Das Neugeborene darf nicht ausreisen, weil es keinen Einreisestempel hat - Gerd Höfner überraschen solche bürokratischen Hürden nicht mehr. Seit zehn Jahren leitet er das IT-Büro von Siemens in Bangalore, 4500 Inder gehören zu seinem Team. Seine erste Frage an neue Mitarbeiter würde er in Deutschland nicht stellen.
http://www.spiegel.de/karriere/ausla...847231,00.html
"Schuster, bleib' bei deinen Leisten".
Sorry, ich will jetzt nicht den studierten Kulturwissenschaftler raushängen lassen ; und dass der interviewte IT'ler nunmal keiner ist, aber aus Schaden eingesehen hat, dass er ein vorbereitendes Training benötigt, gereicht ihm ja sogar noch zur Ehre.
Ändert aber nichts an der Grunderkenntnis: Natürlich sind Kulturen besser oder schlechter. Die Geschichte ist voll des Kampfes der Kulturen untereinander. Und auch unser IT'ler ist nur ein kleines Zahnrädchen in dieser gewaltigen Kriegsmaschinerie - hier konkret der technisch-finanziellen Überlegenheit und damit des Vorsprungs des westlichen Kapitalismus' und Lebensstils vor dem des Rests der Welt.
Und deswegen sagt auch ein 'Westler' 4.500 Indern, was sie zu tun und zu lassen haben, und nicht umgekehrt.
Deswegen wohnt unser IT'ler in einem chicen 'Compound', einem Reichen-Ghetto in einer Reichen-Stadt, und nicht in Otto-Durchschnitts-Normal-Verhältnissen wie sie vor Ort üblich sind, und lebt den westlichen konsumorientierten, ressourcenfressenden, inflationären lebensstil:
Mit den fingern essen und sich nach der familie der angestellten erkundigen sind daneben doch petitessen.
""Kultur ist nie gut oder schlecht" Das sehe ich nicht so."
Danke, das ist so auch meine Erfahrung. In China hat Korruption und Vetternwirtschaft auch eine lange Tradition und ist praktisch anerzogen, wie in den meisten asiatischen Ländern. Und das ist nicht nur einfach anders, sondern schlecht. Genauso mangelnder Ehrgeiz und mangelnde Disziplin, geringere Selbstständigkeit etc. Was aber nicht heißt, das sie nicht auch manche kutlturellen Eigenschaften haben, von denen wir was abkupfern sollten. Kultur kann sehr wohl gut oder schlech sein.
Hier spricht das Sachverständnis eines Kollegen in der Heimatorganisation...vielleicht haben Sie sogar Einblick in Expat-Budgets? Ja, immer wieder gern genommen, wenn man am anderen Ende der Welt sitzt und noch zusätzlich mit völliger Verständnislosigkeit und kleinlichem Denken in der Homebase kämpfen muss. Auch für Nicht-Expats ist ein interkulturelles Training hilfreich (bei uns damals so geschehen).
Man kann es grundsätzlich keinem verdenken, wenn der Horizont nicht ausreicht um mal in Erwägung zu ziehen, dass es Gegenden gibt, wo es asozial ist, alles selber zu machen, womit andere Geld verdienen können; wie es ist, ständig von "Angestellten", mit denen teilweise noch die Kommunikation eine Herausforderung ist, umgeben zu sein; wie man die überhaupt bezahlt und deren soziale Ansprüche herausfindet, wie man mit Diebstählen umgeht.....etc.
Nicht, dass ich mich beklagen würde, ein Expat-Leben hat viele Vorteile und kann sehr angenehm sein aber der Preis dafür ist hoch und nicht jeder ist bereit, den zu leisten - angenehmer, stressfreier und sorgloser lässt es sich sicher in Europa leben...
Dazu fällt mir nur eins ein: Von der Gynäkologin zur Yoga-Lehrerin - das ist soooo bitter...
. "Kultur ist eben nie gut oder schlecht, sondern nur anders."
In diesem Zusammenhang 100% Zustimmung. Aber wenn die Kultur in Religion übergeht!
Witwenverbrennung, Zwangsheirat, Todesstrafe für Religionswechsel, Kinder-, Frauen-, Andersdenkende underdrückung
Man muss nachweisen, dass diesen Job kein Inder machen kann und ein Mindesteinkommen von umgerechnet 20.000 Euro im Jahr garantieren?
Das wäre einmal ein Gesetz, was auch in Deutschland viele Probleme mit einem Schlag lösen würde.
würden diese 4500 Inder garnicht arbeiten. Das Ausbeutungsgerede trifft schon lange nicht mehr zu...zumindest nicht für Indien. Konsumorientierter, resourcenfressender Lebensstil wird in aller Regel von wohlhabenden Indern gepflegt. Die (zumindest europäischen) Expats lassen die A/C z.B eher nicht 24/7 laufen....
Vielleicht mal weniger Vorurteile und weniger theoretisieren....