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Künstliche Intelligenz: Chauvi gegen Chip

Der Mensch dringt in die Welt des Allerkleinsten vor: Bald können wir Atome manipulieren, glaubt Ulrich Walter. Bis zur künstlichen Intelligenz wäre es nur noch ein kleiner Schritt. Doch dann müssten wir den Glauben an unsere Einzigartigkeit begraben - und Robotern Menschenrechte zugestehen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...656752,00.html
  1. #140

    ..

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    *schmunzel*


    Ihr Experiment würde selbstverständlich nicht funktionieren. Man kann eben nicht beibringen, rot zu sehen, wenn es kribbelt.
    Da bin ich aber nicht sicher. Sie träumen doch auch alles Mögliche, was nicht da ist. Das Gehirn nimmt eben die Außen- oder Innenreize, die es kriegen kann und konstruiert etwas vermeintlich Sinnvolles draus. On das nun farbig, als Ton, oder als Geschmack bei Ihnen ankommt, ist zwar einerseits evolutiv festgelegt, andererseits aber nur aus Zweckmäßigkeitsgründen zusammengesetzt und weniger, weil es nicht anders geht.
  2. #141

    .

    Zitat von neoptolemos Beitrag anzeigen
    Dann könnten wir Bewußtsein doch einfach als „Systemeigenschaft“ bezeichnen, nicht wahr? Und Bewußtsein würde sich bei passender Struktur des Systems einfach einstellen, wäre also „emergent“. Läuft es nicht darauf hinaus?
    Richtig, darauf läuft es hinaus. Einfach ist es allerdings nicht. Bisher ist wenig über die "Systemeigenschaft" Bewusstsein bekannt, außer dass der präfrontale Cortex maßgeblich daran beteiligt ist. Dabei muss man trennen zwischen Bewusstsein und den Qualia. Angst zu haben ist eine Sache, sich der Angst bewusst zu sein eine andere.

    Das Bewusstsein ist meines Erachtens eines Tages neurobiologisch und neuropsychologisch erklärbar, der Erlebnisgehalt der Qualia dagegen nicht. Wie es sich anfühlt, Angst zu haben, ist naturwissenschaftlich nicht ableitbar, obwohl man bereits weiß welche Hirnareale und welche Neurotransmitter beteiligt sind und welche Hormone ausgeschüttet werden. Auf jeden Fall sind Bewusstsein und Qualia an das materielle Substrat des Hirns gebunden und sind keine eigenständigen Entitäten, sondern dessen Wirkungen.

    Die logische Konsequenz ist, dass ein Roboter unter keinen Umständen dieselben Gefühle haben könnte wie ein Mensch. Er könnte zwar etwas wie Trauer, Wut oder Freude empfinden, aber es würde sich bei ihm ganz anders anfühlen.
  3. #142

    .

    Zitat von tetaro Beitrag anzeigen
    On das nun farbig, als Ton, oder als Geschmack bei Ihnen ankommt, ist zwar einerseits evolutiv festgelegt, andererseits aber nur aus Zweckmäßigkeitsgründen zusammengesetzt und weniger, weil es nicht anders geht.
    Die Wahrnehmung ist mit den Nervenreizen der Sinnesorgane fest verdrahtet, daher kann man die Verdrahtung nicht durch Lernen verändern. Es scheint aber manchmal Verdrahtungsfehler zu geben, die dann das Phänomen der Synästhesie verursachen. Durch Hirnschädigungen kann das Netzwerk der Verdrahtungen löchrig werden, wodurch für die Neurologen interessante Effekte entstehen, wie z.B. Blindsight.
  4. #143

    Die Titelsucht geht mir auf den Senkel...

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    ..Die logische Konsequenz ist, dass ein Roboter unter keinen Umständen dieselben Gefühle haben könnte wie ein Mensch. Er könnte zwar etwas wie Trauer, Wut oder Freude empfinden, aber es würde sich bei ihm ganz anders anfühlen.
    Ein interessanter Aspekt. Gefühle wie Trauer, Wut oder Freude betrachten wir als emotional. Es ist die Frage, ob diese Gefühle auch für eine KI relevant wären.

    Am Beispiel "Trauer": Sie ist i.d.R. aus einem Verlust entstanden, die schwächere Form wäre "Bedauern" oder "Vermissen". Das wäre schon vorstellbar, auch für eine KI.

    Man sollte sich generell Gedanken darüber machen, wie wichtig Antriebe für die Funktion einer hypothetischen KI eigentlich wären. Ein Mensch (auch ein Tier) handelt niemals bewußt ohne entsprechende Motivation. Für wirklich alles, was wir tun, gibt es einen Antrieb, eine Motivation, sei es eine archaische (Hunger, Sex, Selbsterhaltung), oder eine komplexe (Neugier, Selbstbestätigung, --> Beiträge schreiben im SPON-Forum ;-).

    Vielleicht kann kein intelligentes Wesen existieren (auch eine KI nicht) ohne einen gewissen Grad an Motivation. Warum sonst sollte es denken? Warum sonst sollte es handeln?
  5. #144

    hmmmpf

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Die Wahrnehmung ist mit den Nervenreizen der Sinnesorgane fest verdrahtet, daher kann man die Verdrahtung nicht durch Lernen verändern. Es scheint aber manchmal Verdrahtungsfehler zu geben, die dann das Phänomen der Synästhesie verursachen. Durch Hirnschädigungen kann das Netzwerk der Verdrahtungen löchrig werden, wodurch für die Neurologen interessante Effekte entstehen, wie z.B. Blindsight.
    Da fällt mir ein, dass das Experiment der Frösche auch mit Menschen gemacht wurde, nur mit ner Brille statt einer Augenumdrehoperation. Dabei ham die Menschen alles auf dem Kopf? oder Spiegelverkehrt gesehen. Und waren zuerst ein wenig verwirrt, hatten sich aber relativ schnell dran gewöhnt (Kalibrierung geändert). Interessanterweise waren sie genauso verwirrt, nachdem sie die Brille wieder loswaren.
  6. #145

    ..

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Die Wahrnehmung ist mit den Nervenreizen der Sinnesorgane fest verdrahtet, daher kann man die Verdrahtung nicht durch Lernen verändern.
    Das stimmt so strikt nicht, Gerhard Roth hat deutlich auf die unspezifische Codierung hingewiesen, d.h., dass die Nerven immer nur "viel" oder "wenig" anzeigen, wovon, weiß das Gehirn nicht, das ist erlernt oder "vermutet". Insofern mag es verdrahtet sein, als eltliche dieser Lernergebnisse in einigen Millionen Jahren Evolution mittlerweile hardcodiert sind. Es gibt doch allerdings wirklich Leute, bei denen es zu Verschiebungen kommt, entweder durch Drogeneinfluss oder aber durch irgendwelche neurologischen Besonderheiten. Und, wie ich schon gesagt habe, bei jedem im Traum, denn Sie sehen und hören Dinge, die definitiv nicht anwesend sind!
  7. #146

    Gefühle

    Zitat von LouisWu Beitrag anzeigen
    Ein interessanter Aspekt. Gefühle wie Trauer, Wut oder Freude betrachten wir als emotional. Es ist die Frage, ob diese Gefühle auch für eine KI relevant wären.

    Am Beispiel "Trauer": Sie ist i.d.R. aus einem Verlust entstanden, die schwächere Form wäre "Bedauern" oder "Vermissen". Das wäre schon vorstellbar, auch für eine KI.
    Warum nicht? Es muss ja nicht 100% dieselbe Emotion sein. Vielleicht gibt es Milliarden Arten von Trauer in der Welt und die KI entwickelt eben die für sie passende. Wenn ich meine Gefühle beobachte, habe ich einfach den Eindruck, dass damit gewisse Erkenntnisse auf äußerst komprimierte Art und Weise durch's Gehirn geschleust werden - wie in einem Paket mit einem Etikett, das wir dann Gefühl nennen. Egal, wie das bei einer Maschine ablaufen könnte, hätte ich kein Problem, eine ähnliche Verarbeitung "Gefühl" zu nennen.
  8. #147

    .

    Zitat von tetaro Beitrag anzeigen
    Das stimmt so strikt nicht, Gerhard Roth hat deutlich auf die unspezifische Codierung hingewiesen, d.h., dass die Nerven immer nur "viel" oder "wenig" anzeigen, wovon, weiß das Gehirn nicht, das ist erlernt oder "vermutet".
    So stimmt das nicht ganz. Richtig ist, dass die Kodierung aller Sinnesinformationen einheitlich ist, d.h. es sind die Aktionspotentiale, eine elektrische Spannung immer gleicher Form und Amplitude, gleichgültig aus welcher Signalquelle. Die Bedeutung der Signale ergibt sich folglich ausschließlich aus der Signalquelle selber, also dem jeweiligen Sinnesorgan. Die Nervenbahnen zwischen Sinnesorganen und Kortex sind einerseits fest verdrahtet, können andererseits aber bei Bedarf, z.B. bei Blindheit, umgeleitet werden. Die Verdrahtung wird nicht erlernt oder "vermutet", sondern wird im Verlauf der Hirnentwicklung festgelegt. Die Fortsätze der Nervenzellen navigieren selbstständig durch das Gewirr der Zellen und finden ihre Ziele mittels verschiedener Proteine in sehr komplizierten Interaktionen. Das war auch bei dem beschriebenen Froschexperiment der Fall, wo die durchtrennten Nervenfortsätze ihre ursprünglichen Ziele trotz der Vertauschung der Augen gefunden haben und ihre Wahrnehmung daher um 180° gedreht war.

    Mit Träumen hat dieses Thema nichts zu tun.








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