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Krisen-Roman: Wie*die Lackaffen*Irland ruinierten

Strahlend weiße Zähne und teurer Wein: In seinem Roman "Was zusammengehört" beschreibt SPIEGEL-Reporter Markus Feldenkirchen den Größenwahn, der*zum Fall der irischen Wirtschaft geführt hat. SPIEGEL ONLINE veröffentlicht einen Auszug.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...730707,00.html
  1. #1

    wow

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Strahlend weiße Zähne und teurer Wein: In seinem Roman "Was zusammengehört" beschreibt SPIEGEL-Reporter Markus Feldenkirchen den Größenwahn, der*zum Fall der irischen Wirtschaft geführt hat. SPIEGEL ONLINE veröffentlicht einen Auszug.

    http://www.spiegel.de/kultur/literat...730707,00.html
    einfach grossartig !
  2. #2

    Arme Iren...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Strahlend weiße Zähne und teurer Wein: In seinem Roman "Was zusammengehört" beschreibt SPIEGEL-Reporter Markus Feldenkirchen den Größenwahn, der*zum Fall der irischen Wirtschaft geführt hat. SPIEGEL ONLINE veröffentlicht einen Auszug.

    http://www.spiegel.de/kultur/literat...730707,00.html
    Ich habe Ende der 80er auf drei Reisen das Land und seine Leute lieben gelernt. Das war lange vor dem Boom. Heute traue ich mich kaum hin, weil ich Angst habe, Land und Leute nicht mehr wieder zu erkennen. Ich fürchte, dass beides vom Geld völlig verdorben worden sein könnte. Es ist eine bittere Vorstellung dass diese Menschen, die ich als freundlich, bescheiden und strebsam kennen gelernt habe, vom ungehemmten Casino-Kapitalismus massenhaft in den Ruin getrieben werden. Immerhin haben sich die Iren (in einer Vorahnung ?) wenigstens eine Zeit lang gegen den Euro gewehrt. Genutzt hat es Ihnen so wenig wie uns. Füpr sie gilt heute wie für uns: Raus einem Europa, das nach den selbstmörderischen Spielregeln des Finanzkapitalismus funktioniert!
  3. #3

    Dann werd' ich mal...

    ...die heimische Wirtschaft fördern (wird doch hierzulande gedruckt, oder?). Wird aber sicher eine spannende und unterhaltsame Lektüre werden.

    Man könnte fast meinen, das Gespräch habe in der einen oder anderen Form und Zusammensetzung in etlichen Banken Irlands stattgefunden. Erschütternd ist nur, dass "Mister Ed" so schnell aufgegeben hat. Es würde mich aber nur bedingt verblüffen, wenn derart schwache Leute auch in der Realität solche Positionen bekommen würden.

    Den Hinweis auf die Konsequenzen des Mauerfalls finde ich wirklich interessant. Keine Ahnung, ob es einen Wissenschaftler gibt, der schon mal was dazu gesagt hat. Aber die Schlußfolgerungen sind nachvollziehbar.
  4. #4

    Durchaus schlüssig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Strahlend weiße Zähne und teurer Wein: In seinem Roman "Was zusammengehört" beschreibt SPIEGEL-Reporter Markus Feldenkirchen den Größenwahn, der*zum Fall der irischen Wirtschaft geführt hat. SPIEGEL ONLINE veröffentlicht einen Auszug.

    http://www.spiegel.de/kultur/literat...730707,00.html
    Der Artikel ist durchaus schlüssig, auch wenn er mehr als Fiktion daherkommt. Der Bischof hat Recht. Nach dem Mauerfall und dem Fall des Sowjetkommunismus war die Konkurrenz der Weltanschauungen dahin. Die Anhänger des Kapitalismus brauchten sich nicht mehr anzustrengen, um als vorteilhafter dazustehen.

    Man braucht nicht besonders begabt zu sein, um die Fakten der Degenerierung des Kapitalismus heraus zu finden. Man sehe sich nur die Lohnentwicklung, Vermögensentwicklung und Vermögensverteilung in der BRD vor und nach 1989 an.

    Danach stagniert die Kaufkraftentwicklung der unteren Einkommensschichten. Die Löhne der unteren Einkommensschichten stagnieren während die Einkommen der oberen Schichten extrem steigen. Es geschieht auch eine Vermögensverteilung von unten nach oben. Das alles geschieht nach 1989.

    Diese Vermögensumverteilung von den unteren und mittleren Schichten an die Oberschicht wird in den letzten Jahren durch die sogenannte Finanzkrise und Bankenrettung extrem verstärkt. Die verzockten Anlagen der Großanleger werden mit Steuergeldern wieder aufgestockt, während den kleinen und mittleren Anleger wertlose Bundespapiere zu niedrigen Zinsen angedreht werden.

    Man braucht kein Marxist zu sein, um Karl Marx Bücher zu lesen. Er und der Bischof sind gelehrte Leute und Lesen bildet. Es ist eben nicht schön, die Degenerierung eines Gesellschaftssystemes zu beobachten. Man sollte aber etwas daraus lernen.
  5. #5

    i.m.h.o. gier

    Der buchausschnitt ist ja recht amüsant zu lesen - offenbart aber nichts.
    Wie kamen die 'Lackaffen' und ihre Aufseher dazu, leuten kredite für immobilien anzudrehen, die diese sich eigentlich nicht leisten konnten? Wie kamen diese Leute eigentlich dazu, sich dinge, z.b. immobilien, auf kredit zu leisten, bei denen mit nur etwas nachrechnen klar war, dass sie sich diese eigentlich gar nicht leisten konnten? Wie kamen die Kredithändler und -besicherer dazu, Immobilien plötzlich zu überbewerten? Wer in der bankenaufsicht hat da gepennt und den kredit für ein reihenhäuschen, der ausreichend gewesen wäre für eine alleinstehende villa, einfach abgenickt?

    Denn interessant ist: banken, die ein ganz altmodischen grundsolides bankgeschäft betrieben haben, so wie sparkassen und volksbanken, waren und sind von der sog. finanzkrise nicht betroffen.
  6. #6

    Sehr treffend

    Wer Englisch versteht, könnte auch zwei Bücher des "Irish Times"-Kolumnisten Fintan O'Toole lesen:

    Ship Of Fools: How Stupidity And Corruption Sank The Celtic Tiger (2009)
    und
    Enough is Enough: How to Build a New Republic (2010)
    Es ist ja nicht so, dass keiner gewarnt hätte oder dass es erst eines Ratschlages aus der deutschen Wirtschaft ("Sparen!") bedurft hätte.
  7. #7

    ...

    Zitat von pragmat Beitrag anzeigen
    Der Artikel ist durchaus schlüssig, auch wenn er mehr als Fiktion daherkommt.
    Diese Vermögensumverteilung von den unteren und mittleren Schichten an die Oberschicht wird in den letzten Jahren durch die sogenannte Finanzkrise und Bankenrettung extrem verstärkt. Die verzockten Anlagen der Großanleger werden mit Steuergeldern wieder aufgestockt, während den kleinen und mittleren Anleger wertlose Bundespapiere zu niedrigen Zinsen angedreht werden.
    Ehe man hier etws postet, sollte man die geschriebenen Sätze doch noch mal überfliegen, ob sie wirklich stimmen oder Unsinn verkünden:
    An der Börse verzocktes Geld wird vom Staat nicht wieder aufgestockt, egal ob es sich um Tausend € oder eine Million € handelt, weg ist weg. Bundeswertpapiere bringen zwar wenig Zinsen, können aber eben nicht wertlos werden, wie hochprofitable Zockerpapiere. Im übrigen sind unechte Zähne nicht umso besser, je weißer sie sind, sondern je natürlicher ihre Färbung wirkt, bzw. diese dem Rest der echten angepasst ist.
    Es ist zwar wahr, das der ungezügelte Finanzkapitalismus Schlimmes bewirkt hat und deren Akteure (Banker und Anleger!), sich auf Kosten des restlichen Teils der Gesellschaft bereichert haben. Und zwar auf Kosten derer, die ihren Lebensunterhalt und Wohlstand nicht durch Kapitalerträge, sondern durch Arbeit verdienen. Aber das kann im Rahmen des kapitalistischen Systems korrigiert werden (Staatskontrolle und Börsensteuer), und nicht vergessen: Solange alles gut lief, haben alle begeistert mitgemacht und der Devise "Lass dein Geld für dich arbeiten" vertraut, egal ob große oder kleine Summen sich wundersam beträchtlich vermehren sollten, ohne dass man selbst dafür malochen musste. Es war ja auch z.B. für die Isländer sehr einleuchtend , dass Geldvermehrung durch Bankgeschäfte eine viel saubere Angelegenheit ist, als Geldverdienst durch Fischfang mit viel Gestank und harter Maloche.
  8. #8

    'Same story as everywhere' - langsam wirds langweilig

    Ich habe Irland während des Booms ausgiebig bereist. Man konnte sich wohl fühlen unter all diesen relaxten Typen. Dublin erinnerte mich an das Treiben in der Düsseldorfer Altstadt in den 70igern, als sie noch authentisch war und jedermann gut drauf, weil wir jung waren. So war es in Dublin, und im Lande wurde genauso gerne gefeiert. Allerorten gab es große Infrastrukturprojekte, gebaut mit Mitteln der EU, wie die zugehörigen Schilder besagten. Dazu kam die Eigenschaft eines 'Freihafens' für Finanzjunkees und Investoren aller Art. Es war wie auf einem Kindergeburtstag. Wie kann man den Teilnehmern menschlich übelnehmen, dass sie es sich gut gehen ließen, wo sie von allen Seiten gestopft wurden und wo die Regierung und EU, oder um im Bilde zu bleiben, die Eltern, das Treiben nach Kräften förderte. Jetzt ist Katzenjammer, zuviel Gras auf der Party, alles schon tausend mal da gewesen. Die Menschen sind so, die meisten glauben innerlich eben doch an den Weihnachtsmann.
  9. #9

    Wir Zocker von nebenan

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    Wie kamen diese Leute eigentlich dazu, sich dinge, z.b. immobilien, auf kredit zu leisten, bei denen mit nur etwas nachrechnen klar war, dass sie sich diese eigentlich gar nicht leisten konnten?
    Gute Frage. Wie kam eine Nachbarin von mir ehedem dazu, einen Kredit über 5 Monatsgehälter auzunehmen, um beim Börsengang der Telekom deren Aktien zu kaufen? (...eine fürchterliche Pleite für Sie). Es war die Gier, für null Leistung einen Gewinn einzustreichen. Es war die Schnäppchenjäger-Mentalität, die seitdem bei uns zu Volkskrankheit geworden ist. Konsumgüter für fast nichts kaufen zu wollen, ist letztlich die gleiche Mentalität wie die, anderen Menschen Finanzmüll als Zukunftsinvestition anzudrehen. Von unseriösem Zeitgeist sind nicht nur Banker infiziert. Und schon gar nicht nur Iren!








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