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Kuriose Verkehrsrecht-Urteile: Autofahrer muss nicht für Hühnertod haften
Getty ImagesGehört ein Brauerei-Pferd in die Kneipe? Welches Schritttempo gilt eigentlich für Fahrradfahrer? Und was hat ein Massentod im Hühnerstall mit einer zugeschlagenen Autotür zu tun? Kuriose Fälle wie diese sind an deutschen Verkehrsgerichten verhandelt worden - und belegen oft: Frechheit siegt.
http://www.spiegel.de/auto/fahrkultu...-a-872797.html
- #30 06.01.2013 13:58 von
Welcher Betrug ?
Sie sind in keiner Weise auf die Frage eingegangen, ob sich am Wert des Fahrzeugs etwas verändert, wenn 13000 km mehr auf dem Tacho sind. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass bei der hohen Laufleistung von 130 000 km, wenn überhaupt, nur eine ganz marginale Wertminderung eintritt. Insofern ist für mich die Versicherung der Betrüger, und der Autobesitzer der Betrogene.
Leider ist das Vertragsrecht vielfach eine Sauerei. Die Versicherten wissen oft gar nicht, was sie da unterschreiben. Und wenn der Schadensfall eintritt, guckt man in die Röhre. - #31 06.01.2013 14:51 von
- #32 06.01.2013 16:16 von
- #33 06.01.2013 16:54 von
So ist das halt...
...wenn Rechtsprechung seitens der Gerichte als lästig empfunden wird.
In einem ähnlichen Fall, als ich nach einer Nötigung und Verkehrsgefährdung (LKW fuhr in einer Baustelle während eines heftigen Hagelgewitters dermaßen dicht auf, sodass ich nur noch den Kühlergrill im Rückspiegel sah; gefolgt von einem Überholmanöver des Truckers mit anschließendem Abdräng- und Ausbremsattentat) führte meine Anzeige zu einer wahrlich bizarren Gerichtsverhandlung:
Zunächst zweifelte der Richter an, daß in der Baustelle überhaupt ein Überholverbot für LKW existierte (die entsprechenden Schilder standen da nur so zur Volksbelustigung in der Landschaft rum). Dann, daß der LKW überhaupt so dicht aufgefahren sei (meine Beifahrerin hatte, als sie nach hinten geschaut hatte, auch nur Grill gesehen). Warum ich denn überhaupt das Tempo reduziert hatte (Hallo? Hagel?? Sichtweite ca. 20 Meter???).
Zuguterletzt und nach dem Freispruch des Truckers bat mich der Richter sogar noch um Nachsicht mit dem Irren...schliesslich könne ich ihm ja nicht seinen Job versauen, wenn ich jetzt auf angemessene Würdigung seiner Taten bestünde. Und warnte mich indirekt davor, die Angelegenheit weiterzuverfolgen, da dies nicht gut für mich ausgehen würde. - #34 06.01.2013 17:18 von
10%
"denn ein Circa-Wert darf maximal zehn Prozent von der tatsächlichen Laufleistung abweichen."
Wenn diese Formulierung richtig wiedergegeben ist, ist die Bezugsgröße die tatsächliche Laufleistung, womit die zulässige Abweichung 14.348 km betragen darf, wie in Beitrag 29 richtig berechnet. Somit finde ich die Begründung schon lächerlich, vor allem da wohl kaum jemand den aktuellen Kilometerstand seines Autos angegeben kann, wenn es jetzt auf einmal weg wäre, speziell wenn der Tacho einmal getauscht wurde und somit nicht mehr die wirkliche Laufleistung anzeigt.
Inwieweit Vorsatz vorlag kann ich nicht beurteilen, aber auf jeden Fall finde ich 10% zulässige Abweichung etwas wenig, denn den Fahrer eines Neuwagens will ich sehen, der eine Angabe innerhalb dieser 10% machen kann. Schliesslich ist die zulässige Abweichung bei 10.000km Fahrleistung nur 1.000km.
Auch ist wie bereits angesprochen von keiner allzugroßen Wertminderung bei einer Kilometer-Abweichung in dieser Größenordnung auszugehen. Der allgemeine Pflege- und Wartungszustand wird wohl den stärkeren Einfluß haben und kann speziell bzgl. Pflege nicht mehr nachgeprüft werden.
Bzgl. Rechenfehler in Beitrag 32:
Es kommt wie oben erwähnt natürlich auf die Bezugsgröße an. Laut der Formulierung in dem Artikel sind 100% die tatsächliche Fahrleistung. In Ihrem Beispiel mit der MwSt. entspricht der Preis 119% weshalb nur in diesem Fall Ihre Begründung richtig ist. Wenn der Verkäufer nur damit werben würde, 19% Nachlaß zu geben, wären der Endpreis ja sehr wohl 810€. - #35 06.01.2013 19:25 von
Gleiches Recht für alle
Gilt 6 km/h max dürfen Kinder nicht rennen, Erwachsene nicht joggen und Radfahrer auch nicht schneller. Die Realität, die ich kenne, sieht anders aus, Radfahrer fahren in Spielstraßen verbreitet auch mit >20 km/h.
Nebenbei: Ich fahre regelmäßig ca. 4 verschiedene Autos. Keines davon zeigt schon bei 6 km/h die Geschwindigkeit an. - #36 06.01.2013 20:04 von
Problem ohne Lösung
Recht und Gerechtigkeit sind auch zwei völlig verschiedene Paar Schuhe: Recht ergibt sich aus der Anwendung von Gesetzen, Gerechtigkeit ist eine Frage der subjektiven (moralischen) Bewertung.
Gesetze fixieren den Willen des Gesetzgebers, sind also Ausdruck eines Mehrheitswillens. Wenn der Gesetzgeber (verfassungskonforme) Gesetze erlässt, hat der Richter sie ohne Einfluss eigener Moralvorstellungen anzuwenden. So die Theorie. In der Praxis gilt der Leitspruch "Zwei Juristen, drei Meinungen" und auch Richter sind Menschen mit sozialer/politischer/ethischer Prägung.
Wie angedeutet, der Richter ist grundsätzlich an das Gesetz gebunden. Mit welchem Recht sollte er sich auch über ein rechtskonformes Gesetz hinwegsetzen dürfen? Vielmehr sollte man sich mal öfter Gedanken über die fragwürdige Qualität unserer Gesetzgebung machen. Der Staat will alles regeln, nur ist das Leben eben manchmal etwas zu komplex für rechtliche Schnellschüsse. - #37 06.01.2013 21:53 von
Korrektur
Ich vertraue mal wie immer auf die Rezension in einer juristischen Datenbank und dort ist die Rede von einer Abweichung von "mehr als zehn Prozent über dem vom Kläger mitgeteilten Circa-Wert". Also genau anders herum als im Artikel, der Spon-Autor hat es schlicht nicht gemerkt. Rechnerisch kommt es dann auch hin, gell.
- #38 06.01.2013 22:04 von
Menkens Urteile
Das Brauereipferdeurteil (Az. 226 C 356/84) des Richters Menken lebt übrigens im Wortlaut weiter im Netz.
Es gibt noch einige seiner Urteile in ähnlichem Tenor. Beliebte Zitatstellen waren dabei neben eigener Prosa Simrocks 'Deutsche Sprichwörter' von 1846 oder auch mal die Brigitte (hier von April 82).
Noch eine Erläuterung für Nicht-Kölner: Das E. im Urteil steht für den Kölner Stadtteil Ehrenfeld, dort befand sich die inzwischen dort nicht mehr existierende Brauerei.
=> http://www.braufranken.de/html/bk1bierkutscher.html - #39 07.01.2013 00:46 von
Was ist ein deutscher Führrschein? Ein Stück teuer kaufbares Papier
das nichts damit zu tun hat, zu zeigen, dass der Inhaber Autofahren kann. Auf Lebenszeit.
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