Forum


 

Krisengipfel in Brüssel: Euro-Retter versüßen Banken den Schuldenschnitt

Es war eine lange*Nachtsitzung, doch sie brachte den Durchbruch: Die Euro-Staaten haben einen neuen Rettungsplan für die Währung ausgehandelt. Die Banken verzichten auf die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber Griechenland - und der Steuerzahler übernimmt weitere Milliardengarantien.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...794273,00.html
  1. #30

    Kein Problem gelöst, nur Zeit gekauft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es war eine lange*Nachtsitzung, doch sie brachte den Durchbruch: Die Euro-Staaten haben einen neuen Rettungsplan für die Währung ausgehandelt. Die Banken verzichten auf die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber Griechenland - und der Steuerzahler übernimmt weitere Milliardengarantien.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...794273,00.html
    Auch wenn man als Kritiker des totgeborenen Kindes, des Euro, als Europa-Gegner diffamiert wird (so projiziert man die Folgen des eigenen Versagens mit Einführung des Euro auf die Gegner), bin ich der Meinung, dass man nur Zeit gekauft hat. Wir haben vielleicht bis Jahresende relative Ruhe, spätestens wenn das nächste Land anklopft, ist der "Rettungsschirm" erschöpft. Und Griechenland erhält ja schon wieder neue Kredite, so dass sie bald wieder bei der alten Verschuldung angelangt sind. Denn die Mentalität und Organisation der Griechen ist nicht binnen Monaten änderbar - wenn überhaupt. Welches Signal mit der Rettung fremder Länder und deren Gläubiger (ja, der deutsche Steuerzahler rettet auch französische Banken), dürfte klar sein. Eine Motivation, sich anzustrengen, geht davon jedenfalls nicht aus.

    Im übrigen ist noch nicht sicher, ob das Prinzip "Du kannst nur 80% verlieren, wenn Du Staatsanleihen kaufst, funktioniert. Ich glaube es nicht und so wird die Druckerpresse weiterlaufen und die Inflation steigen.

    Mario Draghi, künftiger EZB-Präsident, bezeichnete gestern die Lage in Italien als dramatisch. Guter Aufhänger für die Märkte, muss ich schon sagen. Die können sich schon mal dem nächsten Wackelkandidaten widmen.

    Hier noch ein interessanter Beitrag, der zeigt, dass die Politik viel von den zockenden Hedgefondsmanagern gelernt hat - und vielleicht die Instrumente für neue spekulative Finanzprodukte geliefert hat: die sogenannten Teilausfallzertifikate, die den Investoren einen Teil des Ausfalls einer Staatsanleihe absichern sollen. http://www.achgut.com/dadgdx/index.p...ie_hintertuer/

    Eines hat die Ländergemeinschaft erreicht: Das ungeliebte Deutschland trägt die Folgen der unverantwortlichen Politik südlicher Länder, der die EU über Jahre untätig zugesehen hat. Und die ständige Behauptung, Deutschland habe überdurchschnittlich vom Euro profitiert, wird spätestens ad absurdum geführt, wenn es in Armut und Chaos versinkt. So wie die griechischen Milliardäre ihr Geld schon in Sicherheit gebracht haben, werden dann auch hier die Ratten das sinkende Schiff verlassen.
  2. #31

    Uzo statt Uzi; Sirtaki statt Trauermarsch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es war eine lange*Nachtsitzung, doch sie brachte den Durchbruch: Die Euro-Staaten haben einen neuen Rettungsplan für die Währung ausgehandelt. Die Banken verzichten auf die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber Griechenland - und der Steuerzahler übernimmt weitere Milliardengarantien.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...794273,00.html
    Beim verschenken unseres Volksvermögens an korrupte und unmoralische Olivenbauern & Ziegenhirten bewegt mich im Moment eigtntlich nur noch eine Frage: Warum redet niemand über Schuld oder Unschuld der Griechen? Und, auch mit Blick auf Italia, wie ändert man eine allumfassende Schattenkultur in eine moralische? Ohne Grundsatzentscheidungen und massive Änderungen stehen wir doch nur vor endlosen Wiederholungen...
  3. #32

    Vom Tisch

    Zitat von hansausberlin Beitrag anzeigen
    Grichenland hat der Eurozone einen unglaublichen Schaden zugefügt. Ein Austritt oder Rauswurf aus der Eurozone ist alternativlos. Ansonsten geht das ganze Spiel hunterprozentig von vorne los. Außerdem wäre es eine Warnung an alle, sich an die Spielregeln zu halten.
    Das ist ja nun vom Tisch, die Schulden sind erlassen.
    Das ist auch ein wichtiges Signal an andere gefährdete Länder, dass man sich nun entspannt gehen lassen kann.
  4. #33

    Jetzt setzen wir den Hebel an…

    Ab sofort zahle ich nur noch 20 Prozent. Überall und für alles.

    Beim ALDI und LIDL, bei der Tankstelle und dem Vermieter.

    Das wird ein schönes Leben. Wir brauchen nur noch ein Fünftel des Betrages, den wir bisher zahlen mussten. Natürlich auch in der Kneipe. Da zahlen wir ab sofort für eine Halbe Weißbier statt wie bisher 3 Euro natürlich nur noch 60 Cent. Der Rest wird vom Hebel bezahlt.

    Ich bin der Angela Merkel ja so dankbar für ihr neues Gesetz. Endlich komme ich als Kleinstrentner mit Grundsicherung ganz super über die Runden.
    Nix mehr ist mit den Euro dreimal umdrehen und mit Verzicht. Endlich kann ich mir wieder so viel mehr leisten. Statt 600 Euro zahle ich nur noch 120 Euro Miete und setze ganz einfach den Hebel an, damit mein Vermieter das ihm zustehende Geld in voller Höhe bekommt. Jetzt freue ich mich richtig darauf, Steuern zu zahlen. Ich zahle nur noch 20 Prozent der Gesamtforderung und setze den Hebel an. Da zahlt man doch wieder gerne Steuern. Und erst recht freuen sich die Arbeitgeber. Sie müssen nur noch 20 Prozent der Lohnsumme bezahlen und setzen dann ganz einfach den Hebel an…

    Da wird sich das deutsche Volk aber freuen. Durch diese Super-Idee ist Angela Merkel jetzt die beliebteste Kanzlerin geworden.

    Danke, Angela.

    In Ergebenheit, Ihr begeisterter Wähler.

    berns
    26. Oktober 2011
  5. #34

    Titel nicht pleite

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es war eine lange*Nachtsitzung, doch sie brachte den Durchbruch: Die Euro-Staaten haben einen neuen Rettungsplan für die Währung ausgehandelt. Die Banken verzichten auf die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber Griechenland - und der Steuerzahler übernimmt weitere Milliardengarantien.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...794273,00.html
    Wenn ich überschuldet bin, aber dann doch unter gewissen Bedingungen die Hälfte meiner Schulden irgendwann irgendwie zurückzahlen will, dann bin ich also gar nicht pleite?
    Das ist interessant zu wissen...
  6. #35

    Lügen und Betrügen zahlt sich aus.

    Das wissen die Griechen jetzt ganz genau und es ist zu befürchten, dass die Methode Nachahmer finden wird. Kandidat Nr. 1 ist die Bananenrepublik Italien. Wir sind erpressbar geworden und werden von Politikern verwaltet, die das Volk und das Parlament in den vergangenen eineinhalb Jahren vorsätzlich und dauerhaft belogen haben. Warum sollen griechische Politiker jetzt noch harte Einschnitte fürs Volk (nicht für sie und ihr Gefolge) planen? Hat doch geklappt, die anderen Europäer zahlen doch jetzt und die anderen 150 Mrd. +x wird man irgendwie auch noch los. Warum soll also der gemeine Grieche jetzt Steuern zahlen? Warum soll die griechische Regierung das in der Schweiz und anderswo gebunkerte Schwarzgeld konfiszieren? Da werden sich die Herrschenden in Griechenland ja selbst bestrafen! Wie gesagt, die größte Gefahr ist jetzt, dass die griechische Methode Schule macht.
  7. #36

    !

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Der Souverän sollte mal darüber nachdenken, was er aus dieser Krise lernen kann.
    Vielleicht nicht mehr die Politiker wählen, welche die größten Geschenke versprechen?
    Absolut richtig. Mit Geschenken an Bankster, Konzerne und die Reichen muss endlich Schluss sein.
    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Vielleicht mal überlegen, was es bedeutet, wenn die Politik der laufenden Neuverschuldung nicht mehr geht?
    Auch das ist korrekt. Gerade jene, die von der Politik der letzten Jahrzehnte am meisten profitiert haben, müssen sich jetzt an der Sanierung des Staatshaushaltes beteiligen: Bankster, Konzerne und Reiche.

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Es ist noch gar nicht so lange her, das hieß es: Der Staat kann nicht pleite gehen!
    Ja, früher war mehr Lametta...
  8. #37

    ...

    Zitat von Fritz II Beitrag anzeigen
    Banken haben kaum eigens Geld sondern das Ihrer Kunden
    Und DAS ist ihr Argument das immer weiter Bankenrettung betrieben wird? Und zwar von allen!
    Sie müüsen ja richtig Angst um ihre Kohle haben. Schaffen sie diese doch auch in die Schweiz, machen ihre sinnungsgenossen doch auch und werden dafür sogar von der Politik belohnt!
  9. #38

    Banken

    Spiegel: "Doch blieben die Details des EFSF-Hebels höchst nebulös"
    Ja, ziemlich starker Nebel. Und viel Hoffnung. Am besten schreibt Merkel noch heute ihre Wunschliste ans Christkind.
    1. Liebes Christkind, mach, dass jede Bank, die Griechenland-Anleihen hat, unseren Wunsch erfüllt, und freiwillig auf 50 Prozent verzichtet.
    2...
    3...
  10. #39

    ...

    Zitat von R Zufall Beitrag anzeigen
    Ein ganz großspurige eindeutige Überschrift:
    Krisengipfel in Brüssel
    Euro-Retter befreien Griechenland von der Hälfte seiner Schulden
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...794273,00.html

    Na alles prima, anstatt 360....
    Vielen Dank für den zweiten Link, sehr interessanter Artikel.
    Gestern kam auch ein Bericht im Auslandsjournal. Da beklagten auch viele Griechen ihr persönliches Leid. So wie die Aussagen am Schluß. Das ist schon richtig und tut mir auch leid, der "normale" Bürger ist schon teils hart betroffen.
    Allerdings müssen sich die Griechen an erster Stelle fragen, wie es zu so einem kleptokratischen System kommen konnte. Und auch eingestehen, dass sie von der staatlichen Gelddusche auch gut gelebt haben.
    Griechen, zieht also die richtigen Schlüsse und schlagt nicht auf die bösen Deutschen ein. Nehmt Euch die Reichen und Steuerhinterzieher vor. Beseitigt Korruption und Kleptokratie. Das sind die Wurzeln des Übels.
    Sorgt dafür, dass das Geld wieder zurückkommt und nicht für jämmerliche 15% Abgeltungssteuer.
    Im Gegenzug sollten alle europäischen Länder helfen, die Steuerhinterzieher dingfest zu machen und das Kapital zurückzuschaffen, auch wenn es harter Maßnahmen bedarf.








TOP



TOP