Künstler-Kampagne: Die fünf größten Irrtümer im Urheberrechtsstreit

dapdSteht die Abschaffung des Urheberrechts unmittelbar bevor? Müssen Künstler des Internets wegen bald von Almosen leben? Die Urheberrechtsdebatte, die von einem Aufruf Hunderter teils sehr prominenter Künstler nun erneut angefacht wird, hat zuweilen hysterische Züge. Ein Vermittlungsversuch.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...832624,00.html
  1. #40

    Immer diese Seitenhiebe...

    "Keine der im Bundestag vertretenen Parteien würde sich dazu überreden lassen, nicht einmal bei einer baldigen Regierungsbeteiligung der Piraten (die wiederum etwa so wahrscheinlich ist wie die Auferstehung von Klaus Störtebeker)."

    Wow, bis zu dieser Stelle war es sachlich, dann haben Sie sich selbst disqualifiziert. Was sollen diese dauernden, unnötigen Seitenhiebe des SPIEGEL gegen die PP?
    Ähnliche selbstsichere Töne fanden sich schon durch Guido Westerwelle: Guido Westerwelle: FDP-Stimme für den Gulli - PIRATEN wählen! - YouTube

    Vorschlag: Ich werde ich bei der nächsten Bundestagswahl genau diesen Artikel des Spiegel hervorkramen und mit der Zusammensetzung des Bundestages vergleichen. Abwarten und Tee trinken.

    "Diesen Grundwiderspruch haben die Piraten bislang nicht auflösen können, was man in mittlerweile zahlreichen Interviews nachlesen kann, in denen die Vertreter der Partei immer ziemlich unscharf und ausweichend werden, wenn es um diese Frage geht."

    Schon mal gelesen?

    -> http://wiki.piratenpartei.de/wiki/im...gBPT2011-2.pdf

    Aha.

    Gruß
    Nano
  2. #41

    Gerecht

    Selbstverstänlich soll und muss ein Künstler von seiner leben können und er soll aucvh nicht schlechter gestellt sein als ein Handwerker oder Angestellter aber aus meiner Sicht auch nicht besser.

    Wenn ein Schrifsteller 1 Jahr an einem Roman gearbeitet hat dann stehen im lebenslänglich und den Erben nach dem Tod noch 70 Jahre Anteile aus dem Umsatz mit dem Werk zu.
    Wenn ein Bauarbeiter nach einem Jahr einen Geweg fertigstellt, dann bekommt er einmal Geld aber nicht die nächsten x-Jahre noch 2 Cent von jedem der darüber geht.

    Aus meiner Sicht muss ein Hit, ein Buch, ein Film... nicht so entlohnt werden, dass noch 3 Generationen davon leben können.
    Veilleicht müssten 10 Jahre urheberrecht reichen.
  3. #42

    @calunga - und ?

    Zitat von calunga Beitrag anzeigen
    Madonna hat ca. US$ 250 Mio. Wenn ich mir aus dem Internet eine Raubkopie runterladen würde, könnte ich eine Woche nicht schlafen, da sie ja Morgen am Hungertuch nagen wir.
    Ok, und was will uns dieser neidreiche Kommentarserguss jetzt sagen ? Nur weil sie Erfolg hat(te), soll sie zukünftig alle Ihre Titel verschenken oder was ? So ein Kommentar kann nur aus Deutschland kommen, wo die Neiddebatte grundsätzlich allzu oft auf nährreichen Boden fällt.

    Geht hier aber am Thema vorbei - es geht grundsätzlich ums Urheberrecht - und nicht ums Vermögen von Megastars.
  4. #43

    Zitat von Morngwath Beitrag anzeigen
    es wäre wirklich schön, wenn die Damen und Herren Künstler ihren Beitrag lesen und verstehen. Allerdings hab ich da wenig Hoffnung...
    Genau diese Grundarroganz macht Sachlichkeit unmöglich und tribt mir als Urheber die Galle hoch: wer anderer Meinung ist, hat einfach nur "es nicht verstanden". Is klar.

    Ich finde ein paar Details des Artikels alles andere als sachlich. Es werden immernur Bestseller-Urheber genannt, von den Folgen des Filesharings für Untergrund Künstler redet kein Mensch, obwohl sich da ganz andere Zusammenhänge und Konsequenzen auftun.
  5. #44

    Das Urheberrecht ist genauso Fortschrittsbremsend wie Patente. Beides befaßt sich mit "unsachlichen" Dingen, am ehesten vergleichbar mit Dienstleistungen. Diese Informationen lassen sich mündlich weitergeben, aber auch ohne Qualitätsverlust weitergeben.

    Wir Menschen haben ein Problem damit, weil diese Weitergabe uns Menschen in die Wiege gelegt ist und man irgendwann lernen soll, dass für sowas undefinierbares plötzlich irgendwie bewertet wird.

    Man lernt sprechen, ohne dafür zu zahlen. Man lernt die Umwelt kennen, man tausch Erfahrungen aus. In der Schule lernt man schreiben, lesen. Der Lehrer oder die Schule verlangen da nicht bis 70 Jahre nach dem Tod des Lehrers Gebühren, die Schulbuchverlage schon.
    Wenn ich arbeite bekomme ich einen Obulus, um ab 70 zu überleben, muß ich in eine Rentenkasse zahlen. 70 Jahre nach meinem Tod wird niemand dafür vergütet.
    Einen Reifen muß ich kaufen, ich kann ihn nicht kiopieren. Das Rad kann ich selber wechseln, ohne dass ich vom Reifendienst verklagt werde, obwohl ich mir die Vorgehensweise abgeguckt habe und keine Reifenwechselberechtigungslizenz für 3 Saisons erworben habe.
    Wenn ein Friseur keine Kunden mehr findet, weil sich alle Leute die Haare selber schneiden, dann ist das eben so. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, den Friseur zu alimentieren, weil er sein Wissen vor 20 Jahren an die anderen weitergegeben hat. Man wird erwarten, dass er mit der Zeit geht und sich was anderes sucht.
    Ich habe mir eine Frisur patentieren lassen, man nennt sie "Glatze".

    Mir ist klar, dass die Produktionskosten für Musik und Blockbuster schneller steigen, als die Währungen verfallen (obwohl das kaum vorstellbar ist). Aber kann der Kunde was dafür?
    Dann sollen sie es nur verschlüsselt anbieten und keine Werbung (incl. öffentlicher Radiosender) machen. Dann wird man nicht angefixt und die Musik ist ein kleines feines Hobby für verquere Enthusiasten.
    Andere werden Musik veröffentlichen, um Ruhm und Mädchen zu ernten. Warum nicht?
  6. #45

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Allein in Deutschland werden jährlich Hunderttausende von Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen in Tauschbörsen verschickt. Es gibt Anwaltskanzleien, deren einzige Erlösquelle im Verschicken solcher Abmahnungen besteht, andere leben davon, Abgemahnte zu vertreten, um die teils horrenden Summen zu drücken, die dabei verlangt werden
    Und genau dort liegt der Fehler im System! Nur in den westlichen Staaten wird 'druchgegriffen! Weil man von dort das Geld per Gericht einfacher bekommen kann, als z.B. in asiatischen Staaten. Nun mal kurz nachgedacht, wieviel Internetnutzer in D. hunderttausende von Abmahnungen ermoeglichen, und dann mal ueberlegt: Wieviel Internetuser hat der 'unueberwachte' Teil der Welt?
    Aber vermutlich wird z.B. in Asien gar nicht soviel downgeloaded.
    Oder ist vielleicht nur der Weg ueber Gerichte wesentlich unluckrativer?
  7. #46

    Zitat von HenningPogwisch Beitrag anzeigen
    Was heißt den "Musikbranche" oder "Umsätze der Musikbranchen" oder welche Aussagekraft hat diese Zahl? Stöcker abstrahiert - bewußt oder unbewußt - von gewaltigen strukturellen Veränderungen!

    Das große Geld wird eben nicht mehr mit CDs oder DVDs oder Downloads verdient. Selbst altgediente Größen schleppen sich mittlerweile Jahr für Jahr weltweit über die Bühnen, um den Einnahmeausfall bei CDs zu kompensieren.

    Natürlich muss man kein Mitleid haben. Madonna, Lady Gaga, usw. spüren diese Umbrüche nur marginal. Problematisch ist jedoch, dass Newcommer über den Verkauf Ihrer Musik kaum noch in der Lage sind ein paar Euro fuffzig reinzubekommen, um von Ihrer Musik leben zu können!
    wenn das so ist, dann sollten die herren und damen newcomer halt überlegen ob sie nicht einen "normalen" beruf ergreifen sollen-wenn nocht genug leute auf die konzerte gehen, wird das schon seinen grund haben.
  8. #47

    Zitat von DerExperte Beitrag anzeigen
    Ein T-Shirt ist aber ein Gegenstand. Wenn ich Ihnen diesen wegnehme, können Sie nicht mehr über ihn verfügen. Ein Urheber kann aber weiterhin über sein Stück verfügen, denn es wird lediglich kopiert. Das T-Shirt wird also "geklont".
    Das ist ein kleiner Unterschied, der m. M. n. zwar nicht viel ändert, aber in der Argumentation immer wieder unter den Tisch fällt.
    Nein, das ist kein kleiner, aber feiner Unterschied. Und zwar aufgrund der Tatsache, dass der Wert des "kopierten" Stückes ein Vielfaches des normalen Verkaufspreises ist. Dieser Verkaufspreis stellt somit nur einen Anteil des echten Preises dar, der durch eine Kopie aber auch unterschlagen wird.

    Und der "echte" Preis wird gerade bei Kunst darüber bestimmt, was die Käufer insgesamt zu zahlen bereit sind. Somit ist auch jede geklaute Kopie Diebstahl. Das wird nicht dadurch geändert, dass ich das Original selbst ja nicht wegnehme.
  9. #48

    Interessant

    Zitat von calunga Beitrag anzeigen
    Madonna hat ca. US$ 250 Mio. Wenn ich mir aus dem Internet eine Raubkopie runterladen würde, könnte ich eine Woche nicht schlafen, da sie ja Morgen am Hungertuch nagen wir.
    Was Sie hier vortragen, nennt man Vulgärmarxismus.

    Ich erinnere mich nicht, dass Sie oder irgendjemand anderer dazu ernannt worden ist, zu bestimmen, wofür man zu zahlen hat und wofür nicht.

    Überhaupt ist der Versuch der Piraten, die eigene Kleinkriminalität als digitalen Paradigmenwechsel zu verbrämen, nur peinlich. Das wird eigentlich nur noch vom Programmpunkt der Piraten, dass Paintball eine kulturelle Errungeschaft ist, die als Sport vom Grundgesetz zu schützen sie, unterboten. Pubertät als politisches Dogma - darauf muss man erst einmal kommen.
  10. #49

    Urheberrechtsabgabe

    Solange "Künstler" pauschal Geld dafür bekommen, dass ich CD-Rohlinge, eine Festplatte oder gar einen Computer kaufe, weil ich damit "Werke" kopieren könnte, ich also präventiv - weil ich *könnte* - für eine "leistung" bezahle, beio der nicht mal sicher ist, ob ich sie überhaupt haben will, solange habe ich kein Verständnis für das Gejammere.