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Kulturschock bei der Expo: "Die Chinesen bauen häufig einfach drauf los"

Missverständnisse, Pannen, Terminstress: Der Aufbau des deutschen Pavillons auf der Expo in Shanghai hat die Macher an ihre Grenzen gebracht. Schuld waren auch falsche Vorstellungen der Deutschen - sie haben die Eigenarten der chinesischen Teams lange verkannt. Anatomie eines Kulturschocks.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...692112,00.html
  1. #20

    Gängige Praxis

    Zitat von notty Beitrag anzeigen
    Aber sicher doch, da muessen deutsche "Diplom-Messebauer" ran, damit man den Chinesen zeigt wo Emil den Mau Tai holt. Die fliegen dann per Lufthansa nach Shanghai, sicherlich zu einem Freundschaftspreis..... Dort werden sie dann fuer Wochen im Hotel einquartiert und die deutsche Arbeitszeit muss genau eingehalten werden.
    Kostet ja kaum was, oder?
    Die Messebauer sind in der Regel normale Handwerker ohne Diplom und ständig weltweit unterwegs. Ein wichtiger Geschäftszweig der deutschen Messegesellschaften ist die Durchführung von Auslandsmessen. Dabei sind Flug- und Unterbringungskosten Peanuts, wenn es gilt für die Firma XY einen Messestand in Detroit, Tokyo, Shanghai, oder Sao Paulo zu organisieren.
  2. #21

    Abriss der Kotaukultur

    Zitat von kommentar.h Beitrag anzeigen

    10 Jahre in China sind viel. Learning by doing. Ritt auf dem Tiger. Eine Diktaturpartei entwickelt Demokratie.

    Schauen wir in 10 Jahren, wo Demokratie ist, wo Bürgerkrieg ist, und wo nicht.
    Ja, schauen wir in 10 Jahren, wo die Demokratie in China ist.

    Die Glitzerstadt Shanghai als Synonym für Fortschritt auf allen Feldern einer Gesellschaft zu deuten, ist absurd.

    Erst wenn die Chinesen wirklich selbsbewusst Demokratie fordern sowie den Abriss der Kotaukultur, wird dieses üble, scheinheilige Einparteiendiktaturat zusammenbrechen.
  3. #22

    Darauf ein Tsingtao-Bier!

    Lange Zeit habe ich vermutet, im SPIEGEL würden nur Artikel in Lehrlingsqualität veröffentlicht, bis mir klar wurde, dass die Redaktion klammheimlich vom EULENSPIEGEL unterwandert wird.

    Was bitte ist eine "interaktive Kugel"???

    Wie unterscheidet sich die Baustelle in Shanghai von einer U-Bahn-Baustelle in Köln (Beispiel für brillante Bauleitung) oder der Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg (vielleicht sollte man dort mal ein paar Chinesen zur rechtzeitigen Fertigstellung anheuern) oder einer Autobahnbaustelle am Wochenende? Können im Ausland tätige Deutsche natürlich nicht wissen.

    Ich hoffe, dass zum Bau des Deutschen Pavillons nur Deutscher Zement mit Deutschem Rheinwasser angemacht wurde, wenn schon keine Deutsche Qualität erreichbar war. Vermutlich ist den chinesischen BesucherInnen so ein Kulturschock erspart worden und sie werden sich nicht zwangsläufig an die früheren Deutschen, Kaiserlichen Kultivierungsbemühungen in ihrem Land erinnern müssen.
  4. #23

    Nein, keinen Titel....

    Zitat von SirTurbo Beitrag anzeigen
    Könnte daran liegen, daß der Chef sich dachte die Jungs machen das schon...
    Und die Jungs sich dachten, daß bei 5€ die Stunde mitdenken nun wirklich nicht zu ihren Pflichten gehören kann...

    "Solange mein Chef so tut als ob er ordentlich bezahlt, solange tue ich so als ob ich ordentlich arbeite" - da sollten sich viel mehr in diesem Land dran halten...
    Aber da sich immer noch mehr als genug Deutsche über ihre Arbeit definieren würden die selbst bei Wasser und Brot immer noch ranklotzen...
    Richtig, aber dann wären wir genau bei dem Punkt, den der Artikel den Chinesen vorwirft.
  5. #24

    ;o)

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Missverständnisse, Pannen, Terminstress: Der Aufbau des deutschen Pavillons auf der Expo in Shanghai hat die Macher an ihre Grenzen gebracht. Schuld waren auch falsche Vorstellungen der Deutschen - sie haben die Eigenarten der chinesischen Teams lange verkannt. Anatomie eines Kulturschocks.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...692112,00.html
    Genau DAS passiert tagtäglich auf "deutschen" Baustellen!

    Darüber erstaunt sein können eigentlich nur noch Frischlinge, naive Quereinsteiger oder eben Journalisten.

    "Missverständnisse, Pannen, Terminstress..." Pah, dass ich nicht lache. Und dafür musstet ihr um die Erde fliegen?
  6. #25

    Gefährliches Nichtwissen

    Zitat von Eppelein von Gailingen Beitrag anzeigen
    [...]

    Das beste Beispiel ist das Überschall-Flugzeug Concorde, dessen britisch-französische Konstruktionspläne die Sowjets ausspionierten. Mit Geschick wurden Abweichungen an den Blaupausen geliefert. Wahre Techniker hätten dies bemerken müssen, nicht so die Sowjets am Bau der "Concordski". Bei der Flugschau in LeBourget krachte das Plagiat herunter und wurde nie mehr gebaut.

    [...]
    Absoluter Blödsinn. Die am 3. Juni 73 war lediglich die erste Serienmaschine der Tu-144. Es folgten 13 (dreizehn) weitere, womit die Sowjets dieselbe Anzahl von Maschinen im Linienbetrieb haben wollten wie Frankreich und England (je 7) zusammen. Der Vorwurf der Industriespionage dürfte zwar nicht zu entkräften sein, die angeblich "hineinretuschierten" Fehler jedoch stammen wohl aus dem Reich der Legenden. Insgesamt liegt die "Absturzzahl" bei 1:1,5 zu gunsten der Franzosen - der "halbe Absturz" ist eine Bruchlandung einer Tu-144.

    Bleibt nur eine Frage: Was hat die Tu-144 mit China zu tun?
  7. #26

    Und wieder...

    ...warum, ja warum, muss denn immer auf China herum gehackt werden?

    Wenn eine anscheinend so erfahrene Baufirma in ein Land geht, OHNE dessen Sprache zu sprechen und erwartet, dass alle dort englisch sprechen, dann hat doch eben diese Firma etwas falsch gemacht, oder?

    Man liest uebrigens in jedem Baedeker Reisefuehrer ueber Shanghai wie wenig verbreitet die englische Sprache in China ist. Also ich kann wirklich nicht verstehen, was das Problem ist?

    In China wird sehr schnell ond konsequen gebaut. Hier in Hangzhou wird 24 Stunden gearbeitet und alles VOR der geplanten Zeit fertig. Wenn es heisst, die Ubahn soll Ende Mai 2010 fertig sein, dann bedeutet das in China spaetestens, nicht fruehestens!
  8. #27

    TU-144 ist eher eine Valkyrski

    Zitat von grenzdebil Beitrag anzeigen
    Absoluter Blödsinn. Die am 3. Juni 73 war lediglich die erste Serienmaschine der Tu-144. Es folgten 13 (dreizehn) weitere, womit die Sowjets dieselbe Anzahl von Maschinen im Linienbetrieb haben wollten wie Frankreich und England (je 7) zusammen. Der Vorwurf der Industriespionage dürfte zwar nicht zu entkräften sein, die angeblich "hineinretuschierten" Fehler jedoch stammen wohl aus dem Reich der Legenden. Insgesamt liegt die "Absturzzahl" bei 1:1,5 zu gunsten der Franzosen - der "halbe Absturz" ist eine Bruchlandung einer Tu-144.

    Bleibt nur eine Frage: Was hat die Tu-144 mit China zu tun?
    Nichts. Und mit der Concorde auch sehr wenig. Die TU-144 ist von der XB-70 inspiriert worden. Wer mal beide verglichen hat, sieht das selbst...
  9. #28

    Ist ja nett,...

    ... das das mit dem Deutschen Pavillion trotz zwo Bauleitern ohne Kenntnisse der Landessprache doch noch irgendwie geklappt hat.
    Ich bin mir fast 100% sicher das die Wandfarbe des Gebaeudes mit hochgiftigen Schwermetallen belastet ist.

    Willkommen in China.

    Ich stand bei der Expoeroeffnung in der Menschenmenge am gegenueberliegenden Flussufer beim Fernsehturm. Vom Feuerwerk selbst hat man nicht viel sehen koennen, als aber der Turm fuer 5 Sekunden gefeuert hat - das war schon beeindruckend.
    Beeindruckend waren auch die Kontrollen um nach Shanghai reinzukommen, und die unglaublichen Menschenmassen die alle gleichzeitig versucht haben nach dem Feuerwerk in den ohnehin schon ueberfuellten Linienbus einzusteigen ohne die Aussteiger hinauszulassen. Es gibt am renovierten Flussufer auch eine nette Mao-Statue - Und die schaut auf einen neueroeffneten Cartiershop. Besser kann der Spagat der momentan gefahren wird wohl nicht dargestellt werden.

    Gruesse aus China,
    Florian
  10. #29

    Siehe auch...

    Zitat von cherubian Beitrag anzeigen
    ...warum, ja warum, muss denn immer auf China herum gehackt werden?
    ... selbst heute gehen noch deutsche mittelständische Unternehmen nach Japan ohne einen Funken Wissen um die japanische Kultur. Und wundern sich dann, daß Kooperationen platzen, und keiner weiß warum. Tja, hätte man mal mit den Japanern z.B. einen Trinken gehen sollen, dann wäre man jetzt im Geschäft.
    Gruß
    JDB


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