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Kulturschock in Saudi-Arabien: Bio-Knoblauch für die Scheichs

Öko-Produkte im Wüstensand? Das klingt sonderbar, aber in Supermärkten reißen sich Kunden darum. Marco Hartmann zeigt Bauern in Saudi-Arabien, wie man Obst und Gemüse mit Bio-Siegel anbaut. Kolleginnen vermisst der Agrarökologe, denn Frauen dürfen sein Büro in Riad nicht betreten.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...825786,00.html
  1. #1

    Man kann nur hoffen, dass der Job nicht nur interessant, sondern auch extrem gut bezahlt ist, denn nach der Beschreibung handelt es sich um eine temporäre Leibeigenschaft, die da zu akzeptieren ist. Ich persönlich glaube nicht, dass ich mich auf ein Leben ohne Familie und Besuch aus Deutschland einlassen würde, aber ich dürfte das Landwirtschaftsministerium ja eh nicht mal betreten. ;-)

    Übrigens erscheint es mir durchaus als Zeichen beginnenden Änderungsbedarfs bei der Bevölkerung, dass sich auch Frauen auf ausgeschriebene Jobs beworben haben, obwohl die Aussichtslosigkeit klar gewesen sein muss. Was für eine Verschwendung, gut ausgebildete Frauen gar nicht erst nicht zuzulassen. Man kann natürlich auch daraus folgern, dass bereits die Ausbildung der Frauen Verschwendung war. Mal schauen, was das in der Zukunft gibt..
  2. #2

    Unglaubwürdig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kolleginnen vermisst der Agrarökologe, denn Frauen dürfen sein Büro in Riad nicht betreten.

    Kulturschock in Saudi-Arabien: Bio-Knoblauch für die Scheichs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Ich denke nicht dass der Herr Agrarökologe auch nur im Geringsten Frauen bei seiner Arbeit vermisst. Wenn ihm das auch nur ein bisschen wichtig wäre hätte er einen anderen Ort für sein Schaffen gewählt.
    Wäre ich seine Frau, ich würde ihn dort sicher nicht besuchen - aber die Kohle dürfte stimmen, da ist ein bisschen Unterdrückung anderer auch den Frauen egal.
  3. #3

    Zitat von nordschaf Beitrag anzeigen
    Übrigens erscheint es mir durchaus als Zeichen beginnenden Änderungsbedarfs bei der Bevölkerung, dass sich auch Frauen auf ausgeschriebene Jobs beworben haben, obwohl die Aussichtslosigkeit klar gewesen sein muss.
    Der gute Mann redet von deutschen Frauen, die sich beim GIZ für die Arbeit in Saudi beworben haben.


    Zitat von ditor Beitrag anzeigen
    Ich denke nicht dass der Herr Agrarökologe auch nur im Geringsten Frauen bei seiner Arbeit vermisst. Wenn ihm das auch nur ein bisschen wichtig wäre hätte er einen anderen Ort für sein Schaffen gewählt.
    Wäre ich seine Frau, ich würde ihn dort sicher nicht besuchen - aber die Kohle dürfte stimmen, da ist ein bisschen Unterdrückung anderer auch den Frauen egal.
    Ich hab sechs Jahre einen Reisejob für einen von Deutschlands größten Konzernen gemacht, ich war insgesamt 4 Jahre in Arabien, davon fast eines in Saudi. Es gab da unten Kollegen, die 10 und mehr Jahre in Saudi gearbeitet haben. Sie dürfen mir glauben: Man vermisst die Frauen durchaus sehr.

    Kaum einer will nach Saudi. Das Leben ist in diesem Land auf Leerlauf gestellt. Wir haben nicht die üblichen 40 bis 50 Stunden gearbeitet sondern 70 bis 90 und hätten gern noch mehr gemacht. Auf der Baustelle ist es immerhin manchmal lustig, nach Feierabend kann man nur im Zimmer sitzen und warten, dass man wieder arbeiten darf.

    Aber wenn man sich für so einen Job entscheidet, dann kann man nicht nur in die Länder reisen, in denen es nett ist. Da will jeder hin. Wer einen Reisejob antritt kommt mal nach Thailand, Dubai, Spanien oder Norwegen, hat danach aber eben nach Kuwait, Saudi oder nach Nigeria zu gehen. Die Leute in solchen Jobs sind übrigens meistens unverheiratet oder geschieden oder haben eine Frau, die selber keine Karriere machen will und darum mit dem Mann stets mitreist.

    Und das geht auch nach Saudi. In den Compounds, über die hier berichtet wird leben hinter hohen Mauern mit Stacheldraht oben drauf eben nicht nur einsame Kerle. Da leben zu 80% Familien. In diesen abgeschotteten Bereichen mit Schwimmbad und Sportplatz und Supermarkt und Restaurant ist das leben fast wie daheim. Nur halt leider eng begrenzt.

    Und warum machen die Kerle das? Und warum gibt es Frauen, die den Job aufgeben und mit den Kerlen, die sowas machen mitreisen? Weil die Kohle natürlich stimmt. Gerade wenn Sie entweder ungebunden sind oder Ihre Familie mitreist ist die Bezahlung super. Keine Wohnung in Deutschland, kein Auto in Deutschland. Im Ausland zahlt die Firma Unterkunft und Auto und dazu hat man ungefähr anderthalb bis zwei mal so viel Geld netto raus wie Leute mit gleicher Berufserfahrung in Deutschland brutto verdienen.

    Ist doch ein recht passabler Anreiz. Keine Kosten und viel Geld. Ich hab bei null angefangen, sechs Jahre gearbeitet und bin nun Eigentümer einer schuldenfreien 100qm-Wohnung in guter LAge. Noch zwei oder drei Jahre und es wäre ein Haus gewesen. Aber wer nicht irgendwann abspringt, der schafft es nie. Und mir reicht meine Wohnung und das Wissen, dass es sich auch ansonsten gelohnt hat. Man lernt viel. Z.B. wie unendlich gut es uns geht. Jeder deutsche Arbeitslose ist ein reicher Mann verglichen mit einem durchschnittlichen pakistanischen Arbeiter, der 70h die Woche schuftet.

    Ich kann nur jedem, ob Mann oder Frau raten, für ein paar Jahre einen Job anzutreten, der einen durch die Welt führt, bodenständig kann man auch mit 30 oder 35 noch werden.
  4. #4

    Zitat von Krefey Beitrag anzeigen
    Und warum machen die Kerle das? Und warum gibt es Frauen, die den Job aufgeben und mit den Kerlen, die sowas machen mitreisen? Weil die Kohle natürlich stimmt.
    Klar, wenn man keine moralischen Skrupel hat fuer Verbrecher zu arbeiten, kann man das natuerlich machen. Naja, immer noch besser ihnen Landwirtschaft beizubringen, als ihnen Panzer zu verkaufen.
  5. #5

    Zitat von ditor Beitrag anzeigen
    aber die Kohle dürfte stimmen, da ist ein bisschen Unterdrückung anderer auch den Frauen egal.
    Ohne Menschen wie ihn, werden die Änderungsprozesse in derartigen Ländern noch viel länger dauert. Daher ist es gut, dass er da hin geht.

    Außerdem stellt sich mir die Frage, warum wir uns ein Urteil darüber erlauben, ob es in Ordnung ist, dass die Saudis Ihre Frauen so behandeln - das war in Deutschland bis vor garnicht allzu langer Zeit nicht viel anders. Jedes Land hat eben seine Geschwindigkeit in der es sich entwickelt - wäre da kein Öl gefunden worden, wüsste ja kaum wer, was Saudi Arabien ist...
  6. #6

    Zitat von SpitzensteuersatzZahler Beitrag anzeigen
    Außerdem stellt sich mir die Frage, warum wir uns ein Urteil darüber erlauben, ob es in Ordnung ist, dass die Saudis Ihre Frauen so behandeln
    Genau, Menschenrechte, wer braucht sowas schon...
  7. #7

    Der Türkei gestehe gegenüber ja, aber

    Zitat von SpitzensteuersatzZahler Beitrag anzeigen
    Ohne Menschen wie ihn, werden die Änderungsprozesse in derartigen Ländern noch viel länger dauert. Daher ist es gut, dass er da hin geht.

    Außerdem stellt sich mir die Frage, warum wir uns ein Urteil darüber erlauben, ob es in Ordnung ist, dass die Saudis Ihre Frauen so behandeln - das war in Deutschland bis vor garnicht allzu langer Zeit nicht viel anders. Jedes Land hat eben seine Geschwindigkeit in der es sich entwickelt - wäre da kein Öl gefunden worden, wüsste ja kaum wer, was Saudi Arabien ist...
    Ja erlaub ich mit. Klar muss man zusammenarbeiten, aber den Sheiks alles durchgehen zu lassen ist da ein bissl einfach. Sind halt die Ölzuhälter. Die radikalsten Imame auch noch(WAHABITEN),17 der 19 Attentäter von 9/11 waren SAUDIS , Religionspolizei, und Frauen dürfen nix. Die durften bei uns wilden Germanen auch nicht mitbestimmen, aber lachen in der Öffentlichkeit war ihnen nicht verboten. Vor 2000 Jahren. Bin selber nicht gerade eurozentrischer Europäer und schäme mich unserer Politiker, die den Iran geisseln, aber den Sheiks unsere LEOs und U-Boote verkaufen.

    Sicher ist es logisch für einen demokratischen und ressourcenabhängigen Staat wie Deutschland, seinen schwulen Aussenminister in dieses Land zu schicken, der dann die Hände eines Mannes schüttelt der Homosexualität als Verbrechen bezeichnet und Schwule verfolgen lässt. Bonnhoeffer hätte was gesagt.

    Ansonsten kann ich mir nur vorstellen das Sie aus einer eher süddeutschen, katholischen Region kommen...denn da sind die Parallelen zum Islam deutlich stärker ausgeprägt als bei uns friesischen Protestanten.

    Und die GIZ gehört nach Afrika und Lateinamerika, nicht in das reichste Land der Erde. Ist ja so wie den Amis Nachhilfe im Atombombenbau zu geben.

    Also: Wenn Demokraten dann immer und überall. Man kann auch nicht beleidigend kritisieren. Aber wir sind keine Demokraten mehr, sondern opportunistische Rohstoffjunkies mit gutem Stammkapital. Da spucken wir unsern Dealern ibn-Saud und Vladimir Putin lieber nicht in ihre (brutale) Suppe. Und hey: wenn Sie schon unsere Waffen kaufen, wie wärs mit Biomunition, Granaten auf Gurkenbasis und garantiert nach Demeter-Kriterien abgebauten Steinen für die Steinigung. Und mit dem Blut der Geköpften dann bitte Tröpfchenberegnung und keinen unökologischen Sprühnebel. Danke!
  8. #8

    Was für ein Sch...

    Zitat von atpsych Beitrag anzeigen
    Ja erlaub ich mit. Klar muss man zusammenarbeiten, aber den Sheiks alles durchgehen zu lassen ist da ein bissl einfach. Sind halt die Ölzuhälter. Die radikalsten Imame auch noch(WAHABITEN),17 der 19 Attentäter von 9/11 waren SAUDIS , Religionspolizei, und Frauen dürfen nix.....
    ...land. Und als Homosexueller wäre man da noch in höchster Lebensgefahr.
    Irre und völlig durchgeknallt. Niemals dorthinfahren !
  9. #9

    ...

    Zitat von SpitzensteuersatzZahler Beitrag anzeigen
    Ohne Menschen wie ihn, werden die Änderungsprozesse in derartigen Ländern noch viel länger dauert. Daher ist es gut, dass er da hin geht.
    Der deutsche Michel findet an ALLEM etwas, mit dem er es madig machen kann. Das ist in die Volksseele förmlich eingeimpft. ;-)


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