REUTERSRetourkutsche für die IWF-Chefin: Christine Lagarde hatte bei Griechenlands Bürgern Selbsthilfe angemahnt, sie sollten sich aus ihrer Schuldenmisere selbst befreien: "Zahlt endlich Steuern!". Jetzt reagiert Sozialisten-Chef Evangelos Venizelos - und spricht von einer Beleidigung.
Griechische Sozialisten werfen Lagarde Beleidigung vor - SPIEGEL ONLINE
Wütende Empörung bei klarer und sachlicher Kritik. Das kommt mir bekannt vor. Wenn z.B. Herr S. wiederholt die Integrationsunwilligkeit mancher Muslime anmahnt, hört man prompt aus den Reihen der Muslimenverbände trotzige Reaktionen. Sagt man den Griechen, dass die EU-Idee nicht dafür gedacht war, permanent die Maastricht-Verträge auszuhebeln, erntet Deutschland Pöbeleien inform von Nazi-Vergleichen. Wer die unangenehme Wahrheit sagt, ist halt der Depp.
Die Frau setzt, von der Höhe ihres macht-und einkommenstarken Postens, die Ärmsten Afrikas mit den Ärmsten Griechenlands in Konkurrenz zueinander! Oder haben Sie das nicht gelesen? Und das entlockt Ihnen nicht den leisesten Ansatz von Kritik und Empörung?!
Ihnen kann man nur eine Reise nach GR verordnen, damit Sie mit Ihren Sinnen erleben, was die Finanzhaie der Welt dort angerichtet haben, nicht zu vergessen, die deutsche Waffenlobbie ( wie die französische) , die eine Grossteil der Schulden des Landes eingesäckelt haben. Gehören Sie etwa zu denen?
Ihre extrem beleidigende Art, ein Volk insgesamt und undifferenziert zu verhöhnen müsste automatische Ihre Anonymität in diesem Forum aufheben und Ihre Daten ferilegen: Name, Anschrift, Telefon usw. Immerhin grenzt Ihr Benehmen an Volksverhetzung und Aufstachelung zu Hass und Diskriminierung.
Ich bin, wie viele hier, angeekelt.
Was verstehen Sie unter "teuer bezahlt"?
Deutschland (West) bezahlte - gemessen am angerichteten Schaden -praktisch keine Reparationen, wurde durch die Marschallhilfe (Geld aus dem Ausland!) und nicht zuletzt durch den Kraftakt einer schwer traumatisierten Bevölkerung wieder aufgebaut und brachte es letztlich zu jener wirtschaftlichen Macht, die sie, trotz Wiedervereinigung, heute ist.
Hätten die Siegermächte Deutschland damals so behandelt wie die EU (und damit ist allen voran die Zentralregierung in Brüssel und Berlin gemeint) Griechenland heute behandelt, die Geschichte wäre ganz anders ausgegangen: Reparationen, De-Industrialisierung, Deutschland als Argrarstaat dem Gutdünken seiner Besatzer ausgesetzt. Ein Glück das die Angst vorm Sowjet das damalige Denken und Handeln bestimmte!
Und glauben Sie mir, Griechenland bezahlt schon teuer. Sehen Sie sich das Land und das Schicksal einer ganzen jungen Generation einfach mal an. Da braucht es keinen abscheulichen Spott aus D, sondern Solidarität mit einem Volk in Not.
in der Tat. Ein Pate geht nicht so schäbig mit seinen "Schutzbefohlenen" um.
Lagarde hat sich tatsächlich gewaltig um Ton vergriffen und stellt die Problematik sehr vereinfacht dar.
Bis dato war es doch, einfach ausgedrückt so, dass man den Griechen gerne allen möglichen Krempel verkauft hat und das Geld (um den Krempel zu bezahlen) gleich mitgeliefert hat. Die Griechen haben sich gefreut weil alles so einfach ist und in der Heimat konnte man mit Wachstum angeben.
So weit so gut. Blöderweise könnte man jetzt das gepumpte Geld gebrauchen, aber die Griechen haben nichts mehr. Ich würde wirklich sagen, dumm gelaufen für die Banken. Hätten die nur halb so genau hingeschaut, wie wenn Herr Müller von nebenan gerne 10.000 Euro pumpen würde um einen gebrauchten Kombi zu kaufen, dann wäre schon viel gewonnen.
Wenn Lagarde jetzt ernsthaft meint, das Problem wäre von den Menschen in Griechenland verursacht, dann hat sie erschreckend wenig Kenntnisse, wie das System funktioniert.
Die Banken wollen jetzt ihre Verluste verstaatlichen, bin ich einverstanden, wenn dann nachträglich für die letzten 20 Jahre die Gewinne auch verstaatlicht werden. Welche Bank das nicht möchte muss eben so schauen wie sie über die Runden kommt, oder eben pleite gehen.
Und wenn die rettungswilligen Banken nicht wissen, woher sie die Kohle nehmen um die Gewinne der vergangenen Jahre dem Volk zu übereignen, keine Sorge - wir geben Euch Kredit. Ihr wisst ja wie das läuft :-)
Selbstkritik scheint bei einigen Regierungen Europas -insbesondere in Südeuropa - ein Fremdwort zu sein, besonders wenn es um jahrzehntelange Korruption und Misswirtschaft im eigenen Land geht.
Schuld sind grundsätzlich immer die anderen Völker, ganz besonders Deutschland.
So löst man die eigenen Probleme nie.
Lagarde hat eine unbequeme Wahrheit ausgesprochen.
Nein, das wurde verschleppt in der Hoffnung auf Plan B. Aber es wäre besser gewesen. Wer das von Anfang an verfolgt hat, der weiss, dass die Griechen jedes Angebot eines Schuldenerlasses abgelehnt haben. Das war dumm, er kam ohnehin. Das wirklich Ensetzliche ist, nichts, aber auch gar nichts wurde getan, um die Leistungsbilanzunterschiede in der Eurozone auszugleichen. Roubini hat das früh angesprochen. Das waren 3 Jahre für nichts, nicht einmal eine gescheite Rekapitalisierung des Banksektors wurde erreicht. Es wurde nichts versucht, nicht der Weg von Krugman, der falsch sein mag, nicht die geordnete Insolvenz eines Staates - der auch falsch sein mag. Es wurde nichts getan. Und das wird sich rächen.
... das 'Gestz des Faktischen'
Wenn Griechenland nicht austritt: Keine weiteren Hilfszahlungen. Die Folge ist die sofortige Zahlungsunfähigkeit des griechischen Staates, also keine Renten, keine Gehälter für Beamte, Ärzte, Lokführer, Regierung, Parlamentarier etc. Keine Tilgungen, keine Zinsen. Importe nur noch im Rahmen der Exporte. ('Kein' heißt im Vorstehenden: Nur im Rahmen der Einnahmen. Und die sind denkbar gering.)
Keine Annahme mehr von in Griechenland gedruckten Banknoten durch Geschäftsbanken außerhalb Griechenlands oder Zentralbanken. Dem, der sich mit Münzen abshleppen will, sei's gegönnt.