Deutschland profitiert enorm vom*Euro-Desaster. Investoren flüchten aus Krisenstaaten und kaufen im großen Stil Bundesanleihen, weil die als sicher gelten. Für sechsmonatige Papiere sind jetzt nur noch 0,08 Prozent Zinsen fällig - die Bundesrepublik kann sich praktisch zum Nulltarif verschulden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...796316,00.html
Der Euro ist doch jetzt Deutschlands ultimative Waffe. Was wäre, wenn wir aus der Veranstaltung austreten? Der Wert des Euro würde in etwa auf das Niveau von Drachme und Lira absinken. Die neue D-Mark pendelt sich auf das Niveau vom Schweizer Franken. Die Auslandsschulden in Euro könnten dann aus der Portokasse beglichen werden. Es folgt zur Ankurbelung der Binnenkonjuktur und zum Ausgleich des Exporteinbruches eine drastische Steuersenkung. Nun ja, man würde uns europaweit hassen und Frankreich könnte versucht sein im Rheinland einzumarschieren. Aber mal ehrlich, es kann uns ja eh niemand leiden.
die kurzfristigen Verbindlichkeiten umtauschen? Und statt 2-3% 0,16% p.a.? Wie genau soll das funktionieren?
Geld für ein halbes Jahr erhält D für 0,08%, für 10 Jahre zahlt D z.Zt ca. 1,8% - für neu aufgenommene Kredite.
Wenn ich Sie jetzt richtig verstehe soll D alte Anleihen mit knapp 3% Zinskupon zurückkaufen und dagegen neue mit 1,8% rausgeben - nur für kurze Zeiträume sich zu verschulden wäre unfug. Leider kosten die alten Anleihen aber keine 100% sondern je nach Restlaufzeit mehr - denn es geht nicht nur um den Zinssatz sondern um die Rendite und die ergibt sich aus Zinskupon, Anleihenkurs und Laufzeit.
Beispiel:
WKN 113528, Laufzeit 18.05.2005 bis 04.07.2015, Zinskupon 3,25%, aktueller Kurs 109,35 --> Rendite 0,641% p.a.
Ihr Vorschlag Rückkauf dieser Anleihe und eine neue rausbringen mit Zinskupon 0,65% - bringt unter Strich null respektive sogar einen Verlust....
Man muss abwägen was besser ist:
a) Kapital x * 0,08% Zinsen * Wahrscheinlichkeit dass Deutschland NICHT Pleite geht - Kapital x = zu erwartende Gewinn
b) Kapital x * 10% Zinsen * Wahrscheinlichkeit dass Griechenland NICHT Pleite geht - Kapital x = zu erwartender Gewinn
Die 10% sind fiktiv und in den Vergleich kommen noch 1000e andere Anlagemöglichkeiten rein. Aber vom Prinzip her funktioniert das so.
Wenn ich es mir so recht betrachte könnte man ja fast sagen, dass diese Situation gut ist. Es bedeutet ja dass man mit Geld allein kein Geld mehr verdienen kann.
Fast umsonst verschulden? Auch im japanischen Yen war das möglich, jetzt ist Japan total überschuldet trotz fast 0% Zinsen. Und wir vergessen, dass wir aufgrund der jetzt eingeführten Transfer- und Haftungsunion die Schulden einschl. der hohen Zinsbelastung der Europleiteländer bezahlen dürfen. Italien ist der nächste Kandidat. Die EZB kauft fleißig unverkäufliche Griechenland- und Italien-Staatsanleihen auf. Da darf man raten, wer die immensen Abschreibungen der EZB auf diese Schrottpapiele übernehmen muß. Wir resp. unsere Bundesbank nämlich. Gierig gucken befreundete Schuldenländer schon auf unsere Goldreserven. Sonderziehungsrechte sollen die Notendruckmaschinen in Gang setzen. Von wegen umsonst verschulden. Die Rechnung (Hyperinflation) wird uns schon bald präsentiert!
Wie wäre es, alle Käufer von Bundesanleihen (wie auch von Immobilien usw) aus Griechenland erst einmal in Gewahrsam zu nehmen, bis geklärt ist, ob sie ihre Steuern in Griechenland gezahlt haben?