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Kulturschock in Indien: "Ich bin der neue Chef. Bist du verheiratet?"

Das Neugeborene darf nicht ausreisen, weil es keinen Einreisestempel hat - Gerd Höfner überraschen solche bürokratischen Hürden nicht mehr. Seit zehn Jahren leitet er das IT-Büro von Siemens in Bangalore, 4500 Inder gehören zu seinem Team. Seine erste Frage an neue Mitarbeiter würde er in Deutschland nicht stellen.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...847231,00.html
  1. #10

    schon man im ausland gearbeitet ?

    Zitat von Gaiwa Beitrag anzeigen
    Indien, China, Japan, Südamerika, USA - egal wohin man geht und Deutsche findet, beim Großteil hab ich das Gefühl, dass sie die Einheimischen permanent belehren wollen, und dadurch mit ihrer Besserwissermentalität nicht gerade beliebt sind.
    versuchen sie mal die Direktiven des deutschen headoffices in indien durchzusetzen.
  2. #11

    Schuster

    Zitat von Gaiwa Beitrag anzeigen
    [...] "Kultur ist eben nie gut oder schlecht, sondern nur anders."
    Allein vor diesem Satz hab ich tiefsten Respekt, und man findet leider nicht dermaßen viele Leute mit dieser Einstellung.
    "Schuster, bleib' bei deinen Leisten".
    Sorry, ich will jetzt nicht den studierten Kulturwissenschaftler raushängen lassen ; und dass der interviewte IT'ler nunmal keiner ist, aber aus Schaden eingesehen hat, dass er ein vorbereitendes Training benötigt, gereicht ihm ja sogar noch zur Ehre.

    Ändert aber nichts an der Grunderkenntnis: Natürlich sind Kulturen besser oder schlechter. Die Geschichte ist voll des Kampfes der Kulturen untereinander. Und auch unser IT'ler ist nur ein kleines Zahnrädchen in dieser gewaltigen Kriegsmaschinerie - hier konkret der technisch-finanziellen Überlegenheit und damit des Vorsprungs des westlichen Kapitalismus' und Lebensstils vor dem des Rests der Welt.

    Und deswegen sagt auch ein 'Westler' 4.500 Indern, was sie zu tun und zu lassen haben, und nicht umgekehrt.
    Deswegen wohnt unser IT'ler in einem chicen 'Compound', einem Reichen-Ghetto in einer Reichen-Stadt, und nicht in Otto-Durchschnitts-Normal-Verhältnissen wie sie vor Ort üblich sind, und lebt den westlichen konsumorientierten, ressourcenfressenden, inflationären lebensstil:

    Mit den fingern essen und sich nach der familie der angestellten erkundigen sind daneben doch petitessen.
  3. #12

    optional

    ""Kultur ist nie gut oder schlecht" Das sehe ich nicht so."
    Danke, das ist so auch meine Erfahrung. In China hat Korruption und Vetternwirtschaft auch eine lange Tradition und ist praktisch anerzogen, wie in den meisten asiatischen Ländern. Und das ist nicht nur einfach anders, sondern schlecht. Genauso mangelnder Ehrgeiz und mangelnde Disziplin, geringere Selbstständigkeit etc. Was aber nicht heißt, das sie nicht auch manche kutlturellen Eigenschaften haben, von denen wir was abkupfern sollten. Kultur kann sehr wohl gut oder schlech sein.
  4. #13

    Zitat von digitalesradiergummi Beitrag anzeigen
    Leider fehlt eine Aufstellung der Hausangetellten,
    und wieviel vom Einlommen dafür abgeht.
    Wahrscheinlich sinds' 3 und ab geht nichts.
    Da kann man viel sparen und faullenzen.
    Eigentlich kann man für immer da bleiben.
    Hier spricht das Sachverständnis eines Kollegen in der Heimatorganisation...vielleicht haben Sie sogar Einblick in Expat-Budgets? Ja, immer wieder gern genommen, wenn man am anderen Ende der Welt sitzt und noch zusätzlich mit völliger Verständnislosigkeit und kleinlichem Denken in der Homebase kämpfen muss. Auch für Nicht-Expats ist ein interkulturelles Training hilfreich (bei uns damals so geschehen).
    Man kann es grundsätzlich keinem verdenken, wenn der Horizont nicht ausreicht um mal in Erwägung zu ziehen, dass es Gegenden gibt, wo es asozial ist, alles selber zu machen, womit andere Geld verdienen können; wie es ist, ständig von "Angestellten", mit denen teilweise noch die Kommunikation eine Herausforderung ist, umgeben zu sein; wie man die überhaupt bezahlt und deren soziale Ansprüche herausfindet, wie man mit Diebstählen umgeht.....etc.
    Nicht, dass ich mich beklagen würde, ein Expat-Leben hat viele Vorteile und kann sehr angenehm sein aber der Preis dafür ist hoch und nicht jeder ist bereit, den zu leisten - angenehmer, stressfreier und sorgloser lässt es sich sicher in Europa leben...
  5. #14

    Dazu fällt mir nur eins ein: Von der Gynäkologin zur Yoga-Lehrerin - das ist soooo bitter...
  6. #15

    Nix weiter

    Zitat von karlsiegfried Beitrag anzeigen
    ???
    Wie kommt denn nun das in Indien geborene Kind aus dem Land?
    Ich mag es, wenn im „Trailer“ Dinge angesprochen werden und dann im Text nicht mehr.
    Ansonsten bin ich dafür, dass der Dispo-Zins gesenkt wird.
  7. #16

    Ich finde es gut, ...

    Zitat von karlsiegfried Beitrag anzeigen
    ???
    wenn solche Themen zunehmend in der Presse aufgegriffen werden. Denn wenn Deutschland durch den ESM (den auch das BVerfG nicht verhindern wird) in die Pleite geritten ist, werden viele junge Deutsche ihren Arbeitsplatz in Asien oder Südamerika suchen müssen.
  8. #17

    optional

    . "Kultur ist eben nie gut oder schlecht, sondern nur anders."
    In diesem Zusammenhang 100% Zustimmung. Aber wenn die Kultur in Religion übergeht!
    Witwenverbrennung, Zwangsheirat, Todesstrafe für Religionswechsel, Kinder-, Frauen-, Andersdenkende underdrückung
  9. #18

    Ein gutes Beispiel für Deutschland!

    Man muss nachweisen, dass diesen Job kein Inder machen kann und ein Mindesteinkommen von umgerechnet 20.000 Euro im Jahr garantieren?

    Das wäre einmal ein Gesetz, was auch in Deutschland viele Probleme mit einem Schlag lösen würde.
  10. #19

    Ohne den "Westler"

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    "Schuster, bleib' bei deinen Leisten".
    Sorry, ich will jetzt nicht den studierten Kulturwissenschaftler raushängen lassen ; und dass der interviewte IT'ler nunmal keiner ist, aber aus Schaden eingesehen hat, dass er ein vorbereitendes Training benötigt, gereicht ihm ja sogar noch zur Ehre.

    Ändert aber nichts an der Grunderkenntnis: Natürlich sind Kulturen.....
    würden diese 4500 Inder garnicht arbeiten. Das Ausbeutungsgerede trifft schon lange nicht mehr zu...zumindest nicht für Indien. Konsumorientierter, resourcenfressender Lebensstil wird in aller Regel von wohlhabenden Indern gepflegt. Die (zumindest europäischen) Expats lassen die A/C z.B eher nicht 24/7 laufen....
    Vielleicht mal weniger Vorurteile und weniger theoretisieren....








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