Krise der US-Universitäten: Deutsche Forscher wollen heim

CorbisMehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen: Die USA sind das beliebteste Auswandererland für Deutschlands Forscherelite. Tausende Wissenschaftler arbeiten in den Staaten. Doch trotz aller Kritik kehren immer mehr deutsche Spitzenleute zurück - aus handfesten Motiven.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...817869,00.html
  1. #20

    Unnötige Aufregung

    Es ist erstaunlich, wie häufig SPON sich mit diesem Thema beschäftigt, und wie oberflächlich das jedes Mal bleibt. Natürlich gehen Wissenschaftler ins Ausland (Wissenschaft ist eben international), und natürlich kommen sie oft auch wieder zurück, wobei private Gründe meist eine große Rolle spielen. Ich selbst lehre seit mehr als einem Jahrzehnt als Geisteswissenschaftler an einer der Top 3 (Harvard, Princeton, Yale) und weiss, dass es mir hier beruflich unendlich viel besser geht. Meine Zeit verwende ich auf Forschung und Lehre, nicht auf Fakultätssitzungen. An meiner Universität habe ich noch keinen meiner zahlreichen deutschen Kollegen zurückgehen sehen, obwohl es an Angeboten wahrlich nicht mangelt.

    Was mir aber wichtiger ist: Ich empfinde durchaus auch Loyalität gegenüber meiner Universität, die mir einen fabelhaften Job und meiner Familie eine echte Zukunftsperspektive gegeben hat--zu einem frühen Zeitpunkt in meiner Karriere, als keine deutsche Universität auf die Idee gekommen wäre, mir (noch dazu als Geisteswissenschaftler)_tenure track_ anzubieten. Statt ständig zu versuchen, etablierte Wissenschaftler zurückzuholen, wären die deutschen Universitäten besser beraten, ihren Nachwuchs anständig zu behandeln.
  2. #21

    Zu vermuten war

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen: Die USA sind das beliebteste Auswandererland für Deutschlands Forscherelite. Tausende Wissenschaftler arbeiten in den Staaten. Doch trotz aller Kritik kehren immer mehr deutsche Spitzenleute zurück - aus handfesten Motiven.

    Krise der US-Universitäten: Deutsche Forscher wollen heim - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    dass es um die besseren Arbeits- u. Forschungsbedingungen gänge. Wie man hier lesen kann, geht es den Akademikern (Doktoranden in D. die an der Armutsgrenze leben ..ha, ha,..!?) schlicht um einfach um mehr Kohle. Und da herrscht in den Staaten durch den braindrain der besten Wissenschaftler der ganzen Welt ein ungemein starker Konkurrenzkampf, den die Mehrzahl der Deutschen nicht mehr gewachsen ist. Die haben nämlich verlernt, sich durchzubeißen. Gescheiterte Rückkehrer braucht auch Deutschland nicht, sollen sie bleiben, wo der Pfeffer wächst.
  3. #22

    Re

    Zitat von Rosmarinus Beitrag anzeigen
    Wissen Sie, was ein Doktorand in den USA verdient oder in GB?
    Kommt drauf an, wie er sich finanziert. Ich habe ein Jahr lang in den USA als "Graduate Teaching Assistent" gearbeitet und hatte (in den 1990ern) knapp 1000 US-Dollar netto pro Monat. Dazu die kostenlose Krankenversicherung über die Universität. Im Vergleich mit meiner Zeit als Doktorand in Deutschland (TVL13/2) ging es mir in den USA finanziell besser, jedenfalls war das mein subjektives Gefühl. Lag aber auch an den relativ niedrigen Lebenshaltungskosten an der Uni dort (kleine Universitätsstadt im Mittleren Westen) im Vergleich zu Deutschland (Millionenmetropole im Westen).
  4. #23

    Zitat von herrko Beitrag anzeigen
    hat vielleicht aufgeholt, was Programme für Nachwuchswissenschaftler angeht. Man müsste sie aber gar nicht zurück holen, wenn man sie erst nicht verlieren würde. Dass in einem Land der Denker ein naturwissenschaftlicher Doktorand knapp über der Armutsgrenze verdient und bei 50 Wochenstunden 20 Tage Urlaub im Jahr hat wird in dem Artikel leider nicht erwähnt..........
    23 sind Pflicht bei 40 Wochenstunden. GESETZ!
  5. #24

    .

    Zitat von michaelslo Beitrag anzeigen
    dass es um die besseren Arbeits- u. Forschungsbedingungen gänge. Wie man hier lesen kann, geht es den Akademikern (Doktoranden in D. die an der Armutsgrenze leben ..ha, ha,..!?) schlicht um einfach um mehr Kohle. Und da herrscht in den Staaten durch den braindrain der besten Wissenschaftler der ganzen Welt ein ungemein starker Konkurrenzkampf, den die Mehrzahl der Deutschen nicht mehr gewachsen ist. Die haben nämlich verlernt, sich durchzubeißen. Gescheiterte Rückkehrer braucht auch Deutschland nicht, sollen sie bleiben, wo der Pfeffer wächst.
    Ja und Sie sind so ein echter, erfolgreicher Durchbeißer, gell!? Wie so oft sagt auch Ihr Posting mehr über Sie aus, als über diejenigen, die Sie beschuldigen.

    Im Artikel geht es nicht nur ums Geld (an der Uni wird man nicht reich, keine Angst). Es geht nur um minimale Sicherheit, um Arbeitsverhältnisse von Dauer anstatt von Zeitverträgen. Sie mögen es nicht wissen, aber wissenschaftliches Forschungspersonal ist explizit ausgenommen von den gesetzlichen Regelungen, die Arbeitsplätze nach einigen Jahren zwingend permanent machen. Hier geht es lediglich darum, dass dem bestqualifizierten Personal endlich die Mindestrechte eines normalen Arbeitnehmers zukommen!

    Zu den Doktoranden: es ist inzwischen vielerorts üblich, Doktoranden mit einer 50%-Stelle zu beschäftigen (man arbeitet natürlich Vollzeit, sonst bräuchte man ein Jahrzehnt zur Promotion). Rechnen Sie mal aus, was das nach TV-L 12 oder 13 so ist und ob Sie davon leben könnten. V.a. wenn die Alternative ein Job im Ausland oder der Industrie ist, der das 3-5-fache bringt.
  6. #25

    Forscherelite

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen: Die USA sind das beliebteste Auswandererland für Deutschlands Forscherelite. Tausende Wissenschaftler arbeiten in den Staaten. Doch trotz aller Kritik kehren immer mehr deutsche Spitzenleute zurück - aus handfesten Motiven.

    Krise der US-Universitäten: Deutsche Forscher wollen heim - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Wenn Eliten Arbeitsplätze schaffen, ist das öffentliche Sparen in den US-Staaten der falsche Weg.
    Gut für Deutschland, wenn hier zurückkehrende Spitzenkräfte adäquate Arbeitsstellen angeboten bekommen. Eine Investition in die Zukunft.

    Allerdings muss das Gehaltsniveau für Akademiker tatsächlich deutlich aufgebessert werden.
    Beispiel: Dipl. Mathematiker mit Dipl. in Physik erhält eine Doktorandenstelle, welche mit 1.500 € honoriert wird. Lohnt sich hier Leistung? Da verdient ein guter Gelegenheitsarbeiter genau so viel.

    Also Frau Schavan, Thema angehen und nicht für 150.000 € zum Papst fliegen.
  7. #26

    und kein wort zum klima

    Zitat von axelmuller Beitrag anzeigen
    Meine Erfahrung ist, dass deutsche Forscher aus persönlichen Gründen erwägen, die USA zu verlassen, um zurück nach Deutschland zu kehren. [...]
    Ja, das habe ich im Artikel auch vermisst: Es gab dort kein Wort zum Klima. "Klima" im doppelten und dreifachen Wortsinn: Das "BetriebsKlima" am Arbeitsplatz, das "gesellschaftliche Klima" (Bsp. Teaparty, reaktionär-religiöse Rechte, Versicherungssystem), und nicht zuletzt das "atmosphärische Klima" - schlicht das Wetter (ewiger californischer Sommer vs. deuter Dauerregen ...).

    Sicher, Geld, Rückholprogramme, persönliche Kontakte, Karriereoptionen etc. spielen auch eine Rolle, oder die Aussicht auf eine Verbeamtung als Professor mit gesicherter Staatsalimentierung bei der Möglichkeit auchdie Hände dann einfach in den Schoß legen zu können mag auch seinen Reiz haben.

    Aber letztlich sind das i.m.h.o. nur die Äußerlichkeiten, die als Gründe vorgeschoben werden, um die persönlichen Gründe zu kaschieren, die ihren Ursprung eben in o.g. Klimata haben.
  8. #27

    Zitat von franko_potente Beitrag anzeigen
    23 sind Pflicht bei 40 Wochenstunden. GESETZ!
    Wenn man Doktoranden wie hier üblich nur einen halben Vertrag gibt, dann muss man ihnen auch nicht mehr Urlaub zugestehen. Wie bereits viele Kenner der Szene hier geschireben haben arbeiten die natürlich trotzdem alle ewig lange ohne Ausgleich, weil sie sonst zu nichts kommen und 6 Jahre promovieren müssen. Und das ist jetzt nicht an irgendeiner Wald- und Wiesen Uni so, sondern an den sogenannten Elite-Hochschulen. Ich war ja selbst Doktorand an einer solchen und hatte von den Mitteln her tolle Forschungsmöglichkeiten, aber zu dem Lohn für die ewigen Stunden macht das keiner lange freiwillig. Ich finde es auch nicht verwerflich, dass Menschen danach streben mehr Gehalt zu verdienen, dadurch ist man ja wohl nicht gleich ein Ausbeuter!
  9. #28

    Schon wieder Aushaengeschild Emmy-Noether

    Artikel wie diese machen mich immer aergerlich – das Aushaengeschild ist mal wieder das Emmy-Noether Programm, so in der Art “schaut, wir haben gute Foerderungsprogramme”. Allerdings bekommen den Preis noch nicht einmal eine handvoll Wissenschaftler pro Jahr, und es gilt nur fuer Leute mit maximum 4 Jahre nach PhD. Ausserdem wuerde glaube ich jeder lieber auf Hilfe zur KiTa oder Wohnungssuche verzichten, dafuer aber lieber unbefristete Stellen haben – keins der erwaehnten Programme und Foerderungen ermoeglicht das. Auch wenn die Forschungfoerderung in den USA knapper ist als vorher, stimme ich zu dass das Arbeitsklima oftmals viel besser ist mit weniger Buerokratie und mehr Spass an der Forschung.
  10. #29

    Wissen Sie, was ein Doktorand in den USA verdient oder in GB?

    Zitat von Rosmarinus Beitrag anzeigen
    Wer wegen des Geldes promoviert, sollte es lieber bleiben lassen. Solange die Grundversorgung gesichert ist, passt das.

    Wissen Sie, was ein Doktorand in den USA verdient oder in GB?
    Das hängt ein bisschen vom Stipendium ab, in den USA sind es so ungefähr $2000 pro Monat und in GB in etwa £1000.