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Kunstaktion um Schaf "Norbert": Kopflos in den Skandal

SPIEGEL ONLINEEin Schaf in Todesgefahr, eine Guillotine und ein Web-Vote - mit ihrer Drohung, Hammelbock "Norbert" zu köpfen, haben es Iman Rezai und Rouven Materne auch international in die Nachrichten geschafft. Wie kreiert man einen Hype? Vor allem aus den Fehlern der beiden Studenten lässt sich vieles lernen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...833397,00.html
  1. #1

    Guilotinierte Schafe sind essbar

    Kreativ ist wenn niemand merkt bei wem man abgekupfert hat. Die zwei haben sich offensichtlich hier "inspirieren"lassen:
    : Geld her - oder ich schlachte mein Kaninchen - Nachrichten DIE WELT - WELT ONLINE
    Solange es sich finaziell lohnt gönn ich denen ihre Karrierehilfe. Wer sich darüber aufregt sorgt dafür dass mehr Leute die Idee übernehmen.
  2. #2

    Schön ...

    dass die zwei Studenten mit ihrer Kunstaktion viele Leute bewegen und offensichtlich gesellschaftlich Relevantes thematisieren, sei es Demokratie, Gewalt, Tierschutz, Internet/Schwarmintelligenz oder anderes. Provozierend bringen sie Themen wie die gesellschaftliche Relevanz von Kunst oder "Was ist Kunst? Was darf Kunst?" in den Diskurs ein und halten offenbar vielen einen Spiegel vor. Kunst darf das.
  3. #3

    herrlich

    Die beiden können wirklich stolz auf sich sein, und das meine ich vollkommen frei von Ironie. Sie haben gezeigt, dass viele Journalisten und Nachrichtenmedien hirnbefreit agieren (siehe ungeprüftes Übernehmen von Behauptungen). Hinzu kommt die dreiste Scheinheiligkeit seitens der Leute und Medien, die wegen einem Schaf einen hochmoralischen Aufstand machen, aber sonst gern für Frieden durch Bomben sind... siehe Syrien/Lybien etc.

    Die im Artikel angeblich aufgelisteten Fehler sind bei näherer Betrachtung nicht schlimm oder gar schädlich. Teilweise sind sie sogar nützlich. Investigativer Journalismus ist Sache der Medien. Die Künstler es schaffen, dass man über sie und ihr Projekt redet, dann haben sie ihr Ziel bereits erreicht. Und das ohne einen Tropfen Schaftsblut zu vergießen...
  4. #4

    Allet kalter Kaffee...

    ... hätte der Taxifahrer noch anführen können. Langsam werden die 68er so alt, dass man ihre in Vergessenheit geratenen Aktionen recyceln kann: 1968: Medien
  5. #5

    danke sehr

    dass endlich jemand von den medien nachgedacht hat. ich kenne die beiden persönlich, sehr sehr nette typen. der hype um die ganze sache war zwischenzeitlich schon eklig, weil nichts reflektiert wurde. ich denke, für ein paar von uns, die das ganze von anfang an mitverfolgt haben, war es ein sehr gutes feldexperiment im umgang. auch die gefahr, mit mythen zu spielen und zu hoffen, dass niemand fragen stellt. ich habe mir während der ganzen zeit gedacht, der hype geht solange gut, bis es eine instanz erreicht, die wahrheit noch vor sensationsgier stellt. schön, dass es diesmal der spiegel ist ;)
  6. #6

    Ein Meisterwerk!

    Grossartig, mir fehlen die Worte! Noch vor kurzer Zeit hatten wir doch was ähnliches, Katzenbabies oder Hundewelpen mit einem Kabelbinder von einer Künstlerin zu Tode gebracht, um auf das Leid von Strassenhunden in Muränien oder so hinzuweisen.

    Nun guillotinieren zwei Nachwuchskünstler nach offener Abstimmung der Netzgemeinde ein Schaf, nen Hammel, Ziege oder kein Bock. Wie auch immer... Aufschrei in den Medien - mal wieder.

    Irgendwann wird das jemand durchziehen, mit grossen Medienecho wird der Prozess verfolgt und der/die auf Bewährung umherspringende Künstler/in wird irgendwann bei Dunkelheit fürchterlich auf die Fresse bekommen.

    Daraufhin fühlt sich ein sexuell gestörter Schwachkopf aufgerufen seine Triebe künstlerisch auszuleben, anonym über eine geplante Vergewaltigung abstimmen zu lassen um auf das Schicksal vergewaltigter Frauen hinzuweisen.

    Kunscht! - ihr Schwachköppe besteht nicht einfach NUR aus Provokation. Nur weil euch seit Beuys nichts mehr einfällt, ihr keine originellen Ideen für Projekte entwickelt, müsst ihr uns doch nicht mit euren Stuhl-Spielerein die Lebenszeit rauben.

    Andererseits... die Medien danken es euch.
  7. #7

    Kunst ist frei

    Sind das Kuenstler oder Psychologiestudenten? Waere ein interessantes Experiment fuer angehende Psychologen! Wieviel Menschen am PC, in der Anonymitaet, faellen schnell, vorschnell, Urteile. Geben Kommentare ab, die sie - wuerden sie einem anderen Menschen vis a vis sitzen, so nicht machen wuerden. Und jetzt soll via Net ueber das Leben und Sterben eines Lamms geurteilt werden? Fuer die Kunst?
    Ich hoffe, dass die Kuenstler - unabhaengig von dem Urteil der Netzgemeinde- das Laemmchen auf seine Weide zurueckbringen.
  8. #8

    Nun ja, der Begriff "Meisterschüler" ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Schaf in Todesgefahr, eine Guillotine und ein Web-Vote - mit ihrer Drohung, Hammelbock "Norbert" zu köpfen, haben es Iman Rezai und Rouven Materne auch international in die Nachrichten geschafft. Wie kreiert man einen Hype? Vor allem aus den Fehlern der beiden Studenten lässt sich vieles lernen.

    Kunststudenten aus Berlin wollen mit Guillotine Schaf Norbert enthaupten - SPIEGEL ONLINE
    ist dehnbar. Die Meisterschüler früherer Zeiten - zum Beispiel die Meisterschüler von Rembrandt oder Michelangelo - haben wunderbare Werke geschaffen. Die sogenannten "Meisterschüler" im 21. Jahrhundert bauen eine Guillotine um ein harmloses Schaf zu köpfen und verkaufen das als Kunst ... wir haben uns tatsächlich entwickelt ... zurück entwickelt denke ich!
  9. #9

    Uuhps !! ... nichts von Welt, hätten wenigstens mehr überlegen können

    Die beiden Studenten haben eigentlich keine großen Fehler gemacht, eher sollte man das Ganze als großes Experiment ansehen, wobei die gierige Presse den beiden den meisten Vorschub gegeben hatte.

    Nichtsdestotrotz ist diese verspielte Opfergeschichte real, spiegelt sie doch die heutige Distanz zur Wirklichkeit wieder, wo der simulierte Akt des Tötens im Internet auch in der Realität seine Entsprechung findet. Auch ein Anders Breivik glaubte in einem Akt der Inszenierung im Bewusstsein seines kruden Überzeugungen zuerst viele Opfer bringen zu müssen, um nur so sein Volk zu retten. Sein Töten war ein kalt durchkalkuliertes Spiel, angesiedelt zwischen Wahn, Religion und ideologischer Verblendung.

    Die eigentliche Gefahr, dass Menschen sich gezwungen sehen, solche Todesrituale zwanghaft umsetzen zu müssen, kommt daher von der Religion. Sie ist Triebfeder hinter allen Radikalideologien. Denn in vielen der uralten Religionen sind in einer archaischen Verknüpfung Todessehnsucht, Erlösung durch Mord und rituelles Opfer auf höchst ästhetische Weise miteinander vereint.

    Auch die Scheinlegitimation durch die Ästhetik einer bewegten Masse ... Facebook und Piratenpartei lassen grüßen ... wo der Einzelne jede Verantwortung abgibt, birgt das Potential, um jede Hemmung zu verlieren. Man muss also die Umkehrung der Werte nur hochdramatisch inszenieren, um damit Radikalität und finalen Tötungsimpuls zu erzeugen.

    Als zukünftige Künstler hätten die beiden diese beiden Aspekte etwas genauer thematisieren können. Wenn dies alles so stimmt, dass stattdessen nur Gekichere und Gekiekse dem Journalisten Tietz zur Antwort gegeben wurde, dann wäre das tatsächlich ein bisschen wenig an Kunst. Naja, dennoch, viel Erfolg Ihr beiden. Eure Professorin soll euch mal richtig rannehmen.

    Bruno Toussaint








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