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Lange Autorennacht in Berlin: Allein gegen 100 Manuskripte
dapdAm Deutschen Theater in Berlin endete am Samstag kurz vor Mitternacht die "Lange Nacht der Autoren". Drei neue Stücke junger Dramatikerinnen wurden in Rohinszenierungen auf die Bühne gewuchtet. Der Juror hatte sich nur eins gewünscht: Bitte keine Nabelschau!
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...839370,00.html
- #1 17.06.2012 15:43 von
- #2 17.06.2012 17:51 von
Wo ist diese störende Ich-Bezogenheit denn? Wenn ich Lyrik à la Rimbaud lese, stört sie nicht, wenn ich Thomas Wolfe lese, stört sie nicht, wenn Carson McCullers aus ihrem eigenen Empfinden heraus ihr gesamtes Werk hindurch um nahezu die gleichen Themen kreiste, dann stört mich das nicht. Und heutige Schriftsteller? Ich muss zugeben, ich lese wenige, aber bei Vargas Llosas auch autobiographisch angehauchten Debüt "Die Stadt und die Hunde" habe ich das nicht als schlecht empfunden. Und was waren die Autoren der Beat Generation egomanisch, dennoch sind sie unterhaltsam, sind sie Künstler. Diese blöden ideologischen Parolen... Wir haben genug Menschen in dieser Gesellschaft, die mehr nach dem Geld und ihrem Vorteil trachten, als nach Erfüllung ihrer Selbst - und genau das meint die einzige Parole, die hier gelten darf: "Sei du selbst." "Sei nicht du selbst" bezieht sich reinweg auf den Schriftsteller, nicht auf das Werk. Die Mittelbarkeit zwischen Autor und Werk macht das Werk i.d.R. erst literarisch, dazu bedarf es jedoch keiner Verstellung. LG
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