Kursverfall in Russland: Warum der Rubel abwärts rollt

REUTERSSechs Prozent binnen einer Woche: Der Rubel verliert stark an Wert, Kapitalflucht und sinkende Ölpreise setzen der Währung zu. Nun muss Russland fürchten, sich an einer Krise aus dem Westen anzustecken - schon wieder.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...836640,00.html
  1. #10

    Wachstum von 4% wäre hierzulande

    Moskaus eigene Wirtschaftsperspektiven lassen sich eigentlich durchaus sehen: Nach rund vier Prozent Wachstum im vergangenen Jahr prognostiziert die Rating-Agentur Standard & Poor's für 2012 ein Wachstum von immer noch 3,5 Prozent.

    Was hinter dem Verfall des Rubel steckt - SPIEGEL ONLINE[/QUOTE]

    phantastisch, aber in Russland, das sich quasi auf dem Niveau eines Entwicklungslandes befindet, müsste der Wachstum wesentlich höher sein. Russland produziert so gut, wie gar nichts. Die wichtigste Einnahmen sind die Rohstoffe, insofern hat sich kaum etwas geändert, höchstens die Verteilung: früher die Partei(-bonzen), Heute die Oligarchen und die dahinterstehenden Politiker. Und Positives? Russland ist so reich an Rohstoffen, dass es praktisch nicht ausgeraubt werden kann.
  2. #11

    Da liegt doch doe Lösung sehr nahe!

    Die Russen verkaufen ihr Öl und Gas in Zukunft nicht mehr gegen Dollar und koppeln sich so von der Währungsspekulation ab und bekommen den Vorteil eines Petrorubels, der dann tiefe Wirkungen auch in den Euroraum entfalten würde.
  3. #12

    Sippenhaft und der Versailler Friede

    Zitat von oisblues Beitrag anzeigen
    ... Sippenhaft wurde meines Wissens nach abgeschafft, oder doch nicht?
    Nein. Der Versailler Friede, nach welchem die Reperationszahlungen erfolgten, war beseelt vom Gedanken einer Sippenhaft. Das ganze deutsche Volk, egal ob Kind, ob Greis, sollte für den I. Weltkrieg büßen. Laut Sebastian Haffner ( "Die sieben Totsünden des Deutschen Reiches" ) hatte Dtl. den Krieg zwar nicht verschuldet aber herbeigeführt. Ohne Zweifel gab es vor 1914 in Frankreich starke Kräfte, die eine Revanche für den Krieg von 1870/71 herbeisehnten. Und in Dtl. solche, die den Franzen wieder einen reinwürgen wollten. Als es endlich soweit war, rutschten auf allen Seiten die Hosen.

    Die Chancen für einen Ausgleich ( zugegebenermaßen sehr schwierig wg. der dt. Okkupation von Elsaß-Lothringen ) wurde vor 1914 nicht einmal wahrgenommen, geschweige denn daß sie in einer bewußten Entscheidung verworfen wurden. Die dt. Außenpolitik ist seit je her eine eigentümliche Melange von Ignoranz und herrischer Attitüde. Die aktuelle Regierung steht dahingehend in einer unguten Tradition. Ich erinnere nur an die Forderungen von Herrn Schäuble in Bezug auf die Gesetzgebung in Griechenland. Die Verträge von Locarno, die Verträge in der Zeit nach dem II. Weltkrieg ( Montan-Union, Römische Verträge, der Grundlagenvertrag zwischen der BRD und der DDR, usw. ) scheinen heute eher historische Ausnahmen, lichte Moment in der dt. Politk, zu sein.

    Wenn man das alles bedenkt, kann es einem ganz schön bitter werden! Schwäbischer Geiz im Zusammenspiel mit brandenburgischer Ignoranz können keine brauchbare Ergebnisse zeitigen. Die gehen allen Ernstes soweit, den europäischen Zusammenhalt auf Grund vollkommen verdrehter moralingeschwängerter Vorstellungen in Bezug auf die volkswirtschaftliche Bedeutung von Geld, willentlich zu verspielen; soviel Idiotie muß man erst einmal aufbringen! Die politischen Eliten Europas wirken darüber sprachlos. Und man sollte sich nicht täuschen lassen: Wäre nicht die offensichtliche Hilflosigkeit Sarkozys im Umgang mit Merkel, wäre Dtl. bereits jetzt in einem gefährlichen Maße offen sichtbar politisch isoliert. Man kann nur hoffen, daß dem neuen französischen Präsidenten Hollande gelingt, was Sarkozy - wohl aus Gründen seinen sprunghaften Temperaments - versag blieb. Die NATO taugt als letzter äußerer politischer Rettungsanker nicht; die Zeiten sind vorbei. Das Thema Afghanistan-Abzug wird das noch offenlegen.

    Die Stoffels bei den Sozen sind aber auch nicht viel besser.

    Nein; es ist noch nicht vorbei. Einen etwaigen Zusammenbruch der Euro/EU-Zone hat Dtl. nicht verursacht aber im Wesentlichen herbeigeführt. Es kann in diesem Sinne durchaus passieren, das wieder sippengehaftet wird ...
  4. #13

    [Zitat von matz-bam]
    "Ach, den Verbraucher betrifft das aber wohl nicht.Sinkende Ölpreise. Diese sogenannte Marktwirtschaft ist reinste Vera..sche."

    Also ich hab schon bemerkt das die Spritpreise fallen. Seit ca. Februar oder so musste ich immer für ca. 1.45 Diesel tanken. 5 Cent mehr als viele Monate davor. Jetzt kann ich wieder für ca. 1.36 tanken. Das ist billiger als Ende letzten Jahres. Das heißt der Preis ist gefallen!!
  5. #14

    Im Großen und Ganzen....

    Zitat von Walther Kempinski Beitrag anzeigen
    Genau das war doch der Grund für den Zusammenschluß der vielen kleinen Einzelwährungen in Europa. Der Euro ist nicht aus einer Weltkriegsschuld Deutschland heraus entstanden (wie manche Leute wie Sarrazin stur und nie müde zu verbreiten versuchen).
    ...
    Die Leute sollen also bitte nicht so tun, als wäre der Euro die größte Katastrophe für Deutschland. Nein, wir müssen 70 Jahre nach dem Krieg nicht für unsere Sünden zahlen (haben wir das jemals?). Und das deutsche Schuldgefühl war auch nicht Geburtshelfer für den Euro. Deutschland hat ein klares egoistisches Interesse am Euro. Der Euro ist schlichtweg gut für uns und bringt selbst (oder gerade) in Zeiten von Krisen eine bessere Sicherheit als Einzelwährungen.
    Im Großen und Ganzen möchte ich ihnen zustimmen, aber nicht in allen Punkten.
    In vielen €uroländern hat die Krise auch was entscheidenes mit der schlechten Wirtschafts und Finanzpolitik in der EU zu tun.
    Der €uro dient vor allen den wirtschaftlich staken Ländern und die werden die armen Teufel mit Geld bei Laune halten, weil sie hoffen weiterhin gute Geschäfte machen zu können.
    Aber wenn man nicht schleunigst die Wirtschaft in allen Ländern auf die Sprünge hilft, dann nützt auch kein Fiskalpakt mehr.
    HR
  6. #15

    Toll

    Zitat von blob123y Beitrag anzeigen
    deshalb bin ich schon vor 15 Jahren ausgewandert, denn mir war klar das das alles nur im Disaster enden kann, Politikern ist nichts klar und deshalb hat die totale Irrationaliet und Steuergelderverbrennung in Europa Hochkonjunkur.
    und wo ist den das gelobte Land, wenn ich fragen darf. Meiner Meinung nach steuert nicht nur Europa oder Deutschland ins Disaster.
  7. #16

    Zitat von atherom Beitrag anzeigen
    phantastisch, aber in Russland, das sich quasi auf dem Niveau eines Entwicklungslandes befindet, müsste der Wachstum wesentlich höher sein.
    Blödsinn. Nennen Sie ein Land mit gleichem Pro-Kopfeinkommen wie in Russland, das wächst schneller, als Russland.

    Zitat von atherom Beitrag anzeigen
    Russland produziert so gut, wie gar nichts.
    Falsche Behauptung.
    Russland produziert sehr viel, aber exportiert es werden hauptsächlich Rohstoffe und einfache Güter.

    Russische Einnahmen aus Exporte, ohne Gas und Öl, wird trotzdem Größer als Import aus Ausland, das sagt viel.

    Zitat von atherom Beitrag anzeigen
    Die wichtigste Einnahmen sind die Rohstoffe, insofern hat sich kaum etwas geändert, höchstens die Verteilung: früher die Partei(-bonzen), Heute die Oligarchen und die dahinterstehenden Politiker. Und Positives? Russland ist so reich an Rohstoffen, dass es praktisch nicht ausgeraubt werden kann.
    In Rohstoffindustie arbeitet gerade 5% gesamter Arbeitskraft.
    Positives das man in Russland vom Jahr zum Jahr besser lebt, aber Russland braucht Zeit um besseres Lebensstandart zu entwickeln.
  8. #17

    6% in einer Woche? Ich denke, EU steht kurz vor dem Kollaps.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sechs Prozent binnen einer Woche: Der Rubel verliert stark an Wert, Kapitalflucht und sinkende Ölpreise setzen der Währung zu. Nun muss Russland fürchten, sich an einer Krise aus dem Westen anzustecken - schon wieder.

    Was hinter dem Verfall des Rubel steckt - SPIEGEL ONLINE
    Warum fällt der Rubel? Weil die EU-Banker, die ein Teil ihrer Gelder in RU geparkt hatten, das Geld dringend brauchen und es abziehen.

    EU steht kurz vor dem Zusammenbruch. In zwei Wochen ist es GR, danach geht Schlag auf Schlag: S, I, IR, PT.

    Uns steht ein heißer Sommer vor!
  9. #18

    Das ist ein Dreieck

    Thailand, Kambodscha und Myanmar auch wenn jetzt wieder, wie ueblich jeder dagegenschreit, die sowieso nichts wissen da die noch nie dort waren. Dort hat man keinen Aerger, lebt gut, man kann noch was machen, nichts ist derart einbetoniert wie in Europa. Man wird nicht andauernd von Behoerden gegaengelt und abkassiert ueber alle moeglichen Steuern und Abgaben etc. , Klima ist immer warm bis heiss, den Strand vor der Tuer, das Pool hinterm Haus, ein Mittagessen fuer 2 Euro, keine Polisten mit der Lasergun hinter jeden zweiten Baum usw. Ihr Leute da drueben habt die letzten 50 Jahre auf Pump gelebt und damit ist jetzt Schluss und in noch mal 10 Jahren wird die Islamtsunami ueber euch hinwegschwappen etc. wird boese enden, trust me !


    Zitat von xander65 Beitrag anzeigen
    und wo ist den das gelobte Land, wenn ich fragen darf. Meiner Meinung nach steuert nicht nur Europa oder Deutschland ins Disaster.
  10. #19

    Handelsbilanz

    Zitat von aleschua Beitrag anzeigen
    ... Russland produziert sehr viel, aber exportiert es werden hauptsächlich Rohstoffe und einfache Güter.
    Wie sähe die Handelsbilanz Rußlands ohne Rohstoff-Exporte aus? Was wird sein, wenn die Öl- und Gas-Vorkommen erschöpft sind?