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Krise zwischen Kairo und Jerusalem : Ägypten kündigt Gasvertrag mit Israel
DPADie Krise zwischen Ägypten und Israel verschärft sich deutlich. In Kairo hat die staatlich kontrollierte Gasgesellschaft den Vertrag über Lieferungen in das Nachbarland annulliert - angeblich wegen nicht eingehaltener Bestimmungen. In Israel drohen nun Engpässe.
Krise zwischen Kairo und Jerusalem: Ägypten kündigt Gasvertrag mit Israel - SPIEGEL ONLINE
- #1 23.04.2012 07:32 von
bekommt allmählich ein gesicht: stop der gaslieferungen ist erster schritt auf dem weg zur kündigung des friedensvertages. ob die muslimbrüder bereit sind im gegenzug auf den sinai zu verzichten?
- #2 23.04.2012 07:47 von
Und außerdem die Ägypter wg. der 14 Unterbrechungen auf 8 Milliarden Schadenersatz verklagt. So steht es in der Haaretz:
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/termination-of-israeli-egyptian-natural-gas-agreement-serves-dangerous-precedent-1.425942
Also, mal abgesehen von der sicher vorhandenen politischen Dimension (das Israel Dörfer der Bedouinen abreißen läßt, ist sicher auch nicht hilfreich), würde wohl so ziemlich jedes Unternehmen Lieferungen einstellen wenn der Kunde einfach nicht zahlt. Haben die Israelis wirklich geglaubt, für sie würden andere Regeln gelten? - #3 23.04.2012 07:59 von
Selbstzerstörerisch
Trotz ihrer zunehmend desaströsen wirtschaftlichen Lage haben sich die Ägypter nun offenbar entschlossen, den Verkauf von Gas an Israel vertragswidrig zu stoppen, und fallen damit einmal mehr auf ihre eigene islamistische Hasspropaganda herein.
Ägypten wird es dadurch bald noch viel schlechter gehen und die Israelis werden das ausbleibende Gas durch clevere Solaranlagen und neue Energiequellen im Mittelmeer ersetzen.
Nur den Islamisten ist damit gedient: je größer das selbstproduzierte Elend, desto größer der Zulauf der aufgehetzten, dummen Massen und das Geschrei nach ominösen, ausländischen Schuldigen für die eigene Krise. - #4 23.04.2012 08:03 von
- #5 23.04.2012 08:16 von
@Lyrik Freund So ist es wohl nicht.
Anscheinend wurde das Gas unter Weltmarktpreisen verkauft. Gerade das ist der Grund, warum vermutet wird, daß Bestechung bei dem Geschäft eine Rolle spielte. Ägypten dürfte wohl keine Probleme haben, das Gas an andere Interessenten zu einem höheren Preis zu verkaufen. Und damit wohl auch die innenpolitischen Spannungen zu reduzieren. Für die ägyptische Regierung sicher kein Grund zur Sorge, ganz im Gegenteil.
- #6 23.04.2012 08:30 von
Es sind die Ägypter, die meinen, dass für sie die Regeln nicht gelten.
In dem von Ihnen verlinkten Artikel, steht nämlich etwas ganz anderes als das was Sie hier behaupten. Dass die Israelis nicht zahlen, ist eine in Ägypten in die Welt gesetzte Lüge, um einen Vorwand zu finden den Liefervertrag zu kündigen.
Und das mit den Beduinen, haben Sie sich ausgedacht. Sie sind Nomaden, und bauen gelegentlich mal ein Zelt oder Wellblech Hüte auf, aber bestimmt keine Dörfer. Siedlungen mit Häusern wurde ihnen von den Israelis gebaut. Im Übrigen, interessieren sich die Ägypter, um es deutlich zu sagen; einen Dreck um die Belange der Beduinen die auf ihrem Territorium, z.B. auf dem Sinai leben. Deshalb werden sie kriminell oder wenden sich dem Terrorismus zu.
Israel's arrest of Bedouin man sheds light on Sinai kidnappings of African refugees - Haaretz Daily Newspaper | Israel News
Storm in the desert: Bedouin surround peacekeepers in Sinai - Haaretz Daily Newspaper | Israel News - #7 23.04.2012 08:42 von
Der Deal hat Ägypten € 553 Mio gekostet.
So steht es in einer australischen Nachrichtenseite mit Bezug auf AFP:
Egypt cancels gas pact with Israel | SBS World News
Das Gas wurde also weit unter Weltmarktpreisen verkauft. Und die NYT berichtet, die Israelische Seite hat vier Monate lang nix mehr bezahlt. Wenn man dann noch berücksichtigt, daß laut Haaretz die Israelis auf 8 Milliarden Schadersatz klagen, obwohl der Vertrag "nur" einen Wert von 2,5 Milliarden Dollar hat (Chuzpe!), sollte wohl klar sein, daß kein Unternehmen dieser Welt so einen Kunden weiter beliefern würde. Die politischen Implikationen für Ägypten durch den starken innenpolitischen Widerstand gegen Gaslieferungen nach Israel dürften die Entscheidung noch beschleunigt haben. In Anbetracht dieser Umstände hätte die Regierung Netanyahu aktiv eingreifen und Kompromisse anbieten müßen, um die weitere Lieferung zu gewährleisten. Stattdessen hat man die ägyptische Regierung mit dem Problem allein gelassen und die Spannungen durch erzwungene Umsiedlungen israelischer Bedouinen noch verstärkt. Das konnte nicht gut ausgehen. - #8 23.04.2012 08:42 von
Quellen versiegen, Trinkwasserreserven schrumpfen, und der einst reißende Jordan ist ein kümmerliches Bächlein geworden. Die ungerechte Verteilung sorgt in den palästinensischen Gebieten für Empörung. Amnesty international gibt in einem Bericht Israel die Schuld an dem Wasserdebakel. Es zweigt ohne Rücksicht auf seine Nachbarn große Mengen zur Bewässerung seiner landwirtschaftlich genutzten Flächen ab. Proteste und UNO-Resolutionen wie immer zwecklos.
Warum sollte Ägypten nicht mit seinen Freunden solidarisch sein und den Gashahn zudrehen? Im umgekehrten Falle hätte Israel dies längst getan. - #9 23.04.2012 08:44 von
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