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Langzeitarbeitslose: BA-Vorstand fordert dauerhafte Lohnzuschüsse

DPADie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sinkt, doch was geschieht mit den schwer Vermittelbaren? Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, plädiert für dauerhafte Lohnzuschüsse nach schwedischem Vorbild. Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs hätten nicht funktioniert.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...857339,00.html
  1. #1

    Was alles noch und wer zahlt?

    VdL will eine Mindestrente, Alt will nun dauerhafte Lohnzuschüsse: Wer soll eigentlich die Zeche bezahlen?
    Alle reden von Überalterung der Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund sollte man den (nicht subventionierten) Arbeitnehmern nicht immer mehr Steuern und Abgaben aufbürden.
  2. #2

    Bessere Lösung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sinkt, doch was geschieht mit den schwer Vermittelbaren? Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, plädiert für dauerhafte Lohnzuschüsse nach schwedischem Vorbild. Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs hätten nicht funktioniert.

    Langzeitarbeitslose: Bundesagentur-Vorstand plädiert für Lohnzuschüsse - SPIEGEL ONLINE
    Eine bessere Lösung wäre es doch, alle Löhne gleich aus Steuergeldern zu bezahlen, dann würden die Arbeitgeber auch mehr einstellen.
    Wegen der Globalisierung haben doch z.B. Friseure so geringe Löhne und andere Branchen ohne internationale Konkurrenz auch.
    Das System ist aus den Fugen und darum wil keiner mehr Leute beschäftigen.
    Zusatzkosten für:
    - Quoten für alles,
    - Bürokratie-Monster,
    - x-Steuerarten und Abgaben,
    - Versicherungen (Kranken-, Renten-, Arbeitslosenversicherung und Berufsgenossenschaften und Kammern)
    - usw
    Wer möchte da noch Arbeitgeber sein? Nicht jeder kann so einseitig die Gehälter festlegen wie der Staat, der diese Gesetze macht.
  3. #3

    Augenwischerei

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sinkt, doch was geschieht mit den schwer Vermittelbaren? Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, plädiert für dauerhafte Lohnzuschüsse nach schwedischem Vorbild. Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs hätten nicht funktioniert.

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    Das klappt so auch nicht. Geringqualifizierte mögen ein Problem sein, aber daran kann man durch eigene Anstrengung etwas ändern. Am Alter nicht, und über 50 ist es praktisch unmöglich, einen Job zu bekommen, egal, wie qualifiziert man ist. Nichts ist zählebiger als das Vorurteil: ältere Arbeitnehmer sind unflexibel, weniger leistungsfähig, zu schlecht integrierbar oft krank und insgesamt zu teuer. Solange dieses Verdikt in den Köpfen der Personaler sitzt, wird sich nichts ändern: ein Teil arbeitet sich tot und zahlt Dteuern und Abgaben ohne Ende und der andere bekommt keine Chance mehr.
  4. #4

    Zeche zahlen?

    Die Zeche für die Unvollkommenheiten unseres Systems zahlen doch nicht die denen es gut geht, oder denen so viele Profite zufließen dass es ihnen schon zu den Ohren rauskommt. Sondern genau diejenigen um die es hier geht. Das zu erkennen, dazu gehört nicht so viel analytische Fähigkeit, dass nicht jeder mit gutem Willen (aber daran hapert es) das verstehen müsste.
  5. #5

    Es werden keinerlei grundlegende volkswirtschaftliche Analysen vorgenommen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sinkt, doch was geschieht mit den schwer Vermittelbaren? Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, plädiert für dauerhafte Lohnzuschüsse nach schwedischem Vorbild. Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs hätten nicht funktioniert.

    Langzeitarbeitslose: Bundesagentur-Vorstand plädiert für Lohnzuschüsse - SPIEGEL ONLINE
    Leider zeigt auch diese Beispiel wieder einmal, dass man keinerlei grundlegende volkswirtschaftliche Analysen vornehmen möchte. Dies jedoch ist für die wissenschaftliche Betrachtung unerläßlich.

    Dabei sind bezogen auf den deutschen Arbeitsmarkt zwei grundlegende Ereignisse zu berücksichtigen: Zum einen die Einführung unserer neuen Gemeinschaftswährung Euro und die finanziellen Folgen der ökonomischen Wiedervereinigung beider deutscher Staaten.

    Zum Euro: Durch die Euroeinführung entfallen und entfielen für uns selbst alle Aufwertungsgewinne einer eigenen Währung (siehe nationale Leistungsbilanzsalden). Um diese zu kompensieren, wurden mit der Agenda 2010 eine Lohnstückkostenanpassung vorgenommen. Wir hatten die niedrigste Nettoinvestitionsquote aller entwickelten Industrienationen, die höchsten realen Beschaffungskosten für Unternehmenskredite, die mit Abstand schwächste Realentgeltfindung, die höchsten erzielten Leistungsbilanzüberschüsse. Unsere Kapitalexporte in die südlichen Eurovolkswirtschaften waren von erheblichen Volumina, da dort die realen Marktzinsen wesentlich geringer waren als die realen Binneninflationsraten.

    Dies alles hatte und hat einen erheblichen Einfluß auf die Investitonen in Deutschland und somit auf den Arbeitsmarkt selbst.

    DEBATTE: Der verheimlichte Super-GAU - DEBATTE - FOCUS Online - Nachrichten
    Mayers Weltwirtschaft: Euro abwerten - Mayers Weltwirtschaft - FAZ

    Die finanziellen Folgen der deutschen Wiedervereinigung lenkten die Investitionen um, da diese steuerlich und auch subventionstechnisch gefördert worden sind und werden. Die Volumina reichen jedoch nicht aus, um einen selbsttragenden eigenen Aufschwung darzustellen.

    Uwe Müller Supergau Deutsche Einheit - Rowohlt Berlin 256 Seiten 12 90 Euro | Politische Literatur | Deutschlandfunk
    Studie zum Aufbau Ost: Ostdeutschland braucht noch eine Billion Euro - Wirtschafts-News - FOCUS Online - Nachrichten
  6. #6

    Lohnabstand & Arbeitsqualität

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sinkt, doch was geschieht mit den schwer Vermittelbaren? Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, plädiert für dauerhafte Lohnzuschüsse nach schwedischem Vorbild. Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs hätten nicht funktioniert.
    Langzeitarbeitslose: Bundesagentur-Vorstand plädiert für Lohnzuschüsse - SPIEGEL ONLINE
    Alts Analyse ist in weiten Teilen wohl zuzustimmen.
    Das Problem ist aber i.m.h.o. zum einen der Lohnabstand: Wer für seine Arbeit nur unwesentlich mehr bekommt, als das, was er auch für's Nixtun kriegt, dem wird signalisiert "Deine Arbeit ist nichts wert".

    Arbeit, die nichts wert ist oder von der man nicht (anständig) leben kann, ist es aber auch nicht wert, erledigt zu werden. - Und wird dementsprechend auch nicht erledigt.

    Wobei das auch mit der Arbeitsqualität zusammenhängt: Gemeint ist hier aber nicht die Qualität der geleisteten Arbeit, sondern die Eigenschaften der jeweiligen Arbeitsstelle:
    Trauriger Fakt ist: über 50% der Arbeitnehmer haben schon längst die "innere Kündigung" vollzogen, insgesamt rd. 85% würden (wenn es wirtschaftlich darstellbar wäre) lieber gestern als heute ihren Job hinschmeissen.

    Sorry, wen will man da hinter'm Ofen vorlocken? Abgespeist mit nem Appel und nem Ei soll man cholerische Peter-Prinzip-Chefs ertragen, mobbende Mitarbeiter und nölernd-genervte Kunden, 120% Leistung in 80% der objektiv notwendigen Zeit erbringen und dann auch noch den Kaffee selber bezahlen???
    OK, die Leute sind bekloppt, aber SO bescheuert, sich DAS ernsthaft anzutun, ist auf Dauer niemand.

    Der Vorschlag von Herrn Alt ist zwar gut gemeint, aber greift zu kurz: Damit wird nicht ein Über-50-jähriger in Lohn und Brot kommen, nicht eine Alleinerziehende einen vernünftigen Job finden.

    Was wir brauchen ist eine gesellschaftliche Neudefinition von "Arbeit", darin sollte man Geld und Hirnschmalz investieren, und nicht in die weitere Bereicherung der Reichen zu Lasten der steuerzahlenden Allgemeinheit.
    Alts Vorschlag zementiert das System der Umverteilung von Fleissig nach Reich. Und ist damit kontraproduktiv.
  7. #7

    Dauerhafte Lohnzuschüsse?

    Wie pervers ist das bitte? Die Steuerzahler bezahlen Privat(!)unternehmern die Löhne?

    Sonst brüllen unsere Neoliberalen doch immer gleich "Sozialismus!" wenn der Staat sich einmischt. Wenn er aber die Löhne bezahlt (z.B. bei ergänzendem HartzIV, da gibt es das ja schon heute) sind da plötzlich alle ganz ruhig.
  8. #8

    Super Idee

    Dauerhafte Lohnzuschüsse sind eine grandiose Idee. Das werden Unternehmen natürlich niemals ausnutzen, genauso wenig wie das Konzept mit den Aufstockern.

    Am Besten wir senken die Steuern der Reichen auf Null, dann müssten wir nach neoliberaler Logik mit den Lohnzuschüssen zusammen innerhalb kürzester Zeit eine negative Arbeitslosigkeit haben, wenn mit den gesparten Steuern Arbeitsplätze bis zum Abwinken geschaffen werden.

    Immerhin geht es schon so lange aufwärts, dass wir die Talsohle fast erreicht haben.
  9. #9

    Wie bitte ....????

    "Das gelte vor allem auch "für jene 400.000 Arbeitslose, die in ihrem Leben noch nie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt haben" ..... und was haben die in ihrem bisherigen Leben gemacht ?? Nur ge-HARTZ-t und Schwarzarbeit ???


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