OBSBrille nervt, Kontaktlinse auch - also ab zum Lasern? Das Geschäft mit der Augenkorrektur boomt, doch Ärzte streiten über den Nutzen. Viele Patienten kämpfen mit trockenen Augen und Blendeffekten. Einige Experten verteufeln die Lasik als reine Life-Style-OP.
BEi uns in der Straße wird die OP sogar für Kreditbangeboten, Null Prozent Finanzierung! Und was sind eigentlich intraokularlinsen? Das ist genauso ein Quatsch. Die Leute stehen trotzdem Schlange, meint man. Häufig werde ich gefragt, warum ich nicht auch ...?
Ich kenne jemanden, der hat erst ein Auge... Und dann drei Monate das zweite Auge machen lassen.- Aus Misstrauen.
Und hier in der Strasse haben drei Nachbarn nun dauernde Augenentzündungen seitdem. Es kam ihnen nicht einmal in den Sinn, dass es gefährlich sein könnte! "Aber er ist doch Arzt.." Vielleicht sollte man einfach einen Beipackzettel für Ärzte einführen, dann werden naive nicht mehr hinters Licht geführt.
Wenn ich schon daran denke kriege ich eine Gänsehaut! Ich bin seit Ewigkeiten stark kurzsichtig und wäre ein Kandidat für den Laser. Das Problem ist einfach dass die Hornhaut aufgeschnitten und weggeklappt werden muss um das eigentlicher Lasern durchzuführen. Dadurch wird das Auge meiner Meinung doch sehr stark verletzt, was zb durch eine Infektion zu schlechter Heilung bis hin zur Erblindung führen kann. Dieses Risiko, so gering es auch sein mag, ist mir viel zu hoch.
"Die Lasik ist eine Operation, die medizinisch nicht notwendig ist" - das ich nicht lache. Mit 5 Dioptrin und einer Hornhautverkrümmung hat meine Frau keine Zuzahlung von der ges. KK bekommen. Wie also damit Leben? Alle Nase lang teure Brillen und Kontaktlinsen kaufen? Meine Frau hat sich für die OP in ihrem Heimatland Slowakei entschieden. Dort arbeitet der Arzt seit Jahren mit dieser Technik und mit deutschem Equipment (Zeiss). Ich war ein bisschen Skeptisch, aber meine Frau war es, die mit der schlechten Sehqualität leben musste, also entschied sie.
Das Ergebnis ist überragend - sie hat ein sehr hohes Maß an Lebensqualität dazugewonnen. Das mit dem schlechten Sehen im Dunkeln kann sie bestätigen, aber das war mit Brille/Kontaktlinsen und der Seheinschränkung zuvor deutlich schlimmer.
Dann warten wir mal ab, wie es sich mit der Zeit verhält - wir sind optimistisch. Die OP ist nun schon 3 Jahre her. Die KK hat natürlich nichts dazubezahlt, wer Probleme mit den Augen hat ist auf sich alleine gestellt
Das Problem ist weniger die Lasik-OP als solche, sondern viel mehr die Art und Weise wie damit seitens der Ärzte und Patienten umgegangen wird.
Da ich selbst in diesem Bereich gearbeitet habe, weiß ich, dass inzwischen mit Abstand die meisten OPs bei Leuten gemacht werden, die eine Fehlsichtigkeit von weniger als 2 Dioptrin haben. Der Grund ist, dass viele Ärzte die Leute einfach nicht richtig beraten und sich daher in der Öffentlichkeit der Eindruck eingestellt hat, dass Lasik völlig risikofrei und praktisch die perfekte OP wäre.
Tatsächlich ist das Risiko, das bei einer Lasik OP gravierende Nebenwirkungen auftreten sehr gering. Aber kleinere Nebenwirkungen wie eben z.B. trockene Augen, die dann mit Augentropfen behandelt werden müssen treten mit 1-5% relativ häufig auf. Das wird aber von vielen Leuten verharmlost mit dem Hinweise: Ach, trockene Augen hat doch jeder mal, jetzt achtet man nur mehr darauf.
Ich sehe es so: Lasik kann eine sehr sinnvolle und gute Methode zur Korrektur von Fehlsichtigkeit sein. Durch falsche Beratung (und teilweise sicher Profitgier) ist es aber inzwischen fast nur zu einer reinen Lifestyle-OP verkommen was ich bedenklich finde.
"Die Fachwelt zeigt sich - auch nach 15 Jahren Lasik-Operationen in Deutschland - gespalten"
So eine Aussage, und dann werden gerade mal zwei Leute zitiert, beide wohl nicht gerade Koryphäen. Dazu der Verweis auf eine "amerikanische Studie", ohne jedwede Referenz. Naja, SPON halt.
Ich habe im Alter von 8 Jahren eine Brille bekommen und diese hat mich nach 15 Jahren mehr als nur genervt.
Beim Schwitzen rutscht sie etwas mehr, beim Fussballspielen musste ich immer aufpassen und hab nicht nur eine Brille dabei kaputtgemacht, mal eben seitlich auf die Couch legen und Fernsehen ist mit Brille nicht ganz so unkompliziert, im Winter beschlug sie, wenn ich in einen warmen Raum oder die Bahn kam und ausserdem war ich mit meinem Äusseren mit der Brille nie wirklich zufrieden.
Seit etwa 7 Jahren trage ich nun Kontaktlinsen und die Lasik-Beschwerden klingen vertraut: manchmal trockene Augen, schlechtere Sicht bei nächtlichen Autofahrten. Doch die Vorteile sind weitaus grösser und ich werde die Linsen solange tragen wie meine Augen sie vertragen. Tun sie es irgendwann nicht, kann ich wieder zurück zur Brille.
Ich habe auch über eine Lasik-OP nachgedacht, aber die Permanenz dieser macht mir dann doch zuviel Angst. Das Risiko, daß ich für den Rest meines Lebens nachts geblendet werde? Oder irgendwann, und sei es auch erst in 20-30 Jahren, eine Hornhauttransplantation brauche? Oder daß irgendetwas mehr vernarbt als es sollte und ich sofort wieder eine Brille brauche? Die Schwächung des Auges?
Nein, danke.
Der Artikel hat Recht. Lasik ist eine reine Lifestyle-OP und noch sinnfreier als eine Brustvergrösserung.
Falls hier ein Lasik-Kunde mitliest:
was war der Grund für Sie, von Kontaktlinsen wegzugehen und Lasik zu wählen? Die 3 Minuten Aufwand am Tag (reintun, rausnehmen) können es nicht gewesen sein. Die Kosten auch nicht.
Augen lasern in Barcelona oder Istanbul mit Vor-und Nachuntersuchung und Vermittlung deutscher Augenärzte ist nach wie vor im Trend. Schließlich ist es ein florierender Geschäftszweig, ähnlich wie Schönheits-Operationen. Gelder werden auch fließen. Sollte sich also herausstellen, es gibt tatsächlich Langzeitschäden, dann haben die Augenärzte schon für künftige Arbeit gesorgt. Doppelt verdienen, könnte man sagen.
Viel wuchtiger wäre es zu erforschen woher die Hornhautverkrümmungen kommen. Warum immer mehr Menschen schlecht sehen und Sehhilfen benötigen. Welche Faktoren spielen da eine Rolle? Erblich? Gendefekte? Zufall?
Es gibt übrigens andere Methoden als Lasern. Bewährt haben sich auch harte Nachtlinsen, welche die Hornhaut so verändern, dass man tagsüber ohne Sehhilfe sehen kann. Bei meinen Kindern konnte die Verschlechterung des Sehens gestoppt werden. Ich selber habe damit auch Erfolge erzielt. Und wenn man damit wieder aufhört, stellt sich die Hornhaut wieder zurück.