dpaIn der europäischen Schuldenkrise feiert sich die Bundesregierung gerne als leuchtendes Vorbild bei der Haushaltskonsolidierung. Doch der deutschen Wirtschaft reichen die Anstrengungen offenbar nicht. Laut einem Pressebericht fordert sie die Bundesregierung auf, mehr zu sparen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...829348,00.html
@191:
Entschuldigung. Ich habe es echt nicht für möglich gehalten, dass der DIHK das so meinen könnte. Schließlich ist die Wirtschaft ja von den Investoren, die die Gewinne nicht in den Unternehmen lassen, existentiell abhängig: der Dividendenwettbewerb der Aktiengesellschaften, der Gehalts- und Boni-Wettbewerb zwischen z.B. Banken und das "Heben" der stillen Reserven in den Übernahmeschlachten der Vergangenheit haben die Unternehmen viel eigene Substanz gekostet und sie von Fremdkrediten und damit von einschlägigen Investoren abhängig gemacht. Wer ist schuld daran ? Die Politiker insofern, als sie die Konsequenzen einer mit Steuerermässigungen und -senkungen arbeitenden Klientelpolitik nicht vorausgesehen oder ausgeblendet haben.Â*
Sie haben ja wirklich Recht. Was ich unsere Politelite, allen voran der "liberalen" Partei echt so richtig übel nehme ist, dass sie die Prinzipien des Liberalismus, zu denen auch die HAFTUNG gehört, ad absurdum hat: Banken wurden und werden gerettet - nicht vereinbar mit dem "Freiheitsideal" dieser Partei, Klientelpolitik für Energie- und Pharmakartelle, etc. Diese Partei und mit ihr ausnahmslos ALLE neoliberalen Schwätzer tönen von Freiheit und Ordnungspolitik und machen das genaue Gegenteil. Der folgende Artikel beschreibt die Ideengeschichte sehr gut:
Ideengeschichte: Die Liberalen und der Staat - Wirtschaft - FAZ
Aber bitte nicht dafür! :-)
Wie gesagt, ich hatte mir mehr oder minder wahllos einen Beitrag herausgepickt.
Was ja zu denken gibt, ist doch die Tatsache, daß sich mittlerweile schon Wirtschaftsvertreter um den dt. Staat "sorgen".
Nun wurde der Brif an Merkel nur Teilweise zitiert und wir können halt nur mutmaßen, welche Intention Driftmann wirklich zu diesem Schrieb bewegte.
Natürlich ist das eine neue Dolchstoßlgende, wenn behauptet wird, dass die Politik Ursache unserer diversen Krisen sei, ohne zu berücksichtigen, dass sich die Politik seit Jahrzehnten von der Wirtschaftslobby die Richtung vorgeben läßt.
Wer hat denn z.B. am Bankenrettungsprogramm ganz maßgeblich mitgearbeitet? War das etwa nicht ein gewisser Herr Ackermann?
Und wieviele andere Gesetze wurden garnicht mehr von den dafür verantwortlichen Beamten geschrieben, sondern direkt selbst von Lobbyisten?
Danke für den Link zu diesem sehr lesenswerten Artikel.
Wie berechtigt, die Skepsis gegenüber den langfristigen Wirkungen staatlich induzierter und schuldenfinanzierter Stimulationsprogramme ist, zeigt die aktuelle Entwicklung in den USA: 3% Wachstum "erkauft" mit einem Haushaltsdefizit von 9%.
Bereits wenige Wochen später deuten verschiedene Indizes (Häusermarkt, Arbeitsmarkt) schon wieder auf eine Abschwächung hin. Die 9% Haushaltsdefizit bauen sich jedoch nicht wieder ab.
Die (positiven) Wirkungen auf Privateinkommen, Wirtschaftstätigkeit und Beschäftigung werden immer schwächer und kurzlebiger, je öfter und schneller dieses Rad gedreht wird.
Finanzinvestoren und Staat (Gläubiger und Schuldner) werden zu gegenseitigen, einvernehmlichlichen Geiseln in der Angst, auf der einen Seite Guthaben zu verlieren und auf der anderen Seite keine Kredite mehr zu bekommen.
Ein so geknebelter und korrumpierter Staat kann nichts mehr unabhängig gestalten, sondern wird selber zum dienenden Teil des Finanzsystems.
was ist das für eine schräge Diskussion, "Dolchstoßlegende"?
Schon mal was von "Primat der Politik" gehört?
Niemand dieser Deppen ist verpflichtet, die "Weisungspapiere" aus der Wirtschaft entgegenzunehmen, geschweige denn umzusetzen!
Die Parlamentarier haben immer noch ihren freien Willen und ihren gesunden Menschenverstand. Auch, wenn man so seine Zweifel daran hat, sind es deren eigenverantwortlich getroffenen Entscheidungen, die Ideen der Lobbyisten anzunehmen oder abzulehnen.
Ihnen einen Freifahrtschein auszustellen, weil die Wirtschaft ihre Chancen wahrgenommen hat, hieße, Politiker aus der Verantwortung zu nehmen.
Wenn ich bei dm nen Deoroller klaue, wird auch niemand sagen, ich sei Opfer widriger Umstände.
Auf dem See, auf dem Sie argumentativ wandeln, ist noch nichtmal mit dünnem Eis bedeckt!