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Lebensmittel-Siegel: In Treu und Glauben

Wem kann man noch vertrauen? In der Flut von fast hundert Öko-, Bio-, Qualitäts- und Fair-Trade-Logos verlieren selbst gut informierte Verbraucher die Übersicht. SPIEGEL ONLINE zeigt, welche Siegel halten, was sie versprechen - und welche nicht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...813556,00.html
  1. #50

    Zitat von sponcon Beitrag anzeigen
    .
    Was ist biologisch/ökologisch? Ein Bauernhof in, sagen wir mal Peru, stellt ökologischen Kaffee her. Was ist an dem Transport nach Deutschland ökologisch? Bitte mich nicht missverstehen, ich trinke auch gern mal einen Kaffee (32 €/kg).
    Ich halte es für wenig sinnvoll, Nachhaltigkeit nur auf die CO2 Bilanz eines Produktes zu beschränken. Eine nachhaltige Produktion umfaßt sowohl die Arbeits-/Lebensbedingungen des Bauers, die Art des Anbaus, die Handelsbedingungen vom Anbau bis zum Supermarkt und den Transport.

    Natürlich reißt allein der Transport die Nachhaltigkeitsbilanz eines Produktes wie Kaffee in die Tiefe. Aber um wieviel schlimmer wird die Bilanz, wenn der Bauer von der Agroindustrie und Zwischenhändlern dafür noch nicht mal genug Geld zum Leben bekommt, unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten muß, seine Umwelt (und sich selbst) mit Pestiziden vergiften muß, die Verbreitung gentechnisch veränderten Saatguts gefördert wird?
    Mit einem Fairtradesiegel hat man zumindest den Großteil der Nachhaltigkeitskriterien erfüllt. Der Bauer erhält einen fairen Preis, kann ökologisch anbauen, bleibt also nur der Transport. Das ist ein Mensch und Umwelt gegenüber fairer Kompromiß.
  2. #51

    Subtil...

    Zitat von Mrs. Figgs Beitrag anzeigen
    ...
    In unserem Haushalt gilt:
    Schokolade, Kaffee, Trinkschokolade grundsätzlich nur mit dem FairTrade Siegel...!
    alle! industriellaender erheben in kumpanei exzessive hohe zoelle auf das eigentlich gewinnbringende produkt - veredelete cacao und kaffeebohnen.
    so kommt es, das die prodzierenden laender zwar wenig ausfuhrzoll
    fuer das rohprodukt selbst zahlen aber auch weiterhin nie eine eigene gewinnbringende veredlungsindustrie haben werden und damit bleibt die bevoelkerung letzendlich auf wirtschaftlich niedrigem agrarniveau.

    Fairtrade ist daher eine BIO-augenwischerei bei dem von der dicken
    gewinntorte nur etwas mehr kruemel auf den 'armen bauern' herfallen
    gelassen werden!
  3. #52

    ...

    Zitat von Anvil2k8 Beitrag anzeigen
    alle! industriellaender erheben in kumpanei exzessive hohe zoelle auf das eigentlich gewinnbringende produkt - veredelete cacao und kaffeebohnen.
    so kommt.....
    Über soviel Zynismus kann man nur den Kopf schütteln.
    Beim Verkauf einer herkömmlichen Tafel Schokolade mit 18 Stücken erhält der Bauer gerade mal den Wert eines Stückes, bei einer fair gehandelten Tafel Schokolade immerhin den Wert von 8 Stücken.
    Erzählen sie mal dem Bauer, daß das Augenwischerei ist.
  4. #53

    Ist doch noch immer weniger als die haelfte!

    Zitat von Mrs. Figgs Beitrag anzeigen
    Über soviel Zynismus kann man nur den Kopf schütteln.
    Beim Verkauf einer herkömmlichen Tafel Schokolade mit 18 Stücken erhält der Bauer gerade mal den Wert eines Stückes, bei einer fair gehandelten Tafel Schokolade immerhin den Wert von 8 Stücken.
    Erzählen sie mal dem Bauer, daß das Augenwischerei ist.
    gehen Sie doch bitte mehr auf den kern ein -
    wir holen uns die rohstoffe billig aus den laendern und
    unterbinden durch hohe strafzoelle die veredlung und
    damit die wertsteigerung und den loewenanteil am gewinn
    vor ort. und alles ist gut weil Fairtrade weniger "stueckchen"
    einbehaelt (quelle?).

    wird aus Ihrem garten immer das obst gestohlen sind Sie auch
    froh wenn die diebe etwas saft zurueckgeben - je mehr desto besser.

    zynisch ist es diese subtile art der ausbeutung zu (l)egalisieren
    und verantwortung und dialektik am 'guten' system abzulehnen
    weil man sich duch Fairtrade/Bio endgueltig moralisch davon
    freikauft glaubt.
  5. #54

    ...

    Zitat von Anvil2k8 Beitrag anzeigen
    zynisch ist es diese subtile art der ausbeutung zu (l)egalisieren
    und verantwortung und dialektik am 'guten' system abzulehnen
    weil man sich duch Fairtrade/Bio endgueltig moralisch davon
    freikauft glaubt.
    Widmen wir uns doch mal dem Kern des Transfair-Handels:

    Das Fairtrade-Siegel fördert die Organisation von Kleinbauern in von ihnen selbst demokratisch verwalteten Kooperativen. Zusätzlich zu einem festgelegten Mindestpreis, der den einzelnen Bauern selbst zu Gute kommt, können die Produzenten noch eine Fairtrade-Prämie erhalten, die in Gemeinschaftsprojekte wie Straßenbau, Fortbildungszentren, Schulen, den Umstieg auf ökologischen Anbau, der mit einem zusätzlichen Bio-Zuschlag bezahlt wird. Zudem können die Kooperativen auf ein Kleinkreditsystem zurückgreifen, das zwischen den Ernten die laufenden Kosten zu deckt und die nächste Ernte vorfinanziert.

    Fairtrade-Standards beinhalten Verbot von Kinder- oder Zwangsarbeit, Verbot von Diskriminierung, Bildung und Weiterbildung, Tarifverhandlungen, Versammlungsfreiheit, gesetzliche Mindestanforderungen für Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutz, Gesundheitsvorsorge, Reduzierung von Chemikalien im konventionellen Anbau, Schutz der Wasserressourcen, Erhaltung der Biodiversität, Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, Förderung des ökologischen Anbaus und einiges mehr.

    Der Kern des konventionellen Kaffeeanbaus:

    3sat - ARD exclusiv - Kinderschinder - Der Preis für eine Tasse Kaffee:
    - 3sat - ARD exclusiv - Kinderschinder - Der Preis für eine Tasse Kaffee (1/2) - YouTube
    - Kinderschinder 2/2 - Der Preis für eine Tasse Kaffee - YouTube

    8-10jährige Kinder die 50 Kilo Kaffee von morgens bis abends schleppen, statt in die Schule zu gehen! Sklavenarbeit! Das ist eine absolute Schande!

    Dabei ist das nur eine Frage des Willens und der Organisation:

    - ORF2 - Orientierung - Kaffee aus Costa Rica:
    FAIRTRADE-Kaffee aus Costa Rica - YouTube
    - Fairtrade-Kaffee. Kleiner Einkauf mit großer Wirkung
    Fairtrade-Kaffee. Kleiner Einkauf mit großer Wirkung - YouTube

    Welch ein himmelweiter Unterschied: Selbstständige Kaffeebauern, organisiert in Kooperativen, mit eigenen Häusern. So muß es sein und dafür würde ich sogar noch mehr zahlen. Das ist ein fairer Handel, wie ich ihn mir als verantwortliche Verbraucherin wünsche.


    Es sei Ihnen unbenommen weiterhin Kinder- und Sklavenarbeit zu trinken, aber dann haben Sie doch bitte den Anstand dazu zu stehen und verschleiern Sie dies nicht mit hanebüchenem Gerede.








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