dapdSachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) ist zurückgetreten. Er begründete den Schritt mit Kürzungsplänen der Landesregierung in seinem Ressort. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte Wöller das Sportressort entzogen und einen Staatssekretär in den Ruhestand versetzt.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...822605,00.html
Tillich rühmt sich gerne mit der Bildung in seinem Bundesland. Aber dafür etwas tun will er nicht. Einzig sparen. Kaputtsparen.
Wöller hat mit seinem Rücktritt Konsequenz bewiesen. Tausende ältere Lehrer werden in kürze in Rente gehen. Dazu kommt der steigende Demografiefaktor. Lehrer werden fehlen, das Niveau der Bildung in Sachsen wird so nicht zu halten sein. Tillich spart am falschen Ende!
Zum Rücktritt Wöllers muß man wissen, daß dieser sich bei der sächsischen Lehrerschaft äußerst unbeliebt gemacht hatte, als er zur Behebung des Lehrkräftemangels 300 neue Lehrer vorwiegend aus den alten Bundesländern einstellte, dies aber zu wesentlich besseren Konditionen als die aus Sachsen stammenden Lehrkräfte. Seitdem war er als Minister nicht mehr zu halten.
Wenn man Lehrkräften, die aus den alten Bundesländern geholt werden, den Beamtenstatus zugesteht, den altgedienten Lehrern aus Sachsen aber nicht, dann braucht man sich über Proteste der Lehrerschaft wegen einer Zweiklassengesellschaft nicht zu wundern.
Pressemitteilungen - GEW Sachsen
Sachsen ist, seit Herr Ministerpräsident Tillich im Amt ist, in der Krise. Seitdem läuft in Sachsen wirklich überhaupt nichts mehr. Einziges Ziel der sächsischen Regierung ist Sparen. Eigentlich lobenswert. Angesichts der Transferleistungen aus dem Westen fragt sich jedoch auf wessen Kosten gespart wird. Die Transferleistungen sind für den Aufbau gedacht und nicht für den Abbau. Und der Raubbau an der Lehrerschaft in Sachsen ist Abbau. Die sächsische Staatsregierung ist damit Symböl für den Abbau Ost! Wer dies bestreitet hat in der Schule nicht aufgepasst oder ist bereits Opfer der tillischen Bildungspolitik.
Sie machen auf ein interessantes Phänomen des irrwitzigen bundesdeutschen Bildungsföderalismus aufmerksam: Vor einigen Jahren bewarb ich mich aus dem Auslandsschuldienst ins deutsche Bildungssystem zurück, favorisiert war eigentlich meine alte Heimat Sachsen. Und Sie ahnen nicht, was man erlebt, wenn man sich gezwungenermaßen auch in mehreren anderen Bundesländern für einen vermuteten Schuljahresbeginn bewirbt; auch für die Verbeamtung gelten da höchst unterschiedliche Bedingungen.
Dabei erinnere ich mich, dass Sachsen auf seiner offiziellen Bildungswebseite vor gar nicht allzu langer Zeit noch Hilfestellungen zum Wechsel in andere Bundesländer anbot, ein Kurzarbeitsmodell für die Lehrerschaft praktizierte, die Lehrerausbildung drastisch zurückfuhr (z.B. Uni Chemnitz - mit neuerdings höchst erstaunlichen Entwicklungen ... TU Chemnitz: Verwaltung: Pressestelle ) und in meinem Fall auch gar keine Stelle hatte.
Nun bin ich eben Beamter im Westen ... wobei es auch hier Jahre gab, in denen nicht verbeamtet wurde - an meiner Schule unterrichten dadurch ebenso recht viele ältere Angestellte, was durchaus zu Spannungen führt, da gebe ich Ihnen vollkommen Recht!
So könnte es sein, dass unter den "Lehrkräften, die aus den alten Bundesländern geholt werden" durchaus auch rückkehrwillige Sachsen sind, die durch den gar nicht unbedingt gewollten Wechsel in die ABuLä nun mal den Beamtenstatus erhalten haben. Dabei frage ich mich bzw. Sie, wie das praktisch funktioniert: Will ich als Beamter in ein anderes Bundesland wechseln ohne durch Kündigung den Beamtenstatus zu verlieren, ist für mein jetziges Bundesland normalerweise ein Tauschverfahren üblich, da es hier auch an Lehrern mangelt ...
Aus der Erfahrung der letzten Jahre, in denen Sachsen so ziemlich alle Bewerber vergrault hat, frage mich ernsthaft, welche Wandlung eingetreten sein muss, dass Sachsen laut Presse plötzlich zu einer regelrechten Panik bei der Lehrerversorgung kommt ... Rechnet man in der "angewandten" Mathematik der Ministerien etwa nur von Wahl zu Wahl?
Die Nörgelei der GEW hat ist wohl eher weniger als Ursache für den Rücktritt anzusehen.
Wenn man sich die Hintergründe des Rücktritts (z.B. den Zeitpunkt) etwas genauer anschaut, spielt wohl auch verletzte Eitelkeit eine Rolle.
Sachsens Kultusminister Wöller tritt nach Regierungsstreit ab - Opposition: Problem bleibt
Das Problem der Finanzierung des Bildungspaketes ist sicher zu diskutieren. Das sollte aber in aller Ruhe am Kabinettstisch passieren und nicht über die Medien.
Übrigens; an alle, die meinen, das mit dem Sparen würde in Sachsen übertrieben: Diese Diskussion
Neue Soli-Debatte: Aufstand West - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
läuft gerade parallel - passt aber irgendwie dazu.
also erstens beleidigen Sie damit die Eiermaler und zweitens würde das bedeuten daß der stellvertretende Kreistagsvorsitzende für Handel und Versorgung jemals gearbeitet hätte...
und außerdem hat er nicht nur von Bildung keine Ahnung ;-) er wartet doch immer noch daß Gerald Götting ihm sagt was er tun soll - oder wenigstens der Genosse Kreistagsvorsitzende.