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Krisenbekämpfung: IWF sammelt 430 Milliarden Dollar ein
DPADer zweite Billionen-Dollar-Rettungsschirm in der Schuldenkrise ist aufgespannt: Der G20-Club der führenden Wirtschaftsmächte stellt nach kurzem, aber heftigen Streit, dem Währungsfond mehr als 430 Milliarden Dollar zusätzlich für die Krisenbekämpfung zur Verfügung.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...828872,00.html
- #1 20.04.2012 21:06 von
Das Problemland der Eurozone heißt Frankreich
Und Frankreich, das Problemland der Eurozone, wird von England und den USA noch übertroffen.
Machen wir mal etwas ganz ungewöhnliches: Rechnen wir doch einfach mal nach.
In Italienliegt das Problem in der Politik: Natürlich ist nichts Gutes zu erwarten, wenn ein Land von einem US-Investmentbank-Berater gemissmanagt wird. Aber realwirtschaftlich steht Italien gar nicht so schlecht da:
Handelsbilanz:
2009: Überschuss 3 Mrd. US-Dollar
2010: Defizit 25 Mrd. USD
2011: Defizit 34 Mrd. USD
Die italienische Leistungsbilanz, also inkl. Dienstleistungen, ist zwar stärker im Minus, aber eine stabile realwirtschaftliche Basis ist zumindest da.
Italien darf auch nicht mit Spanien verwechselt werden, welches nur wenig Industrie besitzt.
Im übrigen, was in der Presse in der Regel nicht erwähnt wird,
das Hauptproblem der Eurozone heißt Frankreich:
Handelsbilanzdefizit:
2009: 62 Mrd. USD
2010: 71 Mrd. USD
2011: sage und schreibe 106 Mrd. USD
Auch beim Leistungsbilanzdefizit ist Frankreich mit an der Spitze, 2011: 74 Mrd. USD.
England wiederum übertrifft mit seiner Schuldenwirtschaft den Euro-Minusrekordhalter Frankreich sogar noch:
Handelsbilanzdefizit:
2009: 128 Mrd. USD
2010: 153 Mrd. USD
2011: 159 Mrd. USD
Beim Leistungsbilanzdefizit, 2011: 66 Mrd. USD, sieht es zwar etwas besser aus, aber nur deswegen, weil England mit seinem Finanzcasino, der Londoner City, seine Verluste im realen Handel zum großen Teil wieder hereinspielt.
M.a.W., die Gläubiger Englands haben die Wahl, entweder ihre Forderungen abzuschreiben, oder ihre Überschüsse ganz legal am Casinotisch zu verspielen.
Das größte Handicap des gesamten Abendlandes sind allerdings die USA in ihrer derzeitigen Verfassung:
Handelsbilanzdefizit:
2009: 506 Mrd. USD
2010: 646 Mrd. USD
2011: 803 Mrd. USD
Das US-Leistungsbilanzdefizit beträgt dagegen 2011 „nur“ 600 Mrd. USD, da die USA ebenso wie England mit ihrem Finanzsektor ihre Verluste im Handel mit realen Gütern zum Teil wieder hereinspielen. Und damit dieser famose Mechanismus „Finanzsystem“ nicht schon vorzeitig zusammenbricht, werden die Vasallenstaaten, allen voran Deutschland, von den USA, von England und von Frankreich angehalten, entweder direkt für Bankenrettungen zu zahlen, oder eben indirekt wie derzeit über die sogenannte Euro-Rettung als Vehikel. Außerdem durch den Zwangsumtausch von Industrieprodukten und Ressourcen in US-Dollar. Weiterhin werden sie freundlich aber bestimmt gebeten, ihre Reserven dann auch in US-Dollar zu halten.
In diese Länder hauptsächlich fließen also die deutschen Überschüsse.
Die USA, England und Frankreich haben eines mit den Euro-Südstaaten gemein, nämlich große Handelsdefizite. Vizeexportweltmeister Deutschland bezahlt die Schulden der Euro-Südstaaten, und hält damit Gläubigerbanken und Finanzsystem, von dem die USA (30% der Gewinne) und England leben, aufrecht.
Durch ihre gewaltigen Handelsdefizite mit China zerrinnen ihnen die deutschen Rettungsbillionen jedoch im Handumdrehen zwischen den Fingern, und diese fließen so anschließend weiter nach China.
Wo sich das Kapital sich nach und nach sammelt, und welches dann die „Retter“ selbst (also bspw. auch Deutschland) aufkauft. Und das dann großzügig "Hilfe" nennt. - #2 20.04.2012 21:06 von
Alles nur gedrucktes Papiergeld
"mehr als 430 Milliarden Dollar zusätzlich für die Krisenbekämpfung zur Verfügung."
Von diesem Geld existiert als Guthaben kein Cent. Man bekämpft Schulden mit Schulden. Benzin für´s Feuer.
Leute lasst euch nicht die Augen auswischen. Nur Russland, China und teilweise die Ölstaaten sind noch liquide. - #3 20.04.2012 21:59 von
- #4 20.04.2012 22:12 von
- #5 20.04.2012 22:14 von
Zweierlei Maß ...
Brasilien hat die Entscheidung auf Juni vertagt, auf den kommenden G-20-Gipfel. Ohne Zugeständnisse der USA-EU bei der Reform des IWF wird da wohl nichts mehr laufen. Fast alle Länder Lateinamerikas haben sich vom IWF abgekoppelt.
Lateinamerika hat nicht vergessen, wie es vom IWF in den 80ger und 90ger Jahren geknebelt wurde und wundert sich nun mit welcher Grosszügigkeit Gelder über EU-Länder ausgeschüttet wird. - #6 20.04.2012 22:39 von
Mit immer neuen Schulden wird die Schuldenkrise immer weiter angeheizt. Madame Lagarde erzählt genau das was die Finanzfürsten erwarten - nämlich immer neues Spielgeld in das Kasinosystem in dem reale Wirtschaft keine Rolle spielt, zu kippen um den Kollaps zu verschieben.
Aber der kommt. Ganz sicher. Nur weiß keiner ob das schon morgen oder in 5 Jahren sein wird. Alles ist möglich! - #7 20.04.2012 23:08 von
"IWF sammelt 430 Milliarden Dollar ein. Der zweite Billionen-Dollar-Rettungsschirm in der Schuldenkrise ist aufgespannt" - Noch sind es nur wenige, die das gefährliche Spiel, bei dem wir letztlich alle verlieren werden, durchschauen.Falls Ihnen aber auch bereits mulmig zumute ist, lesen Sie doch einmal das satirische Märchen "Europas neue Kleider", frei erzählt nach „Des Kaisers neue Kleider“. Geben Sie es an Interessierte weiter. Sie finden die Satire unter dem Titel "Europas neue Kleider" und dem Stichwort "Satire" unkompliziert im Netz.
- #8 20.04.2012 23:29 von
- #9 21.04.2012 03:04 von
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