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Krisen-Rede: Sarkozy schwört Franzosen auf harte Zeiten ein
"Die Angst ist zurück": In einer Rede zur Krise hat Frankreichs Präsident Sarkozy seinen Landsleuten Einschnitte angekündigt - neue Pläne zur Euro-Rettung will er am Montag mit Kanzlerin Merkel vorstellen.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...801194,00.html
- #40 02.12.2011 11:32 von
Kursänderung
Gestern wurde gemeldet, das China nun auch den Finanzmarkt gelockert hat, d.h es wird erstmal nichts zusammenbrechen.
Stattdessen klinkt sich China nun vollständig ins Spiel ein-
der Zusammenbruch wird etwas verschoben, einige Jahre wohl, in der Zwischenzeit können wir uns an die schöne neue Welt gewöhnen- Arbeitslosigkeit=Terrorismus.
Der wahre Horror geht also weiter, Schritt für Schritt; Madame Schröder hat es ja angedeuted: Der Traum von einer klassenlosen Gesellschaft ist quasi Terror.
Ich weiß nicht, welche Drogen Kristina Schröder nimmt, angesichts der seelenlosen, maßlosen Unverfrorenheit tippe ich auf Kokain, der klassischen, für ihre Klasse auch legalen Droge. - #41 02.12.2011 12:42 von
Wieder einmal typisch deutsche Wichtigtuerei...
Gut, Frankreichs AAA ist gefährdet, die Herabstufung wird kommen. Warten wir mal ab, wann das bei Deutschland der Fall sein wird. Die prozentuale Verschuldung Deutschlands ist immerhin, wenn auch nur gering, höher als die Frankreichs.
Unterschied: Die deutsche Wirtschaft läuft (noch) besser. Warum?
Sie behaupten, es läge an den (zu) vielen sozialen Vorteilen in Frankreich, die dem Gesamtwesen zum Nachteil gereichen. Und natürlich daran, dass sich Frankreich an der EU und "vor allem" an Deutschland bereichere. Zudem sprechen Sie von Industriespionage.
Das sind harte Vorwürfe, die man nicht unkommentiert stehen lassen kann, sind sie doch Ausdruck von Unwissen, Vorurteilen, ja sogar unnötigem Hass (wenn man ihre Wortwahl ansieht). Das ist, betrachtet man die Problematik und das Zusammenwachsen Europas, wohl nicht die richtige Haltung.
Aber beginnen wir mit der angeblichen oder tatsächlichen "Spionage". So etwas gibt es hüben wie drüben, auch innerhalb einer Branche. Vielleicht sollte man eher die (natürlich auch nicht konkurrenzfreien) Kooperationen erwähnen, als Feindbilder heraufbeschwören. Auch die Deutschen sind keine Engel.
Sie werfen die Gesamtverschuldung und den sozialen Standard Frankreichs in einen Topf. Selbst wenn es einen Zusammenhang geben sollte, so ist es noch beschämender für Deutschland, angesichts geringerer sozialer Standards eine höhere Staatsverschuldung vorzuweisen.
Deutschland punktet einzig mit geringerer, weil versteckter Arbeitslosigkeit durch Dumpinglöhne. Vergleicht man die "echte" Arbeitslosigkeit, liegt Deutschland auch da nicht besser im Rennen. Ob es da wirklich besser ist, Rentenalter und Wochenarbeitszeit zu erhöhen, bleibe dahingestellt. Wenn nicht mehr Arbeit da ist, weil sie erfolgreich ins Ausland transferiert wird, hat es auch keinen Sinn, dass weniger mehr arbeiten und noch mehr Arbeitslosigkeit oder Arbeit zu Billiglöhnen generieren. Das ist auch in Deutschland nicht anders, wenn man die Sozialdiskussion dort verfolgt.
Der Sozialabbau - zugunsten der Oberschicht, und eben nicht des Gemeinwesens - ist in Deutschland deutlich rascher und markanter verlaufen ist als in Frankreich. Soll das ein Ruhmesblatt sein?
Sarkozy hat recht, wenn er verlangt, dass sich Europa schnell ändern muss. Es muss einiger werden, zur Not auch kleiner und damit effektiver. Frankreich und Deutschland teilen sich die Aufgabe derzeit vorbildhaft, beide Staaten sind derzeit der Motor Europas, Frankreich eher auf politischer, Deutschland auf wirtschaftlicher Ebene, dies ist auch historisch bedingt. Genauso und nicht anders muss der Weg weiter beschritten werden. Durch nationalistisches Klein-Klein, wie er in Ihrer Stellungnahme zum Ausdruck kommt, wird Europa ins Hintertreffen geraten.
Schöne Grüsse über den Rhein und nichts für ungut. burgundy. - #42 03.12.2011 08:18 von
Sie haben recht, aber nur zur Haelfte
Der Sozialabbau in Deutschland ist alles andere als ein Ruhmesblatt, da rennen Sie offene Tueren ein. Deutschland, und vor allem Otto Normalverbraucher, gewinnt nichts durch ein Lohndumping und der Exportwalze mit der Europa platt gemacht wird.
Aber wieso ist es "natuerlich" dass aus "historischen" Gruenden Frankreich auf politischer und Deutschland auf wirtschaftlicher Ebene fuehrt. Hier genau liegt das Problem. Sarkozy, aber auch Montebourg oder Le Guen vom PS die entgleist sind, finden das normal. Wie waere denn die Akzeptanz wenn Frankreich wirtschaftlich fuehren wuerde und Deutschland politisch entscheiden wuerde wo die Reise hingeht?
Deutschland und Frankreich sind grundverschieden in ihrer Geschichte, in ihrer Staatsverwaltung und dem Staatsverstaendins, und in ihren Wirtschaftsstrukturen. Die Interessenlagen sind a priori nicht gleich. Wenn dann Deutschland (Merkel) weil Frankreich unter Sarkozy abgewirtschaftet hat, seine Interessen vertritt und als wirtschaftlich staerkstes Land eine wichtigere Rolle spielt als Frankreich, dann gleich mit dem Vorwurf der Bismarckpolitik angeklagt wird, zeigt nur dass das nationalistisches Klein-Klein auf franzoesicher Seite gepflegt wird, nicht von der Mehrheit der Franzosen, aber von interessierter Seite bei passender Gelegenheit.
Ein deutsch-franzoesischer Pakt, Fiskalunion oder anderes bringt langfristig nur Konflikte, wenn es "natuerlich" ist, dass der eine anschafft und der andere angibt wie es ausgegeben wird. Nur wenn beide Seiten aehnlich 'ticken' geht eine solche enge Union gut. Aber da ist es, leider, noch weit hin.
'Realpolitik' ist leider hier in Frankreich immer noch ein Fremdwort, auf Franzoesisch gibt es keinen entsprechenden Ausdruck, deswegen wird das deutsche Wort verwendet.
Montebourgs Entgleisung ist auf den Wahlkampf zuruckzufuehren, also geschenkt, das Problem liegt in einer Verdraengung der Tatsachen der Geschichte, und das betrifft nicht nur Deutschland, aber was traurig ist dass das nicht nur Montebourg betrifft.
Warum ist Europa jetzt in der Krise, ganz einfach, man wollte einfach Tatsachen nicht wahr haben, und ein Schlafwandler lebt vor allem in dem Moment gefaehrlich in dem er in einer brenzligen Situation aufwacht.
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