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Kritik an neuem Wallraff-Film: "Einfach nur der Fremde"

Starjournalist Günter Wallraff will in seinem neuen Film "Schwarz auf Weiß" Rassismus in Deutschland aufdecken: Als Schwarzer mischt er sich unters Volk und bekommt Ausgrenzung zu spüren. Doch die Doku ist unter Afrodeutschen höchst umstritten - sie lehnen die Undercover-Methode ab.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,655929,00.html
  1. #1

    Walraff ist peinlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Starjournalist Günter Wallraff will in seinem neuen Film "Schwarz auf Weiß" Rassismus in Deutschland aufdecken: Als Schwarzer mischt er sich unters Volk und bekommt Ausgrenzung zu spüren. Doch die Doku ist unter Afrodeutschen höchst umstritten - sie lehnen die Undercover-Methode ab.

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,655929,00.html
    Walraff ist doch bloss noch peinlich. Das ist kein Journalismus, das ist Krawallmache, noch schlechter als Michael Moore. Klar, mit schoen krauser Maehne und lustigem Afrikahemd in einen Zug voller Fussballfans in Ostsachsen. Hallo?!? Was bitte will er dort "enthuellen"?!? Es ist doch eigentlich schon sehr lobenswert, dass er dort nicht verpruegelt wurde!

    Genauso auf dem Amt. Was dieser olle Jagdschein kostet und wie die Voraussetzungen sind, steht sicher auch im Internet. Wenn er dann hingegangen waere mit saemtlichem Papierkram (von mir aus auch aus journalistischen Gruenden gefaelscht) und das Geld hingelegt haette UND DANN RAUSGESCHMISSEN WORDEN WAERE, das waere interessant.
    Sacha Baron Cohen macht das wenigstens mit Witz und Stil, wenn er in einem Stadion im mittleren Westen der USA die Rednecks antisemitische Lieder anstimmen laesst. Aber Wallraff mit seiner inszenierten Empoerung ueber Nichtigkeiten, die er auch noch selbst angestachelt hat, ist einfach unterste Schublade und unertraeglich.

    Und meine Guete, das Wort "Neger" wurde in Ost und West noch bis vor wenigen Jahren voellig wertfrei verwandt. Bei vielen ist das halt noch "drin", ohne dass man sofort mit der Rassismuskeule kommen muss.
  2. #2

    "Einfach nur der Fremde"

    Günter Wallraff macht mit einfachsten Methoden klar, was in unserem Land hier so passiert. Und findet raus: Es ist erschreckend, aber war anders eigentlich nicht zu erwarten. Es hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig geändert. Die Kritik an seinem Film erscheint mir herbeigeredet und unehrlich. Es kommt doch wohl kaum darauf an, ob er bei der Vorbereitung den einen oder anderen nicht gesprochen hat, sondern darauf, uns den Spiegel vorzuhalten, wie wir im Jahr 2009 Fremde behandeln. Natürlich ist das unangenehm und es erscheint uns angenehmer, den Überbringer der Botschaft zu kritisieren, als die Botschaft selber. Das wären nämlich wir.
  3. #3

    mücke

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Starjournalist Günter Wallraff will in seinem neuen Film "Schwarz auf Weiß" Rassismus in Deutschland aufdecken: Als Schwarzer mischt er sich unters Volk und bekommt Ausgrenzung zu spüren. Doch die Doku ist unter Afrodeutschen höchst umstritten - sie lehnen die Undercover-Methode ab.

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,655929,00.html
    Sie lehnen erstmal garnix ab . . . das man immer ein paar findet die dann einen vorstoß in die richtige richtung ablehnen weil er . . zu kommerziell oder was ist, ist nix neues.
    das konzept ist "alt" - wir haben damals in der schule ein buch von einem amerikansichen journalisten gelesen. der das selbe in den us-südstaaten gemacht hat. warum soll das nicht auch in deutschland funktionieren?
    die idee ist gut - udn wallraff hats überlebt!
  4. #4

    Die Idee ist nicht schlecht. Aber wozu soll das gut sein? Es gibt keinen Rassismus! Es gibt nur Menschen, die irgendwann aufgehört haben - wenn überhaupt - nachzudenken.
  5. #5

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Starjournalist Günter Wallraff will in seinem neuen Film "Schwarz auf Weiß" Rassismus in Deutschland aufdecken: Als Schwarzer mischt er sich unters Volk und bekommt Ausgrenzung zu spüren. Doch die Doku ist unter Afrodeutschen höchst umstritten - sie lehnen die Undercover-Methode ab.
    Da fällt mir doch glatt eine süße Wohnungsgesuch-Absage ein:

    "Also hörense ma, gegen Ausländer und Schwule hab ich ja nix...aber Studenten?"
  6. #6

    Problem

    Schichtspezifische Probleme? Fast kein Thema bei Wallraff. Ohne Jacke, nur mit einer Plastiktüte unterwegs, gibt er als Kwami Ogonno fast immer auch den wirtschaftlich Marginalisierten. Meist spricht er dann nur gebrochen Deutsch.

    Dabei ist in einer Filmepisode klar zu sehen, welchen Unterschied Geld und Habitus machen können. Schick gekleidet und in akzentfreiem Deutsch parlierend, wird der schwarze Wallraff in einem edlen Düsseldorfer Uhrengeschäft so zuvorkommend wie nur irgend möglich behandelt.
    Genau hier sehe ich die Probleme
    1) Wallraff bedient die Klischees von armen und ungebildeten Schwarzen
    2) Es wird nicht einfeutig klar, ob die gezeigten Probleme wirklich nur an der Hautfarbe liegen
  7. #7

    Natürlich ist er nicht ins Migrantenviertel gegangen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Starjournalist Günter Wallraff will in seinem neuen Film "Schwarz auf Weiß" Rassismus in Deutschland aufdecken: Als Schwarzer mischt er sich unters Volk und bekommt Ausgrenzung zu spüren. Doch die Doku ist unter Afrodeutschen höchst umstritten - sie lehnen die Undercover-Methode ab.

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,655929,00.html
    er wollt ja nur Deutschen Rassismus nachweisen.
    Soll er doch mal mit Kipa nach Kreuzberg, Schöneberg, Offenbach oder ins Spessartviertel gehen.
  8. #8

    Der Beobachter beeinflusst das Ergebnis

    Das wissen wir aus der Quantenphysik.
    Ich schätze Günter Wallraff sehr - allerdings hat seine Methode auch einen Haken: Ähnlich wie in der Wissenschaft spielt die Fragestellung, die Versuchsanordnung, auch hier eine entscheidende Rolle für das Ergebnis.

    Das heißt: Wenn ich nach Fremdenfeindlichkeit suche, dann werde ich andere Ergebnisse erzielen, als wenn ich nach Fremdenfreundlichkeit suche.
    Eine Binsenweisheit: Ich nehme verstärkt das wahr, worauf ich mich konzentriere.
    Das soll jetzt kein Versuch sein, die sicher vorhandene, beklagenswerte, latente oder offene Fremdenfeindlichkeit zu relativieren. Ich finde aber, dass dieser Gesichtspunkt bei der Bewertung von Wallraffs Studien eine Rolle spielen sollte.
  9. #9

    .

    Wallraff wurde von der Zeit überholt.
    Rassismus im klassischen Sinne mag es vielleicht vereinzelt in Ostdeutschland geben, der Mehrheit der westdeutschen Bevölkerung kann man aber doch im Jahre 2009 bestimmt keinen grundsätzlichen Rassismus unterstellen.

    Der aktuelle Rassismus kommt aus einer anderen Ecke. Um in diesem Bereich, der sich auf die deutschen Minderheiten in gewissen Stadtteilen bezieht, zu recherchieren, müsste sich Waffraff nicht einmal schwarz färben:
    Link


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