Kulturkampf an türkischen Unis: "Es ist wie im Krieg"

Mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Studenten: In der Türkei tobt ein Kulturkampf, an den Hochschulen eskaliert er. Islamisten drängen an die Macht, Liberale verteidigen die Freiheit der Wissenschaft. Menschenrechtler warnen vor der enormen Brutalität.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...764377,00.html
  1. #40

    ...

    Ok, liberale Kräfte in der Türkei werden eingeschüchtert
    oder ganz einfach kaltgestellt, ignoriert.

    Aber wird die Bevölkerung hier in Deutschland bei
    massgeblichen Entscheidungen gefragt?
    Was passiert denn bei uns mit bestimmten Kritikern?
    Viele werden bestenfalls ignoriert und sofort
    in eine bestimmte politische Schublade gesteckt.
    Man hat die Einwanderungspolitik an der Bevölkerung
    vorbei festgelegt (die Folgen kosten uns jedes
    Jahr Milliarden im zweistelligen Bereich),
    ob Banken zocken durften oder weiterhin zocken
    dürfen, auch hier wird die Bevölkerung nicht gefragt
    und den Türkeibeitritt in die EG wollen uns einige politische Strömungen am liebsten auch einfach so aufdrücken.
    Von den Beamtenpensionlasten samt Beamtenkaste rede
    ich erst garnicht.
  2. #41

    aha

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    ..

    Wir fühlen uns nicht nur so, wir sind es. In der Wissenschaft, in Bürgerrechten, im Militär, bei der Wirtschaft, im Sport.
    Überall ist der Westen vorne, und die Muslime sind nichtmal zweitklassig. Das ist eben die Wahrheit.
    Dummes Überlegenheitsgerede. Wie glauben Sie sieht die Welt in 100 Jahren aus, wenn die dynamischen und dabei jüngeren nicht-westlichen Gesellschaften weiter so wachsen? In Europa sieht es zur Zeit nicht nach großem Fortschritt aus. Hier wollen ja viele ein zurück in nationalstaatliches Denken, was völlig absurd ist.

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    Ach, und wofür? Die Musik kommt nun aus China - dazu braucht es keine Türkei.
    Dennoch hoffe ich, dass die Türkei für die Türken attraktiv wird. So attraktiv, dass unsere ganzen arabischen Ghettos wieder dorthin zurückgehen, woher sie kamen.
    Araber in die Türkei? Ihr Plädoyer ist absurd wie der Rest ihres Beitrags.
  3. #42

    Kulturkampf

    Zitat von diamante Beitrag anzeigen
    Dann frage ich mich aber, was genau sie vor Ort beobachten.
    Dieser "einzelne Vorfall" um die junge Frau Ezgi Özen hat ziemlich weite Kreise gezogen. So war sie nach Ansicht vieler einfach selbst schuld, was hat sie als Schwangere auch auf einer Demo zu suchen? Zudem war sie auch noch schwanger ohne verheiratet zu sein (darauf muss ich wohl nicht näher eingehen).
    Und das waren nicht nur einzelne Meinungen, sondern wurde teilweise von offizielle Seite so gesagt (zumindest ersteres).

    Ebenfalls dürfte Ihnen entgangen sein, dass vor ein paar Monaten beschlossen wurde, Zivilpolizisten an Unis zu platzieren. Fadenscheinige Begründungen hatte man auch, z.B. sollten diese die privaten Securities schulen, die es an jeder Uni gibt. Lächerlich.
    Das ging so weit, dass ich einige Studenten kenne, die sich innerhalb ihrer Uni aus Angst überhaupt nicht mehr über politische Themen unterhalten.

    Hier noch ein Artikel zur Ihrer Meinung nach "angeblichen" Islamisierung. Warum wohl benennt Präsident Gül immer AKP-nahe Rektoren? Warum werden Kritiker knallhart abserviert? Der Artikel ist zwar schon etwas älter, aber im Grunde immer noch aktuell.

    http://www.handelsblatt.com/politik/...n/3001008.html

    Soviel zu Ihren sogenannten einzelnen Vorfällen.
    Ich habe mein Auslandssemester in der Türkei gemacht und kenne daher die Gepflogenheiten an den Unis. Richtig ist, dass es an den Unis "Sicherheitsleute" gibt. Sie sind dafür zuständig, Leute beim Eintritt in die Uni zu kontrollieren, aber auch technische Tätigkeiten gehören dazu.

    Was die Diskussion über Politik angeht, muss man die Mentalität der Türken kennen. Der Autor dieses Artikels scheint Kenntnisse über das Land zu haben, dennoch, ist seine Berichterstattung völlig einseitig. Wie im Artikel beschrieben, gibt es unter den Studenten verschiedene politische Strömungen und eine Diskussion kann dann schon mal lautstark sein (interessant, wie dann argumentiert wird). Mein Eindruck war, dass sich die Studenten frei äußern konnten, da hat keiner darauf geachtet, was er/sie gesagt hat. Ob sich das nun ändern wird? Ich glaube nicht.

    Ich glaube vielmehr, dass der Artikel einen provozierenden Einschlag hat. Natürlich, Erdogan ist nicht beliebt, schon gar nicht bei den Studenten. Aber er wurde von der Mehrheit gewählt. Viele Studenten protestieren auch gegen ihn, bisher habe ich nicht mitbekommen, dass jemand Repressalien ausgesetzt war. Und man muss sich mal die Demonstrationseifer der Türken ansehen. Jeden Tag gab es Demos, über irgendwas, das war schon spannend! Die Türken sind nicht so Politikverdrossen, sie gehen auf die Straße.

    Für die, die schreiben, dass die Türkei nicht in die EU gehört: Es wird langsam langweilig. Der Elite ist es mittlerweile völlig egal, die haben nicht einmal ein müdes Lächeln übrig. Der Handel mit Europa floriert, und die Türken - ja auch die türk. Studenten - wollen sich ihre Politik nicht diktieren lassen.
  4. #43

    Mein türkischer Freund

    Zitat von Michael Giertz Beitrag anzeigen
    ....

    Meine Güte, ich habe türkische Freunde - was ist los mit euch?! Schickt die Fanatiker wieder in die Wüste!
    ist eben wegen dieser Entwicklung dort weg, um hier immer mehr das zu finden, weswegen er dort abgehauen ist. Recht haben ist eine einfache Sache, wenn man es mit Gewalt durchssetzt: "Religiöse Kommilitonen klebten Poster mit islamischen Botschaften an die Wand, berichtet sie, und schrieben Koran-Verse an die Tafeln in den Hörsälen. Studenten, die sich ihnen widersetzten, würden bedroht."
    Überall, wo diese Religion Fuss fasst, schafft sie sich diese Ordnung.
    "Der ehemalige Filmstudent möchte nun am liebsten auswandern." Nur wohin? Sie sind überall schon da. Vielleicht da noch nicht, wo man es sich in den Sozialsystemen nicht so bequem machen kann wie bei uns, um hemmungslos seine religiösen Perversionen pflgen zu können: Südamerika. Und zur Gewalt der Polizei. Seit Jahren schon stehen Suren auf den Schreibtischen der höheren Polizeibeamten in Istambul wenigstens, die genau sehen, wohin die Türkei geht. Man will schon immer dabei gewesen sein und man will sich als zuverlässig erweisen wie die Brutalität der Einsätze zeigt. Jetzt wäre es an der Zeit, dass die Unternehmer politisch aktiv werden: ganz gleich ob politische oder religiöse Gleichschaltung, das hat der Wittschaft am Ende immer geschadet.
  5. #44

    das ist die Kehrseite...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Studenten: In der Türkei tobt ein Kulturkampf, an den Hochschulen eskaliert er. Islamisten drängen an die Macht, Liberale verteidigen die Freiheit der Wissenschaft. Menschenrechtler warnen vor der enormen Brutalität.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...764377,00.html
    ...der Globalisierung: den verunsicherten jungen Männern bietet die Religion Halt und das Ausleben ihrer Machosehnsucht - die einfachen Lösungen, die immer und überall Konjunktur haben. denn das Credo der westlichen Moderne ist: keine Sicherheit.

    Je schneller die Daten weltweit den Globus überfluten, umso vernbissener und erfolgreicher werden die, die dies ablehnen.
  6. #45

    Kein Titel

    Zitat von herrlohse Beitrag anzeigen
    Absolut meine Meinung!

    Der Türkei wird nun bereits seit über 60 Jahren signalisiert, dass das Land irgendwann zur EU gehören könnte. Es hat durchaus positive Entwicklungen unter Erdogan gegeben die allerdings von europäischen Politikern überhaupt nicht honoriert worden sind. Es liegt daher nahe, dass die türkische Politik sich nun wieder der religiös-fundamentalistischen Seite zu wendet. Nicht nur die türkische Gesellschaft ist in sich gespalten, auch das angeblich ach so "moderne" und "säkulare" Europa weiß nicht wo es hin möchte, wie am Zick-Zack-Kurs des EU-Beitritts der Türkei deutlich wird. Chance vertan!

    Häh? Es sind also externe Politiker / Bevölkerungen für die interne Situation der Türkei verantwortlich?

    Also, ich mache keinen Türken, Somali, Finnen etc.... für unsere Regierung und nationale Lage verantwortlich. Dafür sind wir selbst zuständig. Genau wie die Türken für ihr eigenes Land.
  7. #46

    Selbst Hohlkopp!

    Zitat von ciceroli Beitrag anzeigen
    Ich selber bin nicht türkischer Herkunft, habe aber sehr viel mit unseren Freundinnen und Freunden aus der Türkei Zeit meines Lebens zu tun.
    Was in den letzten Jahren unter Erdogan passiert ist, trägt ein Muster, welches wir eigentich alle kennen sollten. Unter einer relativen Repression zu wirtschaftlichen (und geostrategischen) Fortschritten zu gelangen.
    Wir dürfen niemals vergessen, das die Partei Erdogans mit dem was wir haben (C...) gut vergleichbar ist. Ich bin weit davon entfernt, den türkischen Bügerinnen und Bürgern vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Was ich aber wirklich gerne ändern würde, ist diese einseitige, fast ausschließlich defizitorientierte Berichterstattung unserer Medien bzgl. des Islam. Es ist offensichtlich, das wir Christen uns nunmal einfach überlegener fühlen. Das würden wir so niemals aussprechen. Dies geschieht viel subtiler. (Auch eine Art Kulturkampf!) Nachdem nun dieser "Christenclub EU" es nie auch nur im entferntesten geschafft hat,die liberalen Kräfte und Strömungen in der Türkei zu unterstützen, war die logische Konsequenz daraus, das es in Richtung schleichende Islamisierung der Türkei gehen wird.
    Rein aus politischen Gründen, riet ich meinen Kumpels stets davon ab, das die Türkei in die EU kommt (wie wenn wir das in der Hand gehabt hätten). Nun ist es soweit und die türkische Republik braucht die EU nicht mehr. Sondern die EU braucht aus geostrategischen Gründen die Türkei mehr denn je... Glaubt wirklich jemand, wir werden diesen "Kulturkampf" dort irgendwie noch beeinflußen können, ohne den Zeigefingerimperialisten raushängen zu lassen? Die Türkei ist, vorsichtig gesagt, verlorenes Gebiet für die EU. Und daran trägt die EU zur genüge selber die Schuld! Dies ist nicht nur politisch sondern auch aus der moralischen Wertedebatte heraus ein Desaster! Danke für nichts, ihr Hohlköppe!
    Die Türkei in dei EU auzunehmen wäre ein noch größerer Fehler als die Aufnahme von Griechenland, Bulgarien und Rumänien. Allerdings käme so der Kollaps der EU schneller, was widerrum nicht so schlecht wäre!
    Ihre geostartegischen Gründe können Sie genauso für sich behalten wie Ihre Religion, welche überall auf der Welt für Mord und Totschlag steht!
  8. #47

    Masse statt Klasse

    Zitat von andynm Beitrag anzeigen
    Dummes Überlegenheitsgerede. Wie glauben Sie sieht die Welt in 100 Jahren aus, wenn die dynamischen und dabei jüngeren nicht-westlichen Gesellschaften weiter so wachsen? In Europa sieht es zur Zeit nicht nach großem Fortschritt aus. Hier wollen ja viele ein zurück in nationalstaatliches Denken, was völlig absurd ist.



    Araber in die Türkei? Ihr Plädoyer ist absurd wie der Rest ihres Beitrags.
    Genau: Masse statt Klasse, das wird die Länder mit hohen Fertilitätsraten eher in den Ruin treiben statt in eine prosperierende Wirtschaft mit hohen sozialen Standards. Dann schickt man halt seine staatlichen Kostgänger wieder in den Westen - in Millionenstärke. Das hatten wir ja schon einmal.
  9. #48

    Faule Eier

    Zitat von muffpotter Beitrag anzeigen
    Die Türkei in dei EU auzunehmen wäre ein noch größerer Fehler als die Aufnahme von Griechenland, Bulgarien und Rumänien. Allerdings käme so der Kollaps der EU schneller, was widerrum nicht so schlecht wäre!
    Ihre geostartegischen Gründe können Sie genauso für sich behalten wie Ihre Religion, welche überall auf der Welt für Mord und Totschlag steht!
    Bei der derzeitigen EU-Führungsriege, Kommission als auch Regierungchefs, muss man mit allem rechnen. Siehe heute: Da hat man einem der korruptesten Staaten (Kroatien) die Mitgliedschaft ab Mitte 2013 zugesagt. Man macht also die gleichen Fehler wie u. a. mit Rumänien und Bulgarien. Hinterher wundert man sich dann wieder, welch faule Eier man sich ins Nest gelegt hat.
    Die Regierungschefs haben das ja heute ganz clever gemacht. Im Windschatten der Beratungen und Beschlüsse zur Griechenland-Hilfe hat man gleich Kroatien quasi aufgenommen und auch den neuen EZB-Chef Draghi durchgewinkt. Die abgehobenen EU-Politiker müssen aus den Ämtern gejagt werden, mit Wahlen, notfalls auch mit großen Demonstrationen und massivem Widerstand.
  10. #49

    titelfrei

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Studenten: In der Türkei tobt ein Kulturkampf, an den Hochschulen eskaliert er. Islamisten drängen an die Macht, Liberale verteidigen die Freiheit der Wissenschaft. Menschenrechtler warnen vor der enormen Brutalität.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...764377,00.html
    der EU-umgarnte Erdogan träumt von der Rückkehr des osmanischen Reiches, natürlich mit ihm als Sultan. Wir werden die Einführung der Scharia in der Türkei innerhalb der nächsten 10 Jahre erleben. Damit verbunden einen einzigartigen Exodus der laizistischen Türken.