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Landschaftsfotograf Elger Esser: Ein Mann sucht den Sommer

Elger EsserSeine verträumten Landschaftsbilder ähneln Postkarten, die in der Sonne ausgeblichen sind. Warum macht Elger Esser das? Ganz einfach: Den weltweit erfolgreichen Deutschen treibt die Sehnsucht nach dem Land seiner Kindheit. Das mag konservativ sein. Aber ist es auch Kitsch?

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...829409,00.html
  1. #1

    Nichts gegen den Fotografen ...

    ... aber diese Bilder in der Fotostrecke empfinde ich jetzt irgendwie als nichts Besonderes.

    International bekannte Fotokünstler sind schon oft so eine Sache. Irgendwie fragt man sich häufig, was deren Bilder denn nun von den Myriaden an Fotos in privaten Fotoforen unterscheidet. Die fette Mittelformatkamera? Das Studium an berühmten Schulen?

    Sorry, aber seine Kamera in die Landschaft zu stellen, eine Langzeitbelichtung für den mystischen Effekt zu machen, und hinterher einen Sepiafilter drüber zu klatschen - das machen auch tausende kleine Privatfotografen. Wenn auch nicht mehr so viel auf analogem Film oder eben mit Kameras im Kleinwagenwert.

    Und sie machen genau die gleichen klassischen Fehler wie das Abschneiden von Motiven wie beim Schiff in Bild eins, oder dem schiefen Horizont auf Bild zwei. In den Vordergrund reinragende Blätter wie in Bild fünf, sind auch keine Meisterleistung, und für den weiß ausgefressenen Himmel würde er in Bildbeurteilung in Hobbyforen ebenfalls Schelte erhalten.

    Also - was macht das Besondere dieser Fotos aus? Die Einsicht, aus einem eigentlich in der Dunkelkammer aus Versehen verdorbenen Foto eine Kunstrichtung zu machen?

    Es kommt einem vor wie bei bekannten Malern der Vergangenheit. Erst wenn jemand sagt, es sei Kunst, wird es auch plötzlich zur Solchen ...
  2. #2

    Herr Esser, Sie verstehen Ihr Handwerk. Großartig Ihr Blick! Die Fotos berühren mich wie Gemälde aus einer vergangenen Zeit. In ihnen sehe ich Sehnsüchte und Träume auch aus meiner Kindheit. Nur Schade, daß es so wenige Möglichkeiten gibt Ihre Arbeiten in einer Ausstellung zu sehen.
  3. #3

    Was kann man schon erwarten?! Wo die Sonne der Weisheit tief steht ....

    Millionen knipsen milliardenfach digital, kritiklos, Photoshop wird's schon richten.
    Qualität, künstlerisch und technisch, spielt kaum noch eine Rolle, geht im Hintergrundrauschen unter.
    Da reicht es schon, wenn jemand mit einem verbalen Scheinkonzept versucht, sich abzuheben.
    Künstlerisches Vakuum in der Fotografie ...
  4. #4

    Insbesondere das zweite Bild in der Fotostrecke (wie auch andere Bilder von Elger Esser) erinnert an einen Turner, ganz toll er schafft wahnsinnig viel Ausdruck und Emotion durch minimale Mittel. Wem sich der Unterschied zu Bildern aus Hobbyforen nicht erschließt und wer dann noch glaubt "klassische Fehler" zu entdecken ( :D ) dem ist nicht zu helfen. Ich werde mir die Ausstellung auf jeden Fall anschauen, danke für den Artikel.
  5. #5

    Sehnsuchtsbilder, selbstverständlich. Ist man tagsüber in diesem Garten, muss man ihn teilen. Hat man ihn nachts für sich, kann er in eine andere Wirklichkeit verbracht werden. In ein unvergängliches Fixum. Es ist die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. Es ist die Ewigkeit selbst, die Gestalt annimmt. Und sehr richtig: mit welchem Adjektiv wollte man dies beschreiben?

    Der Akt der Transformation ist am Beispiel von Giverny natürlich eklatant. Er ist praktisch überhaupt nicht vorhanden in der Mimesis des Meeres und des Himmels in anderen Bildern. Diese sind sehr konventionell im Vergleich zur radikalen Umgestaltung des Gartens. Von Mimesis zu Poiesis.

    Wunderbar!
  6. #6

    Das Übliche....

    Zitat von Politikum Beitrag anzeigen
    Und sie machen genau die gleichen klassischen Fehler wie das Abschneiden von Motiven wie beim Schiff in Bild eins, oder dem schiefen Horizont auf Bild zwei. In den Vordergrund reinragende Blätter wie in Bild fünf, sind auch keine Meisterleistung, und für den weiß ausgefressenen Himmel würde er in Bildbeurteilung in Hobbyforen ebenfalls Schelte erhalten.
    99% der Hobbyknipser werden niemals über die Ansichten der klassischen "Grundregeln der Fotografie" hinaus kommen. Es erinnert mich an die typische "Bildkritik" von Laien in Museen bei der Betrachtung von abstrakter Kunst: "Na, das hätten wir aber auch gekonnt.". Nein, hätten sie nicht. Wie kommen Hobbyforisten eigentlich zu dem Glauben, dass ihre Meinung die einzig Richtige ist?

    Über Geschmack lässt sich in jedem Fall streiten. Aber dieses Aberkennen der Leistung des Künstlers, weil man selbst "Fotografische Grundlagen - Teil I" bis zum Ende durchgelesen hat, und denkt es dadurch besser zu können, ist arrogant und naiv zugleich.

    Hätte Esser seine Motive abgebildet nach diesen klassischen "Grundregeln der Fotografie", mit perfekter Belichtung und Farbsättigung, mit tadellosem Ausschnitt, Monets Garten auf diese Weise vielleicht tagsüber fotografiert.... ja, dann hätte man ihn aufgenommen in die Riege der Hobbyfotografen. Und seine Werke wären untergegangen im gigantischen Einheitsbrei des Internets.

    Danke Herr Esser, dass es Leute wie Sie gibt, die die Welt mit ihrem eigenen Auge sehen, und nicht mit dem ihres Werkzeuges.


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