Wu JiangDurch die Urbanisierung verlieren Millionen Chinesen ihr Land - und wehren sich immer erbitterter: Ein Mann übergießt sich mit Benzin, um den Abrisstrupp zu stoppen. Ein Polizist erschießt ihn. Nun will der Staat ein ganzes Viertel mundtot machen. Eine Alltagsgeschichte aus Panjin, China.
Landnahme in China - SPIEGEL ONLINE
daß eine enorme Zahl von Umsiedlungen erforderlich ist.
Sei es aus Gründen der Urbanisierung, die Bauern solle zu Städtern werden,
sei es aus Gründen von Baumaßnahmen, und zwar sowohl privatwirtschaftlicher Natur als auch aus öffentlichem Interesse, Flughäfen, Bahntrassen, Autobahnen seien da nur als griffige Beispiel genannt.
Nun haben sich in der Vergangenheit einige Entscheider den Erpressungsversuchen Einzelner gebeugt und teilweise exorbitante Entschädigungen gezahlt (Suchbegriff dazu "Nagelhäuser"), was wiederum die, die sich mit weniger zufrieden gegeben haben, sauer gefahren hat.
Sowas verdirbt die Verhandlungskultur, und so kommt es immer wieder zu heftigen Streitigkeiten zwischen "vertriebenen" Immobilienbesitzern und den Behörden.
Wobei jeder, der China kennt, weiß, wie schnell und wie gewalttätig solche Streitigkeiten in diesem Land eskalieren können.
Keine Meteoriten, keine Sintflut, aber in China geht die Welt unter... jeden Tag aufs Neue und der Westen schaut zu, schaudernd, der sündige Konsumer mit schlechtem Gewissen und natürlich mit dieser omnipotenten Perspektive des historischen Allwissenden, der genau im Bilde ist und weiß, was die Führungsrige in Peking liest und mal wieder unkt, dass die Revolution dort bald losschlagen wird. Danke! Einfach nur gute Unterhaltung!
Auch wenn nach "Chinesischem Recht" ( was nach unseren Maßstäben meist schreiendes Unrecht ist ) das Land dem Staat gehört, also den Parteibonzen, korrupten Beamten und tyrannischen Ausfühungsorganen staatlicher Gewalt, muß sich der Spiegel nicht dessen Vokabular bedienen.
Was die Chinesische ( Irre- )Führung als Landnahme verharmlost, ist und bleibt Raub, der Begriff Zwangsenteignung ist mir noch zu lasch.
Ob Sie Ihre Chinesischen Korrespondenten schützen wollen oder sich es mit für künftige Pressegenehmigungen in China nicht verscherzen wollen ist mir dabei schnuppe!
Sie schreiben ja auch "Holocaust" und nutzen nicht die Verniedlichungen rechtsradikaler Gruppierungen.