Krise der US-Universitäten: Deutsche Forscher wollen heim

CorbisMehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen: Die USA sind das beliebteste Auswandererland für Deutschlands Forscherelite. Tausende Wissenschaftler arbeiten in den Staaten. Doch trotz aller Kritik kehren immer mehr deutsche Spitzenleute zurück - aus handfesten Motiven.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...817869,00.html
  1. #30

    300 Rückkehrwillige

    sind (1) nicht viel. (2) Ist es die Aufgabe der Arbeitagentur, primär um deutsche Fachkräfte im Ausland zu werben. Tut sie das? (3) Ich würde sofort zurück kommen, selbst bei der Hälfte des Gehaltes. Wo sind die ausgeschriebenen offenen Stellen? Oder gibt es die nur für Leute mit speziellen Kontakten zu speziellen Leuten? Die Wullf´sche Republik lässt grüßen. (4) Wollen deutsche Forscher heim, weil Deutschland ihre Heimat ist und immer sein wird. (5) Wünscht Euch lieber nicht, daß viele Hochqualifizierte aus dem Ausland zurückkehren. Die haben Gentechnik, freies Denken und schnelles Handeln im Gepäck. Solche Leute sind in Deutschland Konsensstörer.
  2. #31

    Deutschland hat nicht wieder etwas zu bieten, sondern ...

    ... es ist wie bei etlichen Fernsehstars: Abkassieren bei den Privaten bzw. den ehemals ach so phantastischen US-Unis. Und wenn's dann brenzlig wird, dann folgt die Rückkehr. Die TV-Leute kehren zu den Öffentlich-Rechtlichen zurück und die tollen Auslands-Wisschenschaftler-Hechte in alma maters deutsche Beamtenlaufbahn mit sicherer Rente.
  3. #32

    Re

    Zitat von franko_potente Beitrag anzeigen
    23 sind Pflicht bei 40 Wochenstunden. GESETZ!
    Es sind ja nur TVL 13/2, 19,25 Stunden pro Woche. Wieviel Anspruch hat man da? Bei einer offiziellen "Halbtagsstelle"? 50-60 h pro Woche sind es schon oftmals, oft auch am WE, oder halt zu Hause am PC.

    Es hat schon seinen Grund, dass es fast nirgends Stechuhren (oder andere Arbeitszeiterfassungsmethoden) für das wissenschaftliche Personal gibt, sondern nur das nichtwissenschaftliche Personal (welches auch immer pünktlich das Werkzeug fallen lässt)...

    Ach ja: in vielen Laboren herrscht auch ein Gruppendruck, nicht den ganzen Urlaub in Anspruch zu nehmen (nennen wir es mal Mobbing?) - mehr als drei Wochen wurden in einem Labor, in dem ich mal gearbeitet habe, mit ziemlichem Stirnrunzeln vom Chef quittiert ("Sie waren doch grade erst auf einer Konferenz...").
  4. #33

    US-Visa

    Das "Problem" liegt meiner Einschätzung nach ganz woanders. So sind viele Stipendien an strikte Visumsauflagen gekoppelt, die den/die Empfänger/in mehr oder weniger zwingen, nach Ablauf der Laufzeit ins Heimatland zurückzukehren. In dem Falle ist es dann natürlich leicht, bessere Arbeitsmöglichkeiten als Grund für die Rückkehr nach Deutschland anzugeben.
  5. #34

    Oberflächlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen: Die USA sind das beliebteste Auswandererland für Deutschlands Forscherelite. Tausende Wissenschaftler arbeiten in den Staaten. Doch trotz aller Kritik kehren immer mehr deutsche Spitzenleute zurück - aus handfesten Motiven.

    Krise der US-Universitäten: Deutsche Forscher wollen heim - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Leider muss ich sagen, dass ich diesen Beitrag auch oberflächlich finde. Man kann einfach nicht alle Fachbereiche über einen Kamm scheren und sagen alle "wollen heim" (denn so hört sich das an). Ferner finde ich von einer "Krise" zu sprechen eine unnötige Panikmache, aber das machen Medien ja so gerne um Aufmerksamkeit zu bekommen. Meine haben Sie bekommen und statt Forschung zu betreiben schreibe ich Ihnen jetzt meine Gedanken zu Ihrem Artikel.

    Denn ein Aspekt fehlt der Diskussion noch. Es wird nicht über die Möglichkeiten diskutiert. Ich bin der Ansicht, dass es in den USA mehr Möglichkeiten gibt, seinen eigenen Weg zu finden und sich in seiner Forschung selbst zu verwirklichen. Das ist in Deutschland fast unmöglich: Entweder man reiht sich ein oder man is raus. Dazu kommt, dass in D eine Professur zu bekommen geradezu unmöglich ist. In den USA ist es eine Karrieremöglichkeit. Ich bin Doktorand der Luft- und Raumfahrttechnik, einem Bereich in dem die USA immernoch die Nase vorne haben. Die Forschung die ich hier betreiben kann, wird in D auf so niedriger Flamme gehalten, dass es geradezu frustrierend ist, in dem Bereich zu arbeiten. Um ein anderes Beispiel zu nennen: die 747 wurde in den 60er Jahren entwickelt, Europa hat 40 Jahre gebraucht, um mit einem vergleichbaren Flugzeug aufzuwarten - dem A380. In den USA gibt es private Unternehmen, die den erdnahen Transport übernehmen werden (auch bemannt!) In Europa hat man es bis heute nicht geschafft, eine bemannte Kapsel zu bauen.

    Selbst verständlich darf man persönliche Gründe nicht aussen vor lassen, die spielen zu einem großen Teil mit und man vermisst auch die Heimat. Natürlich haben die USA finanzielle Probleme - aber die hat Europa auch. Es bleibt nur zu hoffen, das die USA nicht in einen weiteren Krieg schlittern, denn sonst könnte es düster werden für die amerikanische Wirtschaft.
  6. #35

    ghj

    Zitat von Diwoka1 Beitrag anzeigen
    Thema des Karrierespiegels am 5.3.2012
    Wissenschaftler in Nöten: Jung, talentiert, frustriert - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL

    Junge Nachwuchstalente flüchten ins Ausland.

    Im heutigen Artikel strömen die Talente wieder zurück, ich bin auf Grund der !80 Grad Kehren der Spiegelmannschaft verwirrt.
    Muss kein Widerspruch sein, "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" usw. - viele wird die USA selbst ankotzen, politisches Klima usw., und der Sparzwang kommt auch da, und nach ein paar Jahren kapiert man, dass Beruf nicht alles ist, und dann malt man sich Alternativen aus... - und andere sehens wieder anders, und gehen grad aus D weg.
  7. #36

    Absolut richtig

    Zitat von sf2008 Beitrag anzeigen
    Das "Problem" liegt meiner Einschätzung nach ganz woanders. So sind viele Stipendien an strikte Visumsauflagen gekoppelt, die den/die Empfänger/in mehr oder weniger zwingen, nach Ablauf der Laufzeit ins Heimatland zurückzukehren. In dem Falle ist es dann natürlich leicht, bessere Arbeitsmöglichkeiten als Grund für die Rückkehr nach Deutschland anzugeben.
    Stimmt auffallend. Ich bin vor 7 Jahren in die USA ausgewandert, wo ich seitdem als Wissenschaftsredakteur in der Pressestelle einer grossen oeffentlichen Forschungsuni arbeite. Der Job ist OK-bezahlt, wenn auch nicht fuerstlich, aber mit den geringeren Sozialabgaben bleibt unterm Strich mehr als in vergleichbaren Arbeitsverhaeltnissen in D (BATIIa).

    Deutschland kann ich mir ueberhaupt nicht mehr vorstellen und wuerde liebend gern bleiben, aber wenn in den naechsten drei Jahren nichts passiert (sprich, ich eine Amerikanerin heirate), muss ich raus. Vier Einwanderungsanwaelte haben mir dasselbe gesagt: "Greencard? Fuer Dich leider nicht, weil Job "nicht spezialisiert genug."
  8. #37

    .

    Zitat von annibertazeh Beitrag anzeigen
    ... es ist wie bei etlichen Fernsehstars: Abkassieren bei den Privaten bzw. den ehemals ach so phantastischen US-Unis. Und wenn's dann brenzlig wird, dann folgt die Rückkehr. Die TV-Leute kehren zu den Öffentlich-Rechtlichen zurück und die tollen Auslands-Wisschenschaftler-Hechte in alma maters deutsche Beamtenlaufbahn mit sicherer Rente.
    Was ist denn bitte Ihr Problem? Ausser, dass Sie keine Ahnung von der Materie haben? Dass man auch als Wissenschaftler ganz banal Heimweh haben kann, ist Ihnen wohl zu hoch...

    Warum beschimpfen Sie pauschal eine ganze Gruppe von Menschen mit denen Sie ganz offensichtlich Nichts, aber auch gar Nichts, zu tun haben? Einfache Geltungssucht? Neid gegen Menschen, die eine gewisse Bilxung haben?
  9. #38

    völlig ohne 'sozial'

    Zitat von pteranodon Beitrag anzeigen
    Der Job ist OK-bezahlt, wenn auch nicht fuerstlich, aber mit den geringeren Sozialabgaben bleibt unterm Strich mehr als in vergleichbaren Arbeitsverhaeltnissen in D (BATIIa).
    Muss ja ein tolles Gefühl sein, wenn man sich ganz dem Turbokapitalismus widmen kann und mit s o z i a l e r Marktwirtschaft nicht mehr am Hut hat.
  10. #39

    Zitat von kalumeth Beitrag anzeigen
    Muss ja ein tolles Gefühl sein, wenn man sich ganz dem Turbokapitalismus widmen kann und mit s o z i a l e r Marktwirtschaft nicht mehr am Hut hat.
    Was ist denn bitte sozial daran, wenn man als junger Single in Deutschland nur die Haelfte von dem verdient, was auf dem Gehaltszettel steht? In D hat man immer noch nicht begriffen, dass gerade WEGEN der unglaublich hohen Sozialabgaben Jobs erst gar nicht geschaffen werden. Mir wurde in meinem Arbeitsverhaeltnis folgendes gesagt: "Wir wuerden Sie liebend gerne auf Dauer anstellen, aber da man sich in Deutschland nach zwei Vertragsverlaengerungen in ein Dienstverhaeltnis einklagen kann, wird der Vorstand eine weitere Vertragsverlaengerung nicht genehmigen, obwohl er Sie definitiv gerne behalten wuerde."

    Merken wir Deutschen eigentlich noch, wie wir mit unserer vermeintlichen "sozialen" Arbeitsrechtswelt gerade das Gegenteil von sozial erzeugen?