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Künstliche Intelligenz: Chauvi gegen Chip

Der Mensch dringt in die Welt des Allerkleinsten vor: Bald können wir Atome manipulieren, glaubt Ulrich Walter. Bis zur künstlichen Intelligenz wäre es nur noch ein kleiner Schritt. Doch dann müssten wir den Glauben an unsere Einzigartigkeit begraben - und Robotern Menschenrechte zugestehen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...656752,00.html
  1. #1

    und ewig lockt das Weib ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Mensch dringt in die Welt des Allerkleinsten vor: Bald können wir Atome manipulieren, glaubt Ulrich Walter. Bis zur künstlichen Intelligenz wäre es nur noch ein kleiner Schritt. Doch dann müssten wir den Glauben an unsere Einzigartigkeit begraben - und Robotern Menschenrechte zugestehen.
    Im Prinzip ja.

    Nur: unser Bewusstsein ist ja nicht ohne Grund so entstanden, wie es ist, sondern weil es unserer biologischen Existenz dienlich ist. Ein in eine Maschine übertragenes menschliches Bewusstsein wäre also völlig sinnfrei. Wozu sollte beispielsweise ein Roboter Sex mit Marylin haben wollen, warum sollte er einen Jagdinstinkt haben und angeln gehen wollen?

    Ein maschinelles Bewusstsein ist deshalb nur denkbar als fundamental verschieden von unserem menschlichen Bewusstsein, wenn die Maschine nicht eine exakte Nachbildung eines ganzen menschlichen Körpers ist. Letzteres aber lässt sich auf biologischem Weg leichter produzieren als auf technischem Weg. Marylin weiss, wie's geht.
  2. #2

    menchenbild

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Mensch dringt in die Welt des Allerkleinsten vor: Bald können wir Atome manipulieren, glaubt Ulrich Walter. Bis zur künstlichen Intelligenz wäre es nur noch ein kleiner Schritt. Doch dann müssten wir den Glauben an unsere Einzigartigkeit begraben - und Robotern Menschenrechte zugestehen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...656752,00.html

    dahinter steht ein sehr biologistisches technokratisches menschenbild. jedoch ist der mensch mehr als die summe seiner teile.
    und wie unser gehirn funktioniert haben wir vielleicht allerhöchstens in grundlagen verstanden.
    wer da meint, man müsste nur genügend chips miteinader vernetzen und die parameter gleichsetzen wie im menschlichen gehirn, und dann würde die k.i. herauskommen, na ja.
    davon abgesehen:
    We are not human beings having a spiritual experience,
    we are spiritual beings having a human experience
  3. #3

    ...

    Das menschliches Bewusstsein kennt Sehnsucht, Leidenschaft, Wünsche und Träume als Antriebskräfte. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man sowas einem Chip beibringen kann.
  4. #4

    Lol

    Der Mensch dringt in die Welt des Allerkleinsten vor: Bald können wir Atome manipulieren, glaubt Ulrich Walter. Bis zur künstlichen Intelligenz wäre es nur noch ein kleiner Schritt.
    Wir sind noch Lichtjahre von emissionslosen und effizienten Energiequellen und Heilung vieler Krankheiten entfernt und hier redet jemand von einer künstlichen Intelligenz. Lustig.
  5. #5

    wozu?

    Zitat von seine_unermesslichkeit Beitrag anzeigen
    Das menschliches Bewusstsein kennt Sehnsucht, Leidenschaft, Wünsche und Träume als Antriebskräfte. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man sowas einem Chip beibringen kann.
    All das ist Ausdruck Ihres Bewusstseins, hervorgerufen durch äußere Reize und darauf folgende Ausschüttung von entsprechenden Botenstoffen und Aktivierung von dazu passenden Gedächtnisarealen.

    Ihr Bewusstsein ist ein Prozess, der auf einer materiellen Maschine läuft, und dieser Prozess ist selbstverständlich auch künstlich nachbildbar. Die Frage ist nur: wozu?
  6. #6

    Asimov

    Ein Teil dieser Frage ist vor Jahrzehnten schon von Isaac Asimov gestellt und beantwortet worden, insbesondere in "The Bicentennial Man" und "That Thou Art Mindful Of Him": Sobald Roboter ein eigenes Bewusstsein haben, mit Ich-Wahrnehmung, Sprachreflexion und Kreativität (also nicht notwendigerweise als Kopie eines menschlichen Bewusstseins), werden sie logischerweise immer mehr in eine Position aufsteigen, die dem Menschen gleichgestellt ist, und schließlich den Menschen aus seiner Position verdrängen. Der Mensch schafft sich quasi selbst ab, unaufhaltsam.

    Allerdings steht all das unter einem Vorbehalt: Selbst bei Asimov wissen die Menschen selbst nicht genau, wie die "Positronengehirne" der Roboter eigentlich funktionieren. Und ich frage mich, ob es bei der Entwicklung eines bewussten, kreativen, lernfähigen Roboters, der sich in ähnlich unvorhersagbarer Weise entwickelt wie eine menschliche Persönlichkeit, nicht doch eine Schranke gibt, die der Technik Einhalt gebietet, weil der Bereich jenseits dieser Schranke dem gottgegebenen Leben vorbehalten ist.
  7. #7

    Nein Keinen Titel!

    Zitat von SPON
    Intelligenz ist eine Sache, aber Bewusstsein? Kann ein Siliziumchip je Bewusstsein erlangen? Die Antwort der Neurobiologen ist eindeutig: Im Prinzip ist unser Gehirn nicht anderes als die komplexe Verschaltung von etwa hundert Milliarden Neuronen untereinander. Bildet man ihre Struktur mitsamt Kopplungsparametern genauso auf einen Siliziumchip ab - und nichts spricht dagegen, dass das irgendwann einmal möglich ist -, dann erlangt der Chip nicht nur die Intelligenz eines Gehirns, sondern auch alle seine Fähigkeiten. Sein Bewusstsein inklusive.
    Die Frage ist im Prinzip berechtigt, allerdings das gewählte Beispiel ist mit Verlaub Unsinn:

    Nur weil sie den Schaltkreis nachbauen lebt das künstliche Gehirn noch nicht. Sie haben dann die Hardware gebaut, aber wo ist die Software?

    Die schönsten neuronalen Verknüpfungen bringen ihnen gar nichts wenn die Neuronen gar nicht oder nur in einer beschränkten Weise miteinander kommunizieren. Nur wenn auch dies erreicht werden kann, besteht die Möglichkeit eine künstliche Intelligenz zu schaffen.

    Ob man dafür allerdings wirklich einen 1:1 Kopie des menschlichen Gehirns auf einem Chip braucht ist zu bezweifeln. Hierfür gibt es ganz andere Ansätze.
  8. #8

    selbstverständlich?

    Zitat von cha cha Beitrag anzeigen
    Ihr Bewusstsein ist ein Prozess, der auf einer materiellen Maschine läuft, und dieser Prozess ist selbstverständlich auch künstlich nachbildbar.
    Welche Lösung des Qualia-Problems liegt dieser Einschätzung zugrunde?
  9. #9

    Herjemine ...

    ... wenn ich mir anschaue, was die Zukunftsforscher vor 50 Jahren für das Jahr 2000 vorausgesagt haben, so bleibe ich ob der angedrohten Erhebung von Maschinen in den Stand des Bewusstseins und der Intelligenz äußerst gelassen ...

    Ach ja, und hat unser lieber Astronaut vielleicht die Existenz des Internets vorhergesagt? Nein? Aber das wäre ja zu billig, da will man lieber gleich Gott spielen und Kreaturen erschaffen, drunter geht's wohl nicht.

    Wenn ich sehe, wie schwer es ist, alleine fehlerfreie komplexe Software zu entwickeln, wage ich die Fehlerhaftigkeit einer selbst gebastelten atomaren Maschine mir nicht auszumalen, das klingt schwer nach frankensteinschen Missgeburten.

    Für mich typisches Technokratengeschwafel, ungefähr so glaubhaft wie die Atomkraft ist sicher und der Salzstock von Gorleben für die Endlagerung von Atommüll geeignet. Bla, bla ...


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