Ich freu mich schon wieder auf die unsäglichen hohlen Phrasen, mit denen die kindischen Basteleien großgequatscht und hochgejazzt werden. Die Branche hat inzwischen einen umfassenden Jargon entwickelt, mit dem sich jede Inhaltsverweigerung zu raunendem Tiefsinn ummünzen kann.
Beispiele:
Das Kunstwerk bewegt sich „im Spannungsfeld von“… Deutsch: Die Wurstelei hat eigentlich gar keinen klaren Bezug zu irgendwas.
Der Künstler stellt Sehgewohnheiten infrage …Da fragt man sich: Wessen Sehgewohnheiten eigentlich? Meine kennt er ja gar nicht.
Der Künstler lotet in seinem Werk XY aus Deutsch: Er hat keine Idee, aber die wiederholt er ständig.
Die Arbeit des Künstlers gemahnt an …(hier kommt ein großer Name der Vergangenheit) und gibt dem Schreiberling Gelegenheit, absurde Verwandtschaften zu stiften, um das Gebastel aufzuwerten.
Selbstverständlich ist der Schreiberlich stets verblüfft, wenn nicht gleich völlig verstört, und kann damit seine eigene Sensibilität für die hochbedeutende Kunst dieser Tage zur Schau stellen.
Etc.
Viel Spaß in Kassel
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