches Land im herkömmlichen Sinne mehr, dort haben sich längst Parteifunktionäre und Wirtschaftsbosse unter den oberen zehntausend etapliert- wie in jedem anderen Land, egal welcher Coloeur, auch. Der Kommunismus ist in der Theorie vielleicht eine tolle Sache, nur funktionert er eben leider nicht. Warum? Weil die Menschen eben so sind, wie sie nun mal sind, raffgierig, egoistisch und eitel. Das sieht man schon an einer Gruppe Kindergartenkinder.
  7. #36

    WTF???

    OMG ist die Gier so groß, das ich nicht mal Getreide verschenken kann, bevor es verrottet. Gerade wenn ich eh kein Geld dafür bekomme?
    Es erschreckt mich immer wieder, wie Menschen mit Menschen umgehen.
  8. #37

    Jo. Keine Lagerkapazitäten für Nahrungsmittel, aber einen auf grossen Flughafenboom machen.
  9. #38

    optional

    Das Bild des Kapitalismus, lieber etwas verrotten lassen als verschenken. Das ist doch überall auf der Welt zu sehen, vielleicht nur nicht so deutlich.
  10. #39

    titelfrei

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Theoretisch ist die globale Landwirtschaft durchaus in der Lage, die aktuelle Weltbevölkerung zu ernähren ...
    ... praktisch regiert aber geld die welt. und bevor lebensmittel zu billig abgegeben werden lässt man eben ein paar millionen inder verhungern - [zynismus] gibt ja auch davon genug [/zyn]