Auch auf Indiens Straßen sieht man noch immer viele Exemplare des
Premier Padmini, eines anderen Fiat- 1100 Derivates.
Colin DelfosseFür eine Reportage reiste Colin Delfosse nach Zentralasien - und verliebte sich in alte, russische Autos als Fotomotiv. Im Interview erzählt der 30-jährige Belgier, warum nur Russen Ladas verstehen - und was Kuba und Kasachstan gemeinsam haben.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...831360,00.html
Auch auf Indiens Straßen sieht man noch immer viele Exemplare des
Premier Padmini, eines anderen Fiat- 1100 Derivates.
Wer Autos mit Rostflecken sehen will, der muß gar nicht so weit reisen. Auch der "Premium"-Hersteller Mercedes hat hier eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Ich habe noch zwei in meinen Garagen. Und ob diese Perlen deutscher Ingenieurskunst auch einmal so alt werden wie die Ladas darf man mit Fug und Recht bezweifeln.
Die Ladas halten aber auch nur dort solange weil es erstens meist keinen TÜV o.ä. gibt und weil dort die Instandhaltung/Werkstatt/Arbeitsstunden billig sind.
Nur weil Sie Rostflecken an Ihrem Mercedes haben heißt das ja noch nichts. In Deutschland lohnen bei alten Autos aufgrund der Arbeitskosten einfach oftmals Reparaturen nicht mehr - sobald der Wagen dann aber z.B. in den Nahen Osten geht laufen die Fahrzeuge da gerne nochmal 500.000km und mehr.
Ganz einfach weil dort billig instandgehalten werden kann.
Aufgrund der Marktstrukturen in Deutschland wäre es halt unsinn z.B. ein Fahrzeug schweißen zu lassen weil dass eben in die Tausende gehen kann wegen der Arbeitskosten. Gleichzeitig gibt es hier einen übertrieben großen Markt an billigen Gebrachtfahrzeugen aufgrund der "Autogeilheit" hier zu Lande.
Dass aber ihre Benz' Ihrer Meinung nach wegen ein paar Rostflecken nicht alt werden ist natürlich süß aber schwachsinn ;-)
Ersatzteilpreise in 3-4facher Höhe vom Original und mangelnde Standardisierung wg. Sperrpatenten tun hier ihr übriges.
Warum kann ich in ein altes Auto nicht einfach einen aktuellen Motor einbauen? Warum kostet ein einzelner Motor 10.000€? Warum gibt es nicht gestrippte Autos, nur mit Fahrersitz, damit sich arme Arbeiter sowas leisten können? Warum kann man die Autos nicht nachträglich, wie Geld vorhanden ist nachrüsten?
"Schwachsinn" ist eine etwas derbe Formulierung, aber es stimmt natuerlich, dass die neuzeitlichen MBs nicht an ein paar Rostflecken sterben werden, sondern bereits vorher an den massiven konstruktiven Maengeln ihr Leben aushauchen.
Hier eine Auswahl aus den letzten 15 Jahren:
- Elektronische Bremsanlagen, die komplett versagen koennen
- Motor-Stirnraeder, deren Zaehne nach 45000km aufgrund ungeeigneten Stahls verschlissen sind
- Motor-Kabelbaeume, die in der Hand zerbroeseln
- angebrochene und deshalb undichte Kuehlerstutzen, undichte Wassertankverschluesse
- Kettenspannergleitschienen, die ebenfalls zerbroeseln und damit indirekt Ventile/Kolben zerstoeren koennen
- Getriebe, die keine 100000km halten, wenn man sich auf die - allerdings inzwischen korrigierte - anfaengliche Hersteller-Aussage lebenslanger ATF-Fuellung verlaesst
Zum Schluss und Trost noch ein einfach zu beseitigender Mangel:
- Sicherungskaesten, deren Kontaktkraefte stark nachlassen und zu beliebigen Problemen fuehren koennen, vom Blinkerausfall bis zum Stehenbleiben
Es gibt amerikanische Kommentatoren, die im Zusammenhang mit dem Verkauf von Mercedes KFZs allgemein von Betrug sprachen - inzwischen soll sich die Qualitaet allerdings wieder gebessert haben.
Zu behaupten, dass sich meist nur die politische Elite und Oligarchen europäische und japanische Autos leisten können entspricht zumindest in Kasachstan nicht der Wahrheit. Ich bin selbst oft dort unterwegs und kann berichten, dass zwar sehr viele Szigulis, Ladas, Moskwitsch und sogar noch genügend Wolgas unterwegs sind, aber auch zunehmend mehr und mehr ausländische Fahrzeuge. Wobei VW mit die beliebteste Marke ist. Die politische Elite und die Oligarchen fahren Hummer, Maybach, Panamera, AMG usw. In der Stadt in der ich immer bin mit knapp 300.000 Einwohnern fahren sicher mehr ausländische Fahrzeuge als die im Bildbericht dargestellten. Allerdings sah das Verhältnis vor 5 Jahren noch anders aus.
Übersehen darf man dabei aber auch nicht, dass die hier im Bericht gezeigten Fahrzeuge zwar rosten, aber oft schon ein Alter von 35 und mehr Jahren auf dem Buckel haben. Und das in einer Masse, die in Europa kaum vorstellbar wäre. Die rosten zwar, aber nicht soviel wie es in Deutschland der Fall wäre, wo schon bei zwei drei Schneeflocken der Salzteppich ausgelegt wird. Hier wird gar nicht gesalzen, dafür darf man im Winter mit Spikes fahren. Und solange die Straßen ein wenig geräumt werden, solange geht das auch ganz komfortabel. Wenn keine Räumung erfolgt ist das dann allerdings eine ziemlich ungemütliche Fahrerei, da nur ein paar Fahrrinnen vorhanden sind.
Übrigens bin ich überzeugt, dass beinahe jegliches europäische automobile Massenerzeugnis der 70er und beginnenden 80er Jahre bei solch intensiver Nutzung in Europa schon längst auseinander gefallen wäre, und zwar vor lauter Rost.
schade... wäre da mehr gewesen als nur die Idee ein paar alte Autos zu fotographieren, hätte aus dem Ansinnen des Fotogaphen richtig etwas werden können. Wirkliche Begeisterung hätte nämlich dazu geführt, dass man das Abenteuer "Rückreise im Lada" zumindest angegangen wäre. Dann wären auch echte Geschichten übrig geblieben, die es (bebildert) wert gewesen wären zu erzählen. So bleiben nur ein paar Fotos, welche man ähnlich auch in der mitteleuropäischen Provinz hätte machen können.
am Thema vorbei. Der Lada ist kein Überrest. Ihn gibt es noch neu und in verschiedenen Modellen. Lada-Versteher nach Zweihundertmetern Fahrstrecke sein zu wollen, ist Größenwahn.