Zitat von
ciceroli
Ich selber bin nicht türkischer Herkunft, habe aber sehr viel mit unseren Freundinnen und Freunden aus der Türkei Zeit meines Lebens zu tun.
Was in den letzten Jahren unter Erdogan passiert ist, trägt ein Muster, welches wir eigentich alle kennen sollten. Unter einer relativen Repression zu wirtschaftlichen (und geostrategischen) Fortschritten zu gelangen.
Wir dürfen niemals vergessen, das die Partei Erdogans mit dem was wir haben (C...) gut vergleichbar ist. Ich bin weit davon entfernt, den türkischen Bügerinnen und Bürgern vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Was ich aber wirklich gerne ändern würde, ist diese einseitige, fast ausschließlich defizitorientierte Berichterstattung unserer Medien bzgl. des Islam. Es ist offensichtlich, das wir Christen uns nunmal einfach überlegener fühlen. Das würden wir so niemals aussprechen. Dies geschieht viel subtiler. (Auch eine Art Kulturkampf!) Nachdem nun dieser "Christenclub EU" es nie auch nur im entferntesten geschafft hat,die liberalen Kräfte und Strömungen in der Türkei zu unterstützen, war die logische Konsequenz daraus, das es in Richtung schleichende Islamisierung der Türkei gehen wird.
Rein aus politischen Gründen, riet ich meinen Kumpels stets davon ab, das die Türkei in die EU kommt (wie wenn wir das in der Hand gehabt hätten). Nun ist es soweit und die türkische Republik braucht die EU nicht mehr. Sondern die EU braucht aus geostrategischen Gründen die Türkei mehr denn je... Glaubt wirklich jemand, wir werden diesen "Kulturkampf" dort irgendwie noch beeinflußen können, ohne den Zeigefingerimperialisten raushängen zu lassen? Die Türkei ist, vorsichtig gesagt, verlorenes Gebiet für die EU. Und daran trägt die EU zur genüge selber die Schuld! Dies ist nicht nur politisch sondern auch aus der moralischen Wertedebatte heraus ein Desaster! Danke für nichts, ihr Hohlköppe!