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Das Neugeborene darf nicht ausreisen, weil es keinen Einreisestempel hat - Gerd Höfner überraschen solche bürokratischen Hürden nicht mehr. Seit zehn Jahren leitet er das IT-Büro von Siemens in Bangalore, 4500 Inder gehören zu seinem Team. Seine erste Frage an neue Mitarbeiter würde er in Deutschland nicht stellen.
http://www.spiegel.de/karriere/ausla...847231,00.html
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"Das mache ich, aber nur mit einem interkulturellen Training als Vorbereitung auf die indischen Gepflogenheiten."
Wunderbar sowas mal zu lesen. Wenn man viel im Ausland ist oder mit deutschen die im Ausland in führenden Positionen arbeiten, wird einem mit der Zeit von der "jetzt zeigen wir denen mal wie es richtig geht"-Mentalität fast physisch schlecht.
Indien, China, Japan, Südamerika, USA - egal wohin man geht und Deutsche findet, beim Großteil hab ich das Gefühl, dass sie die Einheimischen permanent belehren wollen, und dadurch mit ihrer Besserwissermentalität nicht gerade beliebt sind.
"Kultur ist eben nie gut oder schlecht, sondern nur anders."
Allein vor diesem Satz hab ich tiefsten Respekt, und man findet leider nicht dermaßen viele Leute mit dieser Einstellung.
Wenn Sie wirklich soweit rumgekommen sind und das Problem nur bei Deutschen finden wollten, haben Sie wohl selbst einen sehr eingeschränkten Horizont. Sorry.
Nochmal sorry, aber mit dieser Absolutheit vorgetragen, kann dieser Satz auch nur falsch sein. Oder auch richtig, letztendlich ist dieser Satz ja an sich eigentlich nur ohne Bedeutung.
Da ich auch im Ausland tätig bin, Indonesien, kann ich sagen auch so meine Erfahrungen gemacht zu haben und teile die Ansicht das Autors nicht. "Kultur ist nie gut oder schlecht" Das sehe ich nicht so. Es kommt immer darauf an was man als Priorität setzt und erreichen will. Da sind die Werte die in manchen Kulturen vermittelt werden schon hilfreicher/besser als andere. Natürlich sollte man beachten, dass in jeder Kultur individuelle Typen von Menschen/Charakteren vorzufinden sind, die sich in vielen Kulturen ähneln , grundsätzliche Tendenzen durch die Kultur beeinflusst gibt es aber. Im Endeffekt, auch wenn es arrogant klingen mag, sollte man sich eines mal durch den Kopf gehen lassen: Es hat seinen Grund warum die meisten Europäischen Manager, das 3-10 fache eines Einheimischen im gleichen Job bezahlt bekommen, von der gleichen Firma
War in noch keinem Land der Erde wo man ein kulturelles Training benoetigt haette. Wenn man nicht den besserwissenden Grosskotz raushaengen laesst und einfach mal zuhoert und beobachtet wird vieles klar. Betritt man doch mal ein Fettnaepfchen wird einem das in der Regel gern vergeben, solange man sich benimmt und sichtbar anstrengt ein paar Wortfetzen zu lernen und einigen Gepflogenheiten zu folgen...
Als Deutscher hat man in Indien von vornherrein schon einen Bonus. Halfen wir doch Subhas Chandra Bose mit Waffen, Geld, Tigerlegion und Auslandsgeheimdienst gegen die Britischen Besatzer zu kaempfen. Ohne den realen Druck haette Ghandis ideologischer Feldzug im Sande verlaufen koennen.
Wie dem auch sei, ich weiss immer noch nicht wie das mit den drei Muscheln funktioniert.
1. Und weiter?
karlsiegfried heute, 17:33 Uhr
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Wie meinen?????? Soll das ein Witz sein oder gucken Sie vielleicht zu viel Olympia, Karlsiegfried?
Ansonsten: Prima, genau so ist es in Indien. Wer mehr über Indien erfahren möchte, gucke sich folgenden Film an: BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL
Genau so ist es in Indien, noch!!! Hoffentlich verliert dieses Land nicht seine Identität.
Ansonsten, Film gucken und genießen!
In der Regel hat man einen Servant, eine Maid und einen Koch, die vor fünf Jahren etwa pro Kopf 300 bis 400$ monatlich verdient haben.
Zum Faulenzen kommt man trotzdem nicht, denn als Manager muss man deutlich mehr sich um die Mitarbeiter kümmern, wie hierzulande. Die Fahrtzeiten sind überall hin enorm und nehmen einem viel vom Tag weg. Wenn man, wie ich, selbst fahren muss, ist man wirklich gestresst.
Schön, wenn man als Expat dort ist und nicht nach indischen Gehältern bezahlt wird. Dann geht es einem richtig gut.
Deutsches Brot bekommt man im Goethe-Institut (Max Mueller Bavan), wo es eine herrliche Dachterrasse mit deutschem Kuchen und anderen Dingen gibt.
Die indische Küche in Bangalore ist herrlich, für mich ein Traum. Ab und zu vermisst man ein paar deutsche Dinge, so habe ich auch schon deutsche Schokolade in einem Supermarkt entdeckt, die ich dann doch nicht wollte.
Fazit für mich: Es war eine schöne und sehr lehrreiche Zeit. Man findet viel Kultur (tolle Jazz-Kneipen!), Freunde, Reiseziele und Ablenkung, die einen die Heimat vergessen lassen. Aber Deutschland kann verdammt schön sein ;-)
Ein interkulturelles Training ist wie das Auswickeln eines Überraschungseies. Bis zum Kern dringt man hier nicht vor. Es schützt vielleicht vor einigen Fettnäpfchen, aber viel wichtiger ist die eigene Bereitschaft, andere Kulturen und damit deren Werte, Traditionen und Arbeitsweisen offen und anpassungsfähig aufzunehmen und zu reflektieren.
Wer deutsche Tugenden erwartet und durchsetzen möchte wird scheitern, auch wenn im Gastland diese positiv gesehen werden.
Deutlich zu merken ist auch, welcher Mitarbeiter schon Erfahrung mit deutschen Kollegen hatte.
Wer eine hohe Anpassungsfähigkeit und Offenheit hat, für den ist der Auslandsaufenthalt ein im positiven Sinn, unvergessliches Erlebnis.
Für alle anderen kann es leicht zur Hölle werden.
Nur mal so zur Info: Deutschland schneidet in der aktuellen Expat Survey der HSBC nicht sonderlich gut ab. Liegt das jetzt an den Deutschen oder an den unvorbereiteten Expats?
Für mich jedenfalls ist die Arbeit im Ausland eine Bereicherung, ein unvergessliches Erlebnis und eine bleibende Erinnerung. Und das im positiven Sinn. Vier Jahre Manila, seit einem Jahr Shanghai.