Forum


 

Kursminus in New York: Schwacher US-Jobmarkt beunruhigt Börsianer

REUTERSKommt die Erholung der amerikanischen Wirtschaft ins Stocken? Schlappe Arbeitsmarktdaten haben an den New Yorker Börsen neue Verunsicherung geweckt. Seit Montag haben die wichtigen Indizes Dow Jones 30, S&P 500 und Nasdaq deutlich verloren.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...831462,00.html
  1. #10

    Zitat von tailspin Beitrag anzeigen
    Schlechte Arbeitsmarktzahlen setzen Bernanke und Obama unter Druck, etwas zu tun.
    Das sehe ich erstmal auch so.
    Zitat von tailspin Beitrag anzeigen
    Was koennen sie wohl tun? Nichts vernuenftiges, natuerlich. Ausser Geld drucken (QE) und aus dem Fenster hauen. Pardon, den Banken geben, oder unrentable Investitionsprogamme wie Solyndra (RIP) anschieben.
    Stimmt, das ist die amerikanische Lösung und leider auch in zunehmendem Maße die europäische. Allerdings mit dem Unterschied, dass sich beim US$ als wichtigster Reservewährung die frischgeduckten $ über die ganze Welt verteilen und den Inflationsdruck in den USA selbst mildern. In der €-Zone wird er deutlich höher sein.

    Zitat von tailspin Beitrag anzeigen
    Allerdings hat inzwischen auch Bernanke erkannt, dass der Grenznutzen einer lockeren Geldpolitk immer geringer wird. Der Mann auf der Strasse sieht das Spielgeld zuletzt und erst nachdem die Inflation ein Stueck vorwaertsgalloppiert ist. Der Strassenmann hat also nichts davon.
    Wenn man es etwas langfristiger betrachtet war der Grenznutzen billigen Geldes schon immer eher negativ, es war also eher ein Grenzschaden. Man sollte nicht vergessen, dass es eben diese lockere Geldpolitik unter Greenspan war, die die Blase am US-Immobilienmarkt erst möglich gemacht und nach dem Platzen dieser Blase erst die US-Banken und dann den Rest der Welt in die Krise gestürzt hat.

    Zitat von tailspin Beitrag anzeigen
    Apropos: Gold ist der einzige absolute Masstab fuer die Geldentwertung ohne Counterparty Risiko. Goldfutures (Papiergold) wurden von interessierten Kreisen (den Zentralbanken nahestehenden Institutionen wie der BIS) in den vergangenen Wochen durch Leerverkaeufe schwer schwer nach unten manipuliert, um die inflationaere Wirkung der $ Ausweitung auch ohne QE zu vertuschen. China haelt dagegen mit echten Goldkaeufen.

    Das Ergebnis: Schwer umkaempft, aber immer hin. Gold sitzt immer noch im im 10 jaehrigen ungebrochenen Aufwaertstrend.
    Ich bin selbst großer Goldfan, allerdings nur von echtem und nicht von irgendwelchen Futures oder Zertifikaten. Man muss aber sagen, dass Gold im Moment schon einiges von seinen Höchstständen entfernt ist. Wenn man Ihrer Argumentation folgt, und sagt: im starken Anstieg des Goldpreises in den letzten Jahren spiegelt sich die Inflation bzw. die Inflationserwartung der Anleger wieder, müßte das Abböckeln des Goldpreises von seinen Höchstständen umgekeht eine zurückgehende Inflationserwartung signalisieren. Ich denke, wir sind uns einig, das die Inflationsgefahren heute deutlich höher sind als vor 2 oder 3 Jahren.
  2. #11

    Point of no return

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Ich bin selbst großer Goldfan, allerdings nur von echtem und nicht von irgendwelchen Futures oder Zertifikaten. Man muss aber sagen, dass Gold im Moment schon einiges von seinen Höchstständen entfernt ist. Wenn man Ihrer Argumentation folgt, und sagt: im starken Anstieg des Goldpreises in den letzten Jahren spiegelt sich die Inflation bzw. die Inflationserwartung der Anleger wieder, müßte das Abböckeln des Goldpreises von seinen Höchstständen umgekeht eine zurückgehende Inflationserwartung signalisieren. Ich denke, wir sind uns einig, das die Inflationsgefahren heute deutlich höher sind als vor 2 oder 3 Jahren.
    Bernanke sitzt, wie die AMIs sagen, "between a rock and a hard place".

    $ 15 Billionen Staatsverschuldung, 10 % Zuwachs jeden Jahr, weil nur 60 % der Staatsausgaben ueber Steuern gedeckt sind.

    Jeder Prozentpunkt an Verzinsung von Treasuries kostet Bernanke ab naechstem Jahr kumulativ (vereinfacht ohne Beruecksichtigung von Maturitaeten):

    1 % * 16.5 * 10^12 = $ 165 Mrd./ Jahr oder knapp 5 % des US Gov Jahresbudges.

    Bernanke kann sich gar keine hohen Zinsen mehr leisten. Um die Zinsen niedrig zu halten, muss er vermehrt seine eigenen maturierten Schatzbriefe zurueckkaufen und zusaetzlich neue zur Deckung des neuer Defizite ausgeben. Die kann er dann auch gleich mit kaufen.

    Das geht nur ueber eine exponentielle Ausweitung der Geldmenge.

    Das System kann nur noch mit Muehe am explodieren gehindert werden. Gold wird nicht mehr fallen. Und diejenigen, die short Edelmetall Futures sind, werden nicht liefern koennen, wenn das moentaere System zimbabweartig zusammenbricht und diejenigen, die long Futures sind auf Lieferung der Sachwerte bestehen.

    Wenn auch nur eine Unze Gold nicht geliefert werden kann:
    Gold to the moon.
  3. #12

    Zitat von tailspin Beitrag anzeigen
    Bernanke sitzt, wie die AMIs sagen, "between a rock and a hard place".

    $ 15 Billionen Staatsverschuldung, 10 % Zuwachs jeden Jahr, weil nur 60 % der Staatsausgaben ueber Steuern gedeckt sind.

    Jeder Prozentpunkt an Verzinsung von Treasuries kostet Bernanke ab naechstem Jahr kumulativ (vereinfacht ohne Beruecksichtigung von Maturitaeten):

    1 % * 16.5 * 10^12 = $ 165 Mrd./ Jahr oder knapp 5 % des US Gov Jahresbudges.

    Bernanke kann sich gar keine hohen Zinsen mehr leisten. Um die Zinsen niedrig zu halten, muss er vermehrt seine eigenen maturierten Schatzbriefe zurueckkaufen und zusaetzlich neue zur Deckung des neuer Defizite ausgeben. Die kann er dann auch gleich mit kaufen.
    Ich stimme Ihrem Szenario im wesentlichen zu. Vielleicht ist es sogar noch untertrieben. Bislang hat die US Defizitfinanzierung ganz gut geklappt weil sich immer noch in beträchtlichem Ausmaß ausländische, meist asiatische Käufer, für amerikanische Schuldverschreibungen fanden. Das muss aber nicht für alle Zeit so bleiben. Im Gegenteil, wenn die amerikanische Staatsfinanzierung außer Kontrolle gerät, könnten wir auch bei diesesm Asset einen Käuferstreik sehen. Dann wird's erstmal finster weil in dem Moment natürlich sofort der $ als Weltreservewährung in Frage steht. Dann bleibt nur noch die Frage was kann an Stelle des $ kommen. Der € hätte vielleicht eine Chance gehabt die Stellung der $ einzunehmen. Da man aber in Euroland mehr und mehr die amerikanische Politik kopiert, hat sich der € damit wohl selbst aus dem Rennen geschossen.
    Zitat von tailspin Beitrag anzeigen
    Das geht nur ueber eine exponentielle Ausweitung der Geldmenge.
    Ich fürchte, dass man diesen Weg geht und das hätte dann ebend die gerade skizzierten Folgen. Alternativ wären natürlich auch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen denkbar. Die scheinen zwar politisch momentan kaum durchsetzbar, wenn aber der weltweite Status des $ auf dem Spiel steht, geht da vielleicht doch was.
    Zitat von tailspin Beitrag anzeigen
    Das System kann nur noch mit Muehe am explodieren gehindert werden. Gold wird nicht mehr fallen. Und diejenigen, die short Edelmetall Futures sind, werden nicht liefern koennen, wenn das moentaere System zimbabweartig zusammenbricht und diejenigen, die long Futures sind auf Lieferung der Sachwerte bestehen.

    Wenn auch nur eine Unze Gold nicht geliefert werden kann:
    Gold to the moon.
    Genau aus diesem Grund bin ich auch für echtes Gold und nicht für "Papiergold".
    Wo wir gerade bei Gold sind, warum lagern eigentlich 95% der Bundesbank Goldbestände im Ausland, das meiste davon in den USA? Ich finde, man sollte das rechtzeitig unter den Geltungsbereich des Grundgesetzes bringen, so wie die Franzosen ihres schon vor Jahrzehnten nach Frankreich geholt haben.
  4. #13

    Mein Tip

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Dann bleibt nur noch die Frage was kann an Stelle des $ kommen. Der € hätte vielleicht eine Chance gehabt die Stellung der $ einzunehmen. Da man aber in Euroland mehr und mehr die amerikanische Politik kopiert, hat sich der € damit wohl selbst aus dem Rennen geschossen.
    Ich tippe aucf Yuan als goldgedeckte Waehrung.

    Die Chinesen kaufen Gold und Goldminen mit beiden Haenden.

    Goldgedeckte Schatzbriefe in Yuan werden weggehen wie Freibier.
  5. #14

    Good-bye Euro

    @ fabian 12:

    Drch den Schuldenschnitt hat sich der Euro als mögliche Weltleitwährung selbst abgeschossen, denn es gibt nun mal keinen "griechischen" Euro -- nur eine europaweite Währung, deren absolute Sicherheit damit permanent verletzt wurde.
  6. #15

    Adam Riese Made in USA

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kommt die Erholung der amerikanischen Wirtschaft ins Stocken? Schlappe Arbeitsmarktdaten haben an den New Yorker Börsen neue Verunsicherung geweckt. Seit Montag haben die wichtigen Indizes Dow Jones 30, S&P 500 und Nasdaq deutlich verloren.

    Flauer US-Jobmarkt drückt Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 ins Minus - SPIEGEL ONLINE
    Wer den Wert "Not in Labor Force" umgeht der umgeht die Tatsachen.

    Im März stieg die Zahl der nicht dem ASrbeitsmarkt zur Verfüguing stehenden (16-64 Jahre alt) um 333000 und im April um 522000.

    Das heißt dass sich allein im März und April über 855000 US Bürger zwischen 16 und 64 entschlossern Haben keiner Arbeit zu brauchen.

    Warum wird dieser paradusische Wohlstandswert nicht erwähnt.
    Inzwischen beträgt er 88,419 Millionern US Bürger zwischen 16 und 64 die dem Artbeitsmarkt (angeblich) nicht zur Verfügung stehen.
    Gewiss der Wert, der von 1990 ca. 62,5 Millionen über 2009 ca. 78,5 Millionen in Monatschritten seit 2009 von ca. 300000, stieg enthält einen Teil Studenten und Schüler - aber es ist doch der einzig wirklich steigende Wert in der US Wirtschaft.
    Warum wird er immer verschwiegen?
  7. #16

    jaja

    Zitat von Ernst August Beitrag anzeigen
    Wer den Wert "Not in Labor Force" umgeht der umgeht die Tatsachen.

    Im März stieg die Zahl der nicht dem ASrbeitsmarkt zur Verfüguing stehenden (16-64 Jahre alt) um 333000 und im April um 522000.

    Das heißt dass sich allein im März und April über 855000 US Bürger zwischen 16 und 64 entschlossern Haben keiner Arbeit zu brauchen.

    Warum wird dieser paradusische Wohlstandswert nicht erwähnt.
    Inzwischen beträgt er 88,419 Millionern US Bürger zwischen 16 und 64 die dem Artbeitsmarkt (angeblich) nicht zur Verfügung stehen.
    Gewiss der Wert, der von 1990 ca. 62,5 Millionen über 2009 ca. 78,5 Millionen in Monatschritten seit 2009 von ca. 300000, stieg enthält einen Teil Studenten und Schüler - aber es ist doch der einzig wirklich steigende Wert in der US Wirtschaft.
    Warum wird er immer verschwiegen?
    ........

    Weil die Zahlen in bestimmter Art manipuliert werden sollen. Sie sind ja sowieso ein Witz, den die irrwitzig hohe Zahl der nicht mehr leistungsberechtigten Arbeitssuchenden wird einfach unterschlagen.
    Und die andere hinmanipulierte Seite der Medaille ist nicht minder unerfreulich: Da werden die Riesengewinne diverser Unternehmen bejubelt, die einzig auf milde Gaben des Staates und der Notenbanken sowie auf massiven Arbeitsplatzabbau zurückzuführen sind.
    Apple macht seine ach so tollen Gewinnen vor allem, weil sie unschlagbar günstig in China produzieren lassen. Was die Börse dann feiert. Daß die Arbeitslosenzahlen des Heimatmarktes vor diesem Hintergrund unweigerlich wachsen müssen, wird schulterzuckend zur Kenntnis genommen und mit kurzen Kurseinbrüchen bedacht. Schließlich taucht dann regelmäßig und schnell wieder die Idee auf, nun doch müßte Bernanke die Märkte wieder mit Q3 und ähnlichen Leckereien fluten....
    Zum Kopfschütteln!
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....


TOP



TOP