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Künstler-Kampagne: Die fünf größten Irrtümer im Urheberrechtsstreit
dapdSteht die Abschaffung des Urheberrechts unmittelbar bevor? Müssen Künstler des Internets wegen bald von Almosen leben? Die Urheberrechtsdebatte, die von einem Aufruf Hunderter teils sehr prominenter Künstler nun erneut angefacht wird, hat zuweilen hysterische Züge. Ein Vermittlungsversuch.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...832624,00.html
- #10 11.05.2012 13:01 von
Warum nicht mal kreativ sein?
Ich finde die Künstler sollen sowohl kriegen was sie wollen, als auch das was sie verdienen. Urheberrechtsschutz nach ihrem Gusto, meinetwegen. Dafür aber Null Subventionen in Kultur bundesweit und in jeder Kommune. Sowie 10 Jahre Käuferstreik: keine Film, Fernsehen, Theater, Buch, Konzert, keine einzige dieser Konserven, nichts. Danach kann man ja nochmal über das ganze reden. Vielleicht wird in der Zwischenzeit der eine oder andere wieder anfangen zu malen, dichten, singen, tanzen oder sonstwas und die ganze Geschichte hat auf diese Weise wenigstens irgendeinen Nährwert, außer dem die Taschen von Rechteverwertern und Künstlern noch mehr zu füllen, als sie es jetzt schon sind.
- #11 11.05.2012 13:01 von
Rot-Grün-Blind
"Ebenso wenig wie der Straßenverkehr zusammenbricht, obwohl täglich Zehntausende Menschen bei Rot über die Ampel gehen oder mit dem Auto zu schnell fahren."
Das ist ein putziges Argument. Es ist die eine Sache, wenn ein gewisser Prozentsatz von Menschen sich Inhalte zieht, ohne dafür zu zahlen (i.e. klaut) und eine ganz andere, wenn diese Gepflogenheit zum legitimen Prinzip erklärt werden soll. Wenn das Überqueren der Straße nicht mehr ab und zu (und mit schlechtem Gewissen) passiert, sondern grundsätzlich, weil alles andere das höhere Prinzip der Freiheit verletzt, dann bricht der Straßenverkehr sehr wohl zusammen. - #12 11.05.2012 13:02 von
alle
Nicht nur der, sondern alle Unterzeichner des seltsamen Pamplets.
Sehr richtig dargestellt, die ständige pauschale Kriminalisierung des zahlenden Nutzers in allen Medien sind die Ursache für das Aufbegeheren.
Warum muss ich mir einen "Raubkopierer sind Verbrecher" Spot ansehen, wenn ich eine Kinokarte legal kaufe und einen Film legal ansehen möchte? Warum kann ich die legal gekaufte CD oder den legal bezahlten Musikfile nicht auch auf meinem Zweitrechner, Autoradio, Computer, MP3 Player so oft hören, wie ich möchte. Hier beginnen schon die Missverständnisse der Contentindustrie für Ihre Kunden. Natürlich möchte ich eine Sicherungskopie machen, wenn ich teures Geld für Produkte ausgegeben habe, bin ich deswegen kriminell?
Mit welchem Verständniss stehen diese Menschen ihren vermeintlich kriminellen Kunden gegenüber? - #13 11.05.2012 13:02 von
Man sollte das Programm schon mal lesen, bevor man so etwas behauptet.
Aus dem Programm:
„Da sich die Kopierbarkeit von digital vorliegenden Werken technisch nicht sinnvoll einschränken lässt und die flächendeckende Durchsetzbarkeit von Verboten im privaten Lebensbereich als gescheitert betrachtet werden muss, sollten die Chancen der allgemeinen Verfügbarkeit von Werken erkannt und genutzt werden.“
„Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern,...“ - #14 11.05.2012 13:03 von
Noch ein Punkt.... Pauschlabgabe
Jeder muss bereits beim Kauf eines Drucker, Kameras, CD Rohlings usw (vollständige Liste siehe http://j.mp/K7Sl8R zum Teil sehr hohe Gebühren an die Verwertungsgesellschaften zahlen, jedoch ohne damit die Vervielfältigung oder den Gebrauch der Kopien zu legalisieren.
Konsequent wäre entweder/oder:
* Entweder diese Pauschalabgabe. Dann aber mit einer legalisierung im privaten Umfeld (Recht auf Privatkopie)
ODER
* Abschaffung der Pauschalabgabe, dann mit den bereits bekannten Konsequenzen.
Im übrigen geht es bei der Urheberechtsdebatte nicht nur um das reine Kopieren. Wir leben leider in einer Zeit, bei dem selbst Fanseiten im Internet abgemahnt werden, weil sie Liedtexte veröffentlichen. Kindergärten müssen massive Abgaben zahlen, wenn die Kinder Lieder singen usw. - #15 11.05.2012 13:05 von
...
Auch von mir ein dickes Lob für den Artikel.
Bei der Diskussion wird nämlich immer wieder vergessen oder unterschlagen, dass es ursprünglich um die Verhinderung eines Überwachungsstaates geht.
Denn, und dass lassen die Eingaben von Kauder und Künstlern immer wieder vermissen: Sie sagen nicht, WIE genau dieses Urheberrecht, auf das sie pochen, denn eigentlich durchgesetzt werden soll. Mit wieviel Kontrolle? Denn die logische Antwort wäre: Jeder Heim-PC, jede Konsole, jedes Handy müsste 100% rund um die Uhr kontrolliert werden, welche Musik darauf läuft und welcher Film, und es müsste 24/7 online-gezwungen werden, damit es diese Daten an Kontrollstellen sendet, und kein Käufer eines PCs hätte jemals wieder das Recht, seinen PC so umzubauen, dass er diese Kontrolle nicht mehr durchführt, und wenn, hätte er keinen Zugang mehr zum Netz.
Das wäre die Welt, die sich Herr Kauder wünschen müsste. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass er das auch tut. - #16 11.05.2012 13:08 von
Urheberrecht
Von den Lobbyisten/Künstlern/Medienindustrie wird immer so getan, als wäre das Urheberrecht ein Menschenrecht. Was es mitnichten ist, es ist ein Recht, das die Gesellschaft -->gewährt<-- (!!!).
Wenn der Gesellschaft nichts mehr daran liegt, die Urheber von Werken zu schützen, dann hatte es sich damit.
Dass es eine Gegenbewegung zu dem teilweise völlig überzogenen Verhalten der Akteure gibt, ist für mich nicht mehr als logisch. Das bringt der Artikel ja auch gut hervor. - #17 11.05.2012 13:09 von
Irrtum 3 bleibt Realität
Was heißt den "Musikbranche" oder "Umsätze der Musikbranchen" oder welche Aussagekraft hat diese Zahl? Stöcker abstrahiert - bewußt oder unbewußt - von gewaltigen strukturellen Veränderungen!
Das große Geld wird eben nicht mehr mit CDs oder DVDs oder Downloads verdient. Selbst altgediente Größen schleppen sich mittlerweile Jahr für Jahr weltweit über die Bühnen, um den Einnahmeausfall bei CDs zu kompensieren.
Natürlich muss man kein Mitleid haben. Madonna, Lady Gaga, usw. spüren diese Umbrüche nur marginal. Problematisch ist jedoch, dass Newcommer über den Verkauf Ihrer Musik kaum noch in der Lage sind ein paar Euro fuffzig reinzubekommen, um von Ihrer Musik leben zu können! - #18 11.05.2012 13:10 von
Tatsächlich?
Liest sich süffig, ist aber Kappes. Wer lesen kann, der sollte sich das Programm der Piraten ansehen. Dort steht zum Thema Urheberrecht u. a.:
"Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar."
Ich finde das widerspricht dem Artikel deutlich. Die Piraten wollen das Kopieren erlauben, und damit ist das Einkommen von Schauspielern, Musikern und anderen Mitwirkenden gefährdet. - #19 11.05.2012 13:10 von
Ein wohltuender Beitrag zu einer Nachhutsdiskussion
Er wird die Nervosität aber auf allen Seiten nicht beruhigen. Und das aus gutem Grund. Die Digitale Internetkommunikation verändert die kommunitiven Voraussetzungen und den kommunikativen Rahmen für das "geistige Eigentum" und das Urheberrecht mit der Folge, dass dieses einfach an Bedeutung verlieren wird.
In dieser neuen Kommunikationswelt wird zunehmend gelten: Wer sein "geistiges Eigentum" schützen will, wird immer weniger rezipiert. Er macht sein Angebot im Kommunikationsmarkt unsichtbar.
Dis Diskussion um das Urheberrecht wird sich alsbald als eine Nachhustdiskussion herausstellen.
ACTA, geistiges Eigentum, Urheberrecht, Politik, digitale Kommunikation - Am besten, Sie dchten auf der Stelle selber nach
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