dapdSie werden als Gegner des "geistigen Eigentums" beschimpft, weil sie ein "zeitgemäßes" Urheberrecht fordern: Nach heftigen Attacken plant die Piratenpartei nun nach eigenen Angaben einen runden Tisch mit Künstlern, Verwertern und Konsumenten.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...827044,00.html
Siehe Punkt 37: Legalisierung der nicht gewerblichen oder kommerziellen Verbreitung von rechtmäßig hergestellten Kopien über das Internet (Tauschbörsen).
Das bedeutet nichts anderes als die Abschaffung des Urheberrechts. Wenn jeder privat sämtliches Material über das Internet mit allen anderen Menschen teilen kann, dann kann man doch nicht ernsthaft annehmen, dass es dazu noch irgendeine kommerzielle Konkurenz geben könnte.
Denn die Software wird dann noch einfacher, die Qualität noch besser und wirklich jeder wird in der Lage sein, Software zu installieren, die alles umsonst liefert. Da gibt es keine kommerziellen Geschäftsmodelle mehr.
Wie kann man so naiv und blöde sein, 84 Punkte zum Urheberrecht aufzuschreiben, wenn Punkt 37 das Urheberrecht de facto abschafft? Ich habe übrigens nach Punkt 37 aufgehört diesen Irrwitz an Volkverblödung weiter zu lesen. Entweder sind die Piraten verpimperte Wohlstandskinder die keine Ahnung von Arbeit haben und einfach nur alles umsonst möchten oder die Piraten sind vorsätzlich irreführend und damit noch verlogener als die anderen Parteien.
Schon der Name PIRATENpartei sollten einem zu denken geben, da kann nichts Gutes und Sinnvolles dahinterstecken. Diese Leute wollen das Internet als ihre Spielweise mißbrauchen und daher soll alles frei sein. Das wäre das selbe, als wenn Kinder im Spielzeugladen alles umsonst bekämen, damit ihre Entwicklung mehr gefördert würde.
Diese "Forderung" ist derartig naiv und zerstörerisch, auf so eine Idee kamen noch nicht einmal die Kommunisten.
Irgendwer muß doch die Lieder und Filme erst einmal herstellen und er muß auch davon leben können. Also müssen diese Sachen auch gegen Geld verkauft werden können. Die Forderung der Datendiebe nach einem Runden Tisch wäre das selbe, als wenn Autodiebe straffreiheit für das Klauen eines Autos fordern würden.
... Parteien.
Viele schwammige Formulierungen, wenig konkretes. Und wenn es konkret wird, dann geht es gegen den Urheber.
Beispiel:
Zitat aus dem Entwurf: "Bildung lässt sich somit als ein Gut bezeichnen, bei dem die Interessen der Allgemeinheit deutlich über den Interessen von Einzelpersonen stehen. Gerade hier wäre es eventuell möglich, den Allgemeinheitsanspruch gegenüber dem Eigentum von Einzelpersonen geltend zu machen und in der Konsequenz auch Vergütungen für
den Urheber zu streichen."
"Vergütungen für Urheber zu streichen". Schulbücher werden also demnächst von altruistischen Menschen geschrieben, die ein wenig Langeweile haben. Leben kann man dann davon nicht mehr.
Oder noch eines, Zitat aus dem Entwurf:
"37 - Legalisierung der nicht gewerblichen oder kommerziellen Verbreitung von rechtmäßig hergestellten
Kopien über das Internet (Tauschbörsen)."
Einer kauft den Film und 100.000 laden ihn herunter. Der Urheber kann sich freuen, er hat immerhin einen Film verkauft.
Die Piraten sind sowas von wirklichkeitsfern. Es tut schon weh, zuzusehen, wie alle den Piraten hinterherrennen.
Der Haken an ihrer Darstellung: Diese Art Software gibt es schon sehr lange. Woran es fehlt ist lediglich halbwegs vernünftige kommerzielle Konkurrenz. Sobald die existiert, gehen die Zahlen der Nutzer zurück, denn egal, wie gut die Software ausgearbeitet ist, als kommerzieller Anbieter kann man immer ein besseres Angebot gestalten. Sieht man sehr schön in den USA an dem Effekt, den die Einführung von bspw. Hulu auf die Downloadraten bei Cyberlockern bzw. P2P hat.
Im übrigen gibt es bereits ein Land, in dem der Einsatz für Privatpersonen legal ist, nämlich Österreich. Und es gibt ein Land, in dem es praktisch keine Schwarzkopien gibt - Lettland. Da kostet eine Film DVD zwischen 1 und 3 Euro. Da macht sich niemand die Mühe, etwas herunterzuladen.
Ihre Behauptung wird demnach schlicht durch Fakten widerlegt und erinnert mich doch arg daran, wie die Musikindustrie damals zur Kassette stand. Da hieß es nämlich auch, die Kassette wäre das Ende.
DER SPIEGEL*42/1980 - Doppelt schröpfen
Sobald die entsprechenden Industrien beginnen, attraktive Angebote zu machen, könnten sie den Markt problemlos abschöpfen. Mir scheint es aber manchmal, das dies nicht gewünscht ist.
Es geht beim Urheberrecht nicht um die Rechte der versklavten Autoren, sondern um die Gewinne der großen Verlage und Portale und Agenturen, und deren Macht. Und die lügen, was das Zeug hält, natürlich auch die Presse. Man beachte die kürzlich erfolgten organisatorischen Änderungen bei SPON.
Es handelt sich um Organisationen mit eindeutig mafiösen Strukturen. Sie wollen absolute Kontrolle und Entscheidungsverfügung über das Produkt Musik, Text, Film, Bild. Sie bestellen die Kunst beim Künstler, dem letzten Rad im Getriebe, ganz unten, ganz folgsam. Er ist reiner Auftragskünstler, wie die meisten Journalisten auch, Schauspieler sind es per Definition, oder auch Musiker. Das heißt, der Produzent und Vertreiber definiert, was Kunst zu sein hat. In jedem Fernsehprogramm kann man sich das ansehen, in den nigelnagelneuen Kinopalästen, in jeder Buchhandlung, bei Musikproduktionen schon lange. Hinter jedem Künstler steht eine Maschinerie, und der Künstler ist nur ein Würmchen, der Apparat ist alles, vor allem der Geldgeber.
Die Wissenschaften spielen das Spiel schon lange, ebenso die Politik. Es wird nur das veröffentlicht, was unbedingt nötig ist, und nur dann, wenn es als Beeinflussung Sinn macht, also im Sinne von Werbung für die eigene Sache, was identisch gleich mit dem eigenen Geldbeutel, Macht und Einfluß ist.
Ich kann Ihnen in jeder Hinsicht nur zustimmen.
Wenn jeder Musik und Filme auf Tauschbörsen hochladen kann, dann kauft es ja keiner mehr. Die Herstellung von Musik, Filmen und Software wäre ökonomisch sinnlos.
Ich frage mich wieso man immer noch von einem NPD-Verbot redet, die Partei der Datendiebe ist doch sehr viel bedrohlicher.
Das Internet IST frei. Es besteht aus freien Protokollen und weitestgehend aus freier Software wie bspw. Apache-Servern. Würde die Gruppe Menschen, die sie kritisieren, so handeln, wie die ach so schützenswerten Industrien, dann gäbe es bis heute kein Internet sondern bestenfalls Patentstreitigkeiten. Das Internet ist frei; aber Industrien wollen aus rein finanziellen Gründen das Internet für sich.
Wie wäre es denn damit: Wir verbieten ab sofort jede Datenübertragung von Musik und Videos im Internet. Ganz ehrlich, mir persönlich wäre das egal. Wenn weder Musik noch Videos erlaubt sind, wäre der Aufwand, entsprechende Seiten zu schließen wesentlich einfacher, weil man sich nicht mehr die Mühe machen muss, eine Verletzung von Urheberrechten zu belegen. Ich hätte dann meine Ruhe vor albernen, Technikfremden "Lösungen", die Film- und Musikindustrie hätte ihre Ruhe vor bösen Kopierern. Deal?
Zitat aus dem Entwurf: "Bildung lässt sich somit als ein Gut bezeichnen, ...Vergütungen für den Urheber zu streichen."
Ja und warum sollte dann ein Fachbuchautor überhaupt ein Fachbuch schreiben wenn er keine Vergütung dafür bekomm??? Aus Langeweile???