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Kulturgeschichte: Was Griechenland von Europa trennt
REUTERSGriechenland ist die Wiege Europas, und doch eint das Land heute weniger mit dem Rest des Kontinents, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Über Jahrhunderte herrschten fremde Mächte über Athen - und das hat Spuren hinterlassen.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...832657,00.html
- #1 18.05.2012 16:10 von
optional
Zweitausend Jahre ist zu lange, eintausend Jahre zu kurz?
Wie so oft bei diesen historischen Artikeln verkommen Jahreszahlen zu belanglosen Spielereien. Da kann ein Jahrtausend ein Wimpernschlag sein und ein zweites bereits die Unendlichkeit.
Wie so oft läuft es auch auf eine willkürliche Betrachtung vieler Dinge heraus. Die norditalienischen Stadtstaaten des ausgehenden Mittelalters waren Byzanz ähnlicher als dem Heiligen Römischen Reich; den größten Teil der letzten 500 Jahre verbrachte Griechenland hingegen unter osmanischer/muslimischer Herrschaft, wäre es nicht naheliegender, DORT nach den Unterschieden zu suchen als im morgenländischen Schisma? Andererseits hat der Islam in Griechenland nie Fuß fassen können, anders als z.B. im nördlicheren Albanien oder Bosnien.
Geschichte ist halt keine Verkettung logisch zwingender und monokausaler Ereignisse. Die arabische Herrschaft der Mauren in Südspanien hat mehr Einfluss auf das heutige Spanien gehabt als die 400 Jahre osmanische Herrschaft auf Griechenland.
Solche Artikel sind immer fragwürdig. Genauso fragwürdig wie die Behauptung, Griechenland sei maßgeblich für die Entstehung der heutigen westlichen Kultur verantwortlich und habe z.B. die Demokratie erfunden; dabei taugt die attische Demokratie nur sehr bedingt als Vorbild für eine moderne Demokratie und verlieh eher ihren Namen als ihre Eigenschaften. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass in der Renaissance zwar eine Begeisterung für die Antike aufkam, aber eher für das, was man für Antike hielt, als für wirklich antike Verhältnisse.
In ein paar Sachen mag die Antike überlegen gewesen sein, aber das Leben war im "dunklen" Mittelalter für die meisten Leute deutlich angenehmer als in der "leuchtenden" Antike. Es ist vor allem die Schwärmerei der früh-neuzeitlichen Humanisten, die das Idealbild der Antike geprägt haben. Die moderne Geschichtswissenschaft geht da von deutlich anderen Zuständen aus. - #2 18.05.2012 16:15 von
Ach ja die Griechen
Soll dieser Artikel dazu dienen die Griechen zu verdammen,nur weil sie nichts mit der Antike gemeinsam haben? So gesehen kann man fuer jedes Land einen Grund finden, um es aus der EU rauszuschmeissen. Hier geht es doch nur darum,einen Weg zu finden, um die EU zusammenzuschmieden. Mit selbstherrlicher und egoistischer Grundeinstellung kann kein brauchbarer Weg gefunden werden.
- #3 18.05.2012 16:16 von
12wer45
Was Griechenland von Europa trennt?
Erstens durften sie garnicht in die EU aufgenommen werden,zweitens wird Deutschland am Ende der Schuldige sein...erst deutsche Kredite aufnehmen,um danach Deutsche Produkten kaufen und Zinsen an Deutschland bezahlen.
Bald kommen Spanien und Portugal dazu...und in Deutschland bekommt jeder Penner eine Wohnung,370 Euro und wenn sein muss auch noch Ersatzdrogen vom Arzt...dort wissen die Menschen nicht mehr weiter...in Benghasi damals in Libyen waren gerade mal 10 tausend Salafisten auf der Strasse und uns wurde es,als ein Aufstand des Volkes verkauft,obwohl Gaddafi 17 Milliarden Euro an die Stämme verteilt hat und die haben es selbst verwaltet....neue Regierung in Tripolis sagt..."wir können es nicht so wie Gaddafi machen und 17 Milliarden ausgeben...da frage ich mich wofür hat angeblich das ganze Volk gegen Gaddafi gekämpft?
Weil sie keine Lust mehr hatten auf kostenlose Med. Versorgung,7 cent pro Liter Benzin waren es ihnen zu viel..und ein Jeep von KIA für 7 ta
usend Dollar?
Nein...weil hier Sarkotzy entschieden hat,anstatt Schulden zurück zahlen,lieber Revolution machen und dann kann keiner was beweisen...Wahlkampf 2007 wurde von Gaddafi finanziert...und er durfte nächstes Jahr mit 100 Mercedes,100 Berber-Pferde und mit seinem Zelt in Paris eine Woche sich vergnügen...so geht die Welt heute...Krieg wird,als Frieden verkauft,Sklaverei wird zur Freiheit,und und und...in dieser Welt leben wir... - #4 18.05.2012 16:16 von
auf den Punkt gebracht
Hervorragender Artikel! Die Griechen von heute haben schlichtweg nichts zu tun mit den großen Vorfahren, weniger haben nur noch die heutigen Ägypter mit Ihrer Vergangenheit zu tun.
Ein weiterer Aspekt ist das aufgrund der langen Besatzung durch die Türken schwer geschädigte Selbstbewustsein, dass sich kompensierend oft in einer hilflosen realitätsfremden trotzigen Überhöhung wiederfindet .
Ein vorsichtiger Hinweis auf die vielen kulturellen Eigenarten der Griechen, die deutliche türkische Spuren aufweisen, kann einem schnell Kopf und Kragen kosten, während Türken darüber nur müde lächeln und gelassen den Kopf schütteln.
Auch die Unterschiede zwischen städtischen Griechen und jenen vom Lande wie auf Kreta sind frappierend.
Unterm Strich ist es noch viel schlimmer als sie vorsichtig in Ihrem Artikel schreiben, Griechenland ist ein unberechenbarer Moloch dessen Verwucherungen so tief sitzen, dass sie nur über Jahrzehnte oder Jahrhunderte sich verändern werden...wenn überhaupt. - #5 18.05.2012 16:21 von
selten so einen Unsinn gelesen.
Ein Volk auf die Publikationen der Leuchtfeuer der Antike zu reduzieren ist das Dümmste was ich seit langem gelesen habe. Wird erwartet dass da nur Leute wie P'aton rumlaufen? Gehört Deutschland mit seiner noch jungen Geschichte weniger zu Europa, weil hier nicht alle wie Goethe sind?
Selbst die jeweiligen Machthaber waren größtenteil westlich, die Osmanen mal aussen vor. Und nur der byzantinischen Kirche ist es zu verdanken, dass wir heute soviel von der Antike wissen,
der Autor möge nochmal zur Uni gehen und das eine oder andere Hauptseminar zu europäischer Geschichte besuchen. - #6 18.05.2012 16:25 von
Huntingtion's Clash of Civilization
Sam Huntington hat schon 1996 angemerkt das Griechenland de-facto kein westlich-Europäisches Land ist und das die Orthodoxe Kultur sich wesentlich von der Römisch-Latainischen Kultur West- und Zentral-Europas unterscheidet.
"Trotzdem ist Griechenland zugleich eine Anomalie, der orthodoxe Außenseiter in westlichen Organisationen. Es ist nie ein bequemes Mitglied der EU oder der NATO gewesen und hat Schwierigkeiten gehabt, sich auf die Grundsätze und Gepflogenheiten in beiden Organisationen einzustellen......Das Land war ärmer als andere Mitglieder der EG oder Nato und verfolgte eine Wirtschaftspolitik , die den in Brüssel herrschenden Standards Hohn zu sprechen schien. Der Ratsvorsitz Griechenlands in der Union 1994 war für andere Mitglieder eine Strapaze, in Stimmen in West-europa bezeichnen privat die Mitgliedschaft Griechenlands in der EU als Fehler" (Huntington, 1996, p. 258 -259)
Das war 1996 wohlgemerkt! - #7 18.05.2012 16:26 von
So könnte mann / frau es betrachten ...
... das heutige Griechenland hat genausoviel mit dem antiken Griechenland zu tun wie: Ägypten 2012 mit Echnaton oder Kleopatra, Asterix & Obelix mit Paris 2012, Deutschland 2012 und den Neanderthalern, Washington 2012 und den Apachen inkl. Winnetou usw .... auf diesen Beitrag habe ich eigentlich schon seit Wochen gewartet.
- #8 18.05.2012 16:27 von
Kulturbegriff
Das gut formulierte Thema verführt, in Tiefen der Kulturgeschichte abzuschweben. Wichtige Eckmarken der Differenzen sind genannt: Ostrom, Byzanz. Am dem Punkt lohnt ein Einschub. Hier liegen schon Welten Unterschiede, ganz zu schweigen von der Prägung durch osmanische Besatzung und der traditionellen Diaspora von Griechen in aller Welt.
Byzanz war eine ganz andere Kultur. Wer begreifen will, wie anders das war, kann sich Moskau und das Russische Reich ansehen, auch heute. Es ist kulturell eine Zweigstelle des Byzantinismus, transportiert auch durch Übernahme der griechischen Schriftsprache. Man empfindet das Russische zurecht als fremdartig, weil man sich nicht konditioniert hat auf die irrige Vorstellung, darin etwas "Europäisches" finden zu müssen. Die byzantinische Kultur und ihre Ableger "sieht die Dinge anders", buchstäblich. Byzanz hatte jahrelange Bürgerkriege über das Verständnis von Ikonen. Die Osmanenzeit hat die Reste davon der europäischen Entwicklung nicht gerade näher gebracht.
Man kann den Pelz nun auch noch anders herum kämmen und fragen, welche Eckmarken europäischer Entwicklung Byzanz-Nachfolgestaaten bis hin zum modernen Griechenland versäumt haben: Humanismus, Aufklärung, Existenzialismus. Die Endpunkte beider Entwicklungen liegen so weit auseinander wie ein heutiger Deutscher zum frühgeschichtlichen Germanen im Bärenfell, dessen Sprache man nicht einmal verstehen könnte.
Die Vorstellung, daß Griechenland kulturell etwas mit Europa zu tun haben könnte, ist restlos abwegig. Als der Begriff Europa entstand, in einer Antike, die griechisch geprägt war, war er ein geographischer Raumbegriff. Als sich der Begriff entwickelte zu einer Kulturvorstellung, war Griechenland schon lange nicht mehr dabei und hat sogar einen guten Prozentsatz dieser Entwicklungszeit als Kultur nicht mehr existiert. - #9 18.05.2012 16:28 von
"..Das Morgenländische Schisma von 1054, bei dem sich westliche und östliche Kirchenfürsten wechselseitig exkommunizierten, hat einen tiefen Graben in Europa aufgerissen. .."
Wer es genau wissen möchte, sollte sich die Dokumentation "Byzanz - Europas östliches Erbe" anschauen.
Im viertel Youtube-Teil ab Minute 2:00,erklärt Prof.Dr. Jochannes Deckers was 1054 hinter den Kulissen wirklich geschehen ist. Alternativlos war damals auch schon ne ganze Menge.
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